09.12.12

Quattroporte

Keine Limousine ist so schnell wie dieser Maserati

Mehr Leistung, mehr Luxus, neue Optik: In der sechsten Generation leistet das Spitzenmodell des Nobelherstellers 530 PS. Aber er schluckt auch enorm und hat keine Assistenzsysteme.

Von Jürgen Schramek
Foto: Maserati

Im nächsten Jahr kann der noble Quattroporte in drei Variationen erworben werden. Dafür gibt es ab dem zweiten Quartal 2013 die Einstiegsmotorisierung, einen 3.0-Liter-V6-Biturbo-Benziner mit 410 PS und 550 Newtonmetern Drehmoment. Mit der identischen Motorisierung kommt zum gleichen Zeitpunkt eine Allradversion zum Preis ab 110.000 Euro.

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Zuerst das Preis-Leistungs-Verhältnis. Der neue Maserati Quattroporte, der ab Ende Januar 2013 an die Kunden ausgeliefert wird, hat ein V8-Triebwerk mit 530 PS und kostet ab etwa 147.000 Euro. Die V6-Zylinder-Varianten mit 410 PS, die es mit Heckantrieb oder Allradantrieb ab knapp über 100.000 Euro gibt, folgt Mitte des Jahres.

Die Zahlen sprechen für sich, genau wie das Streben des italienischen Luxusautobauers nach Geschwindigkeit. Exakt 50 Jahre nach dem ersten Quattroporte, der mit 240 km/h die schnellste Serienlimousine seiner Zeit war, bietet Maserati das Fahrzeug jetzt wiederum mit einem Bestwert bei der Höchstgeschwindigkeit für Serienlimousinen an: 307 km/h soll das 5,26 Meter lange und mindestens 1900 Kilogramm schwere Luxusgefährt schnell fahren.

Turbolader hat Bums

Eine bessere Aerodynamik, mehr Leistung und ein gegenüber dem Vorgänger um rund 100 Kilogramm reduziertes Leergewicht helfen dabei, die Bestmarke zu erzielen. Zudem soll der Quattroporte V8 in 4,7 Sekunden von Null auf 100 km/h spurten. Das überarbeitete 3,8-Liter-V8-Zylinder-Triebwerk bringt es auf ein maximales Drehmoment von 650 Newtonmeter.

Dank der beiden Turbolader schiebt die heckgetriebene Sportlimousine vorwärts, dass es die Insassen heftig in die groß bemessenen und gut konturierten Sitze presst. Während der Motor leise grummelnd vor sich hin arbeitet, wenn man das Gaspedal nur halb durchdrückt, ändert sich sein Ton bei voller Leistungsabgabe vom schnurrenden Kätzchen zum grollenden Raubtier.

Eine Achtgang-Automatik von ZF bringt die Urgewalt auf die Straße. Der Pilot kann aber per Knopfdruck wählen, ob er im reinen Automatikmodus fahren oder manuell mittels der Schaltpaddel am Lenkrad die Gänge wechseln will.

Um 20 Zentimeter in die Länge gegangen

Das adaptive Aluminium-Fahrwerk ist zwar sportlich ausgelegt, bietet aber trotzdem einen für diese Fahrzeugklasse angemessenen Komfort. Bodenwellen werden weitestgehend absorbiert, solange der Fahrer nicht den Sportmodus für das Fahrwerk per Knopfdruck aktiviert. Aber selbst in der normalen Konfiguration zeigt der gegenüber dem Vorgänger um 20 Zentimeter in der Länge gewachsene Italiener seine fahrdynamischen Eigenschaften, wenn der Straßenverlauf hauptsächlich aus Kurven besteht.

Dank einer Gewichtsverteilung von 50 zu 50 liegt er wie ein Brett auf der Straße und meistert alle Kurvenradien stabil und neutral. Nur wer dem Hecktriebler im falschen Moment zu viel Kraft über das Gaspedal bekommt, erzwingt ein Ausbrechen des Hecks. Doch nur kurzfristig, da das ESP dann sofort eingreift und wieder für einen sicheren Fahrzustand sorgt.

Schnörkellose Karosserie

Wer glaubt, den angegebenen Durchschnittsverbrauch von 11,9 Litern pro 100 Kilometer erzielen zu können, wird enttäuscht. Trotz verhaltener Fahrweise über Landstraßen, Autobahn und Stadt genehmigte sich der von uns gefahrene Quattroporte im Schnitt über 19 Liter Super Plus pro 100 Kilometer. Und auch der CO2-Ausstoß von ohnehin schon hohen 287 g/km laut Werk wird in der Praxis nicht zu halten sein.

Neben einer deutlich verbesserten Fahrdynamik gegenüber dem Vorgängermodell darf sich der Kunde auch über eine gelungene, moderne und schnörkellose Karosserie freuen. Neue Scheinwerfer, eine neue Front mit riesigem Lufteinlass, das jetzt höhere Heck mit veränderten Rücklichtern und die gestreckte Karosserie gefallen auf Anhieb. Bei einem Radstand von 3,17 Metern bietet die Luxuslimousine auch ein üppiges Platzangebot im Innenraum, der von der edlen Materialauswahl dominiert wird.

Größere Kofferraum

Auch auf den hinteren Sitzen können selbst groß gewachsene Menschen entspannen, ohne sich die Beine zu stauchen. Zudem wuchs das Kofferraumvolumen dank der längeren Karosserie um rund 100 Liter auf 530 Liter. Als Manko in dieser Fahrzeugklasse müssen die nicht einmal gegen Aufpreis erhältlichen Assistenzsysteme angesehen werden. Weder Kollisionswarner, noch Spurhalteassistent bieten die Italiener an. Aber auch Kleinigkeiten wie ein Knopf, der dafür sorgt, dass der Kofferraum wieder selbsttätig schließt, fehlen einfach.

Der Maserati Quattroporte zielt auf die Kundschaft der Mercedes S-Klasse, des Audi A8, 7er BMW, Porsche Panamera und Jaguar XJ. Da er nicht gerade ein Billigangebot ist und es an Ausstattung mangelt, wird er es in Deutschland nicht leicht haben. Die Maserati-Fans wird das allerdings wohl nicht stören.

Quelle: mid
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