12.12.12

Eine Klasse für sich

Der wahre König der Kompakten ist der Octavia

Gegen den Neuen von Skoda sieht sogar der VW Golf blass aus. Er ist länger und trotzdem leichter als der Vorgänger. Hinten hat er eine ganz schön große Klappe und unheimlich viel dahinter.

Von Thomas Geiger
Foto: Skoda

Beim Preis-Leistungsverhältnis gehört der Skoda Octavia zu den besten Modellen im VW-Konzern. Im Frühling kommenden Jahres kommt die dritte Auflage des erfolgreichen Import-Autos auf den Markt.

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"Er ist das Herz unserer Marke" – wenn Skoda-Chef Winfried Vahland über den Octavia spricht, spart er nicht mit großen Worten. Denn die tschechische VW-Tochter weiß, was sie an der kompakten Limousine hat. Klar, verkaufen sich auch Roomster und Yeti ganz ordentlich, der neue Rapid ist ein Star für sparsame Familienväter und der Superb ein Schnäppchen in der gehobenen Mittelklasse.

Aber kein Auto hat die Marke so bekannt und erfolgreich gemacht wie der Octavia. Entsprechend stolz sind die Tschechen auf die dritte Auflage ihres Dauerbrenners, die jetzt am Stammsitz Mlada Boleslav enthüllt wurde und im Frühling in den Handel kommt: "Er ist ein Fahrzeug mit Mittelklasse-Qualitäten zum Kompaktwagenpreis. Ein ideales Auto für anspruchsvolle, selbstbewusste Kunden: Er ist unser Bester", schwärmt Entwicklungschef Frank Welsch.

Noch größer und trotzdem sparsamer als bisher, mit einem neuen, noch präziseren Design und einer für die einstige Billigmarke fast schon überraschend umfangreichen Ausstattung wird er zum wahren König der Kompakten und stiehlt sogar dem Golf die Schau. Weil das innerhalb des VW-Konzerns so natürlich keiner sagen darf, nimmt Vahland den Neuling geschickt aus dem Wettbewerb und sagt stattdessen: "Der Octavia ist eine Klasse für sich."

Aus dem Baukasten des VW-Konzerns

Technisch ist er dem Golf aber genau so nah wie dem Audi A3 oder dem Seat Leon. Denn auch der Octavia fußt auf dem Modularen Querbaukasten (MQB). Das bringt zunächst einmal deutlich mehr Platz und trotzdem weniger Gewicht. So geht die Limousine zwar um neun Zentimeter in die Länge, wird fünf Zentimeter breiter und hat sogar fast elf Zentimeter mehr Radstand. Aber trotzdem bringt das Auto bis zu 102 Kilo weniger auf die Waage.

Innen versprechen die Tschechen mit dem neuen Format nahezu fürstliche Platzverhältnisse: "Der Octavia bietet so viel Raum, wie er sonst nur in höheren Klassen zu finden ist", sagt Entwicklungsvorstand Welsch. So messe der Innenraum nun 1,78 Meter, die Kniefreiheit liegt bei über sieben Zentimetern und die Kopffreiheit beträgt im Fond fast zehn Zentimeter. Und dann erst der Kofferraum: Mit 590 Litern Fassungsvermögen ist er der größte in der Klasse und sticht sogar manchen Kombi aus.

Zum neuen Format gibt es auch eine neue Form: Das Design lebt innen von mehr Noblesse bei der Materialauswahl und außen von den neuen Proportionen mit dem gestreckten Radstand und den kürzeren Überhängen. Das hat Chefdesigner Jozef Kaban garniert mit schärferen Linien, klareren Kanten und dem neuen Marken-Gesicht, das mit dem Rapid eingeführt wurde. Neu sind zudem die kleine Flosse am Ende der verchromten Fensterlinie in der hinteren Tür und der glatte Kofferraumabschluss, der verdächtig an ältere Audi-Modelle erinnert. Aber das passt irgendwie: Schließlich fehlen dem Octavia zum A4 jetzt nur noch vier Zentimeter.

Skoda hat beim Octavia über 100 Kilo abgespeckt

So weit sich der Octavia in Form und Format von den anderen Modellen der Golf-Familie entfernt, so eng bleiben die Familienbande bei der Technik. Unter der Haube stecken deshalb zunächst je vier Benziner und Diesel, die man schon aus den andren Modellen kennt. Den Einstieg markiert dabei ein 1,2 Liter großer Benziner mit 86 PS, die Spitze gebührt zunächst dem 2,0-Liter-TSI mit 180 PS. Stärkster Diesel ist fürs erste ein TDI mit 140 PS und der sparsamste der 1,6-Liter-"Greenline", der trotz 110 PS nur 3,4 Liter verbraucht. Nicht umsonst hat Skoda beim Octavia über 100 Kilo abgespeckt, den cw-Wert reduziert und Sparfinessen wie eine Rekuperation oder die Start-Stopp-Automatik eingebaut.

Obwohl die Motorenpalette schon zum Start sehr umfangreich ist, soll es dabei nicht bleiben. Sondern ein sportliches RS-Modell haben die Tschechen schon angekündigt, genau wie einen stärkeren Diesel und die Versionen mit Allradantrieb. Und natürlich haben sie auch noch ein paar Karosserievarianten in petto: Der Kombi ist genauso gesetzt wie das aufgebockte Allradmodell Scout.

Geräumiger als der Golf

Mit dem MQB als Basis hat Skoda auch Zugriff auf eine Ausstattung, wie man sie bei den Tschechen bislang kaum gekannt hat: Bis zu neun Airbags montiert Entwicklungschef Welsch in der Limousine. Für en Fußgängerschutz gibt es eine aktive Motorhaube und für die Entlastung des Fahrers jede Menge Assistenzsysteme von der Abstandsregelung über die Spurführungshilfe bis zur Müdigkeitserkennung.

Und natürlich sind auch wieder ein paar Details Marke "Simply Clever" an Bord. Den Eiskratzer in der Tankklappe kennen wir schon vom Rapid, aber jetzt gibt's im Octavia auch Abfallbehälter in den Türen, faltbare Cargo-Elemente für den Kofferraum und einen universellen Halter für allerlei Multi-Media-Geräte.

Größer und geräumiger als der VW Golf, zumindest gegen Aufpreis ähnlich gut ausgestattet und nicht schlechter Motorisiert. So kommt der Vetter aus Tschechien dem großen Vorbild aus Wolfsburg gefährlich nahe. Wie nahe sich die beiden am Ende tatsächlich sind, ist nicht zuletzt auch eine Frage des Preises – über den sich Skoda fürs Erste noch ausschweigt. Doch viel Luft bleibt nicht: Der aktuelle Golf startet bei 16.975 Euro, und zuletzt wurde der Octavia für 15.690 Euro verkauft. Selbst wenn Skoda sich den Generationswechsel also teuer bezahlen ließe, gibt es bei der Konzerntochter auch weiter mehr Auto fürs Geld als bei der Muttermarke.

Quelle: DWTV
06.11.12 2:56 min.
Als erstes Serienmodell verkörpert der Rapid das neue Design von Skoda. Scharf gezeichnete Linien und große modellierte Flächen prägen das Exterieur. Die Preise für den Rapid beginnen bei 13.990 Euro.
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