04.12.12

Straßenüberwachung

Big Brother auf sächsischen Autobahnen

In Sachsen werden sechs Kameras aufgestellt, die Autokennzeichen überwachen und gestohlene Autos schnell erfassen sollen. Doch im Testlauf ist den Beamten bisher kein Autodieb ins Netz gegangen.

Foto: ZB

Das System CatchKen erkennt die Kennzeichen vorbeifahrender Fahrzeuge und vergleicht sie mit einer Datenbank. Wird eine Übereinstimmung mit einem Kennzeichen der Datenbank ermittelt, erfolgt eine optische und akustische Alarmierung des Messbeamten, andernfalls werden die erfassten Daten gelöscht
Das System CatchKen erkennt die Kennzeichen vorbeifahrender Fahrzeuge und vergleicht sie mit einer Datenbank. Wird eine Übereinstimmung mit einem Kennzeichen der Datenbank ermittelt, erfolgt eine optische und akustische Alarmierung des Messbeamten, andernfalls werden die erfassten Daten gelöscht

Auf der Jagd nach Kriminellen kann die Polizei in Sachsen künftig vom Straßenrand aus per Kamera die Kennzeichen vorbeifahrender Autos erfassen. Steht ein Wagen auf der Fahndungsliste – etwa weil er gestohlen wurde – wird das von dem mobilen System namens CatchKen erkannt und gemeldet. Die Polizei kann das gesuchte Fahrzeug dann verfolgen und anhalten. Innenminister Markus Ulbig (CDU) stellte das sogenannte automatisierte Kennzeichenerkennungssystem vor: "Im Kampf gegen Autoschieber ist das ein weiterer Baustein."

Sechs Geräte hat die Polizei angeschafft und über das Straßennetz des Bundeslandes verteilt. Rund 150.000 Euro seien für das Projekt veranschlagt, heißt es in der Antwort auf eine Kleine Anfrage der Grünen-Fraktion im Landtag zu diesem Thema.

Autobesitzer müssen schnell handeln

Autodiebe sollen das vorrangige Ziel der Ermittler sein, die mit der auf einem Dreibein montierten Kamera und angeschlossenem Computer künftig ähnlich wie bei Geschwindigkeitskontrollen unterwegs sind. Die rechtmäßigen Besitzer der Fahrzeuge und auch die Polizei müssen allerdings schnell handeln. "Die Voraussetzung, dass ein Treffer angezeigt wird, ist, dass ein Auto als gestohlen gemeldet wurde", sagte der Minister.

Das heißt: Rauscht der Wagen an einer der Kameras vorbei, bevor er im Fahndungssystem registriert ist, passiert gar nichts. Denn nur bei einem Treffer wird das erfasste Bild gespeichert. Alle anderen Kennzeichen, so versichert Ulbig, vergisst das System gleich wieder.

In einer Testphase hatte die Polizei nach Angaben aus der Kleinen Anfrage insgesamt mehr als 18.000 Kennzeichen erfasst. Autodiebe gingen dabei allerdings nicht ins Netz, nur zwei Fahrer, die ihr Fahrzeug nicht versichert hatten – was immerhin auch eine Straftat darstellt.

Dichter Verkehr kein Hindernis

Generell beschränkt auf den Einsatz gegen Autodiebe sind die Systeme auch künftig nicht. "Es gibt keine Grenzen bezogen auf die Deliktarten", sagte Ulbig. Somit könnten auch andere Straftäter auf diese Weise selbst aus dem dichtesten Verkehr gezogen werden. Allerdings nur, wenn ihr Fahrzeug zur Fahndung ausgeschrieben ist.

Das Catch Ken System wurde mit der holländischen Polizei für die polizeitechnischen Zwecke von Kennzeichenlese-Verfahren bereits in den 90er-Jahren entwickelt.

Quelle: dpa/du
© Berliner Morgenpost 2013 - Alle Rechte vorbehalten
Die Favoriten unseres Homepage-Teams
Die Norwegerin Margaret Berger gilt als Favorit
17.05.13ESC 2013
Eurovision Song Contest - Stimmen Sie für Ihren Favoriten

Am Sonnabend tritt Cascada mit ihrem Dance-Song "Glorious" für Deutschland beim Eurovision Song Contest in Malmö an. Bei den Buchmachern stehen aber Dänemark und Norwegen ganz vorn. mehr...


Tod im Badeparadies: Ein 15-Jähriger starb in „Tropical Island“
18:28Badeunfall
15-Jähriger stirbt beim Baden im Freizeitparadies "Tropical Islands"

Im Freizeitbad "Tropical Islands" ist ein Jugendlicher leblos im Wasser gefunden worden. Der Junge wurde noch in eine Klinik gebracht. Doch alle Versuche, ihn wiederzubeleben, scheiterten. mehr...


Madleen Borngräber leidet an einer seltenen Krankheit
17:35Krebs-Gen wie Angelina Jolie
Warum sich eine Berliner Studentin die Brüste amputieren ließ

Madleen Borngräber (25) trägt das Krebs-Gen in sich. Deshalb ließ sie sich vorsorglich die Brüste entfernen. Genau wie Schauspielerin Angelina Jolie, die vor kurzem damit an die Öffentlichkeit ging. mehr...


Hoch hinaus: Breakdancer am Blücherplatz stimmen auf das Multi-Kulti-Fest ein
17:20Kreuzberg
Karneval der Kulturen 2013 in Berlin – Was Sie wissen müssen

Der Karneval der Kulturen hat mit dem obligatorischen Straßenfest am Blücherplatz begonnen. Höhepunkt ist wieder der große Umzug am Pfingstsonntag. Infos zum Fest und die Übersicht der Straßensperrun… mehr...

Leser-Kommentare Kommentare
Leserkommentare sind ausgeblendet.
Kommentare einblenden
Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen

Die Moderation der Kommentare liegt allein bei MORGENPOST ONLINE.
Allgemein gilt: Kritische Kommentare und Diskussionen sind willkommen, Beschimpfungen / Beleidigungen hingegen werden entfernt. Wie wir moderieren, erklären wir in der Netiquette.
blog comments powered by Disqus
 
Top-Thema
title
Start-ups in Berlin

Gründerzeit: Die Serie und das Blog der Berliner Morgenpost.

Video Nachrichten mehr
Der Futiklub Absolutely Ferguson
Zeit für Neues Beckham beendet seine aktive Fußballkarriere
Parlament Bundestag debattiert über Atommüllendlager
Cannes Emma Watson spielt Kriminelle in Coppolas Film
 
Top Bildershows mehr
Jeden Tag

Kopfnoten für Politiker, Manager und Prominente

Willkommen in Berlin

Hurra, ich bin da! Das sind Berlins süße Babys

Fotogalerie

Das sind die Berliner Bilder des Tages

Großeinsatz

Feuer in Berliner Autowaschanlage

 
In eigener Sache
Weitere Morgenpost Angebote