13.12.12

Blitzer und Knöllchen

Das sind die Strafzettel-Hochburgen der Republik

In Zeiten knapper Kassen nutzen die Städte Temposünder und Falschparker immer stärker als Einnahmequelle. Am meisten zahlen Fahrer im Durchschnitt in Ulm, am wenigsten in Ingolstadt.

Foto: dapd
Politessen bei der Arbeit
Politessen bei der Arbeit

Rund 450 Millionen Euro an Verwarnungs- und Bußgeldern haben die 116 größten deutschen Städte im Jahr 2011 eingenommen. Das hat eine Recherche des Teams der Website preisvergleich.de ergeben. Um zu diesem Ergebnis zu kommen, wurden die Daten bei den Kommunen abgefragt. Wenn keine Zahlen zu erhalten waren, wurde hochgerechnet.

Im Verkehr verteilen Städte vor allem Strafzettel für Geschwindigkeitsübertretungen und falsches Parken. Nach von der Website ermittelten Informationen sind die Einnahmen von Stadt zu Stadt sehr unterschiedlich.

Ulm kassiert pro Kopf am meisten

Am höchsten sind die Einnahmen in Relation zu den in der Stadt zugelassenen Fahrzeugen demnach in Ulm. Pro Kraftfahrzeug kassierte die Kommune hier 65 Euro.

Knapp dahinter folgen mit 63 Euro Schwerin und Bielefeld, auch Köln, Aachen, Tübingen, Mannheim, Stuttgart, Leipzig und Duisburg kassieren mit Beträgen zwischen 41 Euro und 61 Euro deutlich mehr als die deutsche Durchschnitts-Kommune.

Ein Blitzer macht Bielefeld zur Millionen-Stadt

Bundesweit gesehen fallen pro Jahr 26 Euro Verwarn- und Bußgelder pro Auto an. Am wenigsten müssen sich Autofahrer in Ingolstadt um Strafzettel sorgen – pro Auto werden hier im Durchschnitt nur sechs Euro fällig.

Gelegentlich sind es lokale Besonderheiten, die eine Stadt in die Spitzengruppe bringen, in Bielefeld etwa ein Blitzer auf der Autobahn A2, der auch viele auswärtige Fahrer erfasst und Jahr für Jahr Millionen Euro liefert. Außerdem ist von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich geregelt, ob Bußgelder aus der Tempoüberwachung in den Landes- oder kommunalen Haushalt fließen.

Starke Steigerung in Chemnitz

Allerdings zeigen Entwicklungen auch, dass Verwarnungs- und Bußgelder von den Kämmerern zunehmend als Einnahmequelle entdeckt werden. So steigerte etwa Chemnitz seine Erträge aus solchen Strafen um 50 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 3,6 Millionen Euro.

Auch Mainz und Nürnberg haben Steigerungsraten von rund 40 Prozent. In absoluten Zahlen haben die Metropolen die höchsten Einnahmen: Köln und Hamburg kassieren rund 30 Millionen Euro pro Jahr.

Auf die Anfrage von preisvergleich.de antworteten 48 Gemeinden. In den restlichen Fällen wurden die Daten hochgerechnet.

Quelle: sp-x
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