14.12.2012, 15:10

Rückholaktion Ford ersteigert Model A aus dem Jahr 1903


Zurück im Familienbesitz: Bill Ford, Urenkel des Ford-Firmengründers, hat bei einer Auktion ein Model A aus dem Jahr 1903 ersteigert.

Foto: Ford / Wieck

Bill Ford, der Urenkel des Ford-Firmengründers Henry, hat bei einer Auktion ein Model A aus dem Jahr 1903 gekauft. Der feuerrote Oldie gilt als das älteste noch existierende Fahrzeug der Marke.

In Dearborn (US-Staat Michigan) ist ein Auto nach weit über 100 Jahren wieder heimgekehrt: Bill Ford, der Urenkel des Ford-Firmengründers Henry und Aufsichtsratsvorsitzender des Autobauers, hat bei einer Auktion ein Model A aus dem Jahr 1903 gekauft. Der feuerrote Oldie gilt als das älteste noch existierende Fahrzeug der Marke.

Bei dem Heimkehrer handelt es sich um ein viersitziges "Tonneau"-Modell. Angetrieben wird das Model A von einem Zweizylinder-Boxermotor, der über ein Dreigang-Planetengetriebe acht PS an die Hinterräder schickt.

Das ersteigerte Exemplar hat laut Ford dazu beigetragen, dass das Automobilunternehmen überlebt hat. Am 13. Juli 1903 nämlich betrug die Barschaft des Unternehmens gerade noch 250 Dollar. Die Lage war alles andere als rosig.

Passend zur 150-Jahr-Feier von Ford

An jenem Tag jedoch bekam die junge Firma eine Bestellung über drei Model-A-Exemplare. Eines wurde sofort komplett bezahlt, für die anderen beiden bekam der Hersteller eine Anzahlung. Mit den so vereinnahmten 1320 Dollar war das Überleben fürs erste gesichert. Der jetzt von Bill Ford ersteigerte Wagen soll eines dieser drei Autos gewesen sein, die dem Unternehmen das Fortbestehen gesichert hat.

In 109 Jahren hatte der mittlerweile detailgetreu restaurierte Oldtimer lediglich fünf Besitzer. 1903 betrug der Listenpreis für den viersitzigen Tonneau umgerechnet 850 Euro. Bei der letzten Versteigerung vor fünf Jahren wurde der Wagen für 693.000 US-Dollar verkauft. Bill Ford musste nun nur noch 264.000 US-Dollar investieren.

"Der Zeitpunkt, an dem wir dieses Stück unserer Firmengeschichte wieder zu uns zurück holen, hätte besser nicht sein können", weiß Bill Ford. Denn 2013 feiert die Firma den 150. Geburtstag des Firmengründers und Mobilitäts-Pioniers Henry Ford. Dessen Vision war es, den Bürgern ein mobileres Leben durch bezahlbare Autos zu ermöglichen. Das Model A hat zu diesem Konzept gehört.

Besitzer beeindruckender Oldtimer

Der Wagen stammt aus der beeindruckenden, 800 Exemplare umfassenden Sammlung des amerikanischen Staranwalt John O'Quinn. Neben dem Ford Model A besaß O'Quinn auch mehrere extrem seltene Dusenberg-Modelle sowie den Rolls-Royce Silver Ghost aus dem Jahr 1911, den James Cameron 1997 im Hollywood-Film Titanic zeigte.

Außerdem war O'Quinn stolzer Besitzer einer 1941er Packard-Limousine aus dem Fuhrpark von Franklin D. Roosevelt sowie einer weiteren Präsidenten-Limousine, dem Lincoln Continental Bubble Top aus dem Jahr 1962 von John F. Kennedy.

Der Anwalt, der im Laufe seiner Karriere mehr als 20 Milliarden US-Dollar an Entschädigungszahlungen für seine Klienten erstritten hatte, wollte ursprünglich seine motorisierten Schätze eines Tages in einem eigenen Museum ausstellen. Dazu kam es jedoch nicht mehr. Vor drei Jahren starb er bei einem Autounfall.

(mid/dj)
Mi, 22.08.2012, 21.04 Uhr

In Pebble Beach in Kalifornien treffen sich jedes Jahr Autosammler aus der ganzen Welt. In diesem Jahr wurde der teuerste Mercedes der Welt für umgerechnet 9,5 Millionen Euro versteigert.

Video: dapd
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