03.12.12

Allrad-Varianten

Jaguar fährt auf Schnee und Eis die Krallen aus

Bevor die Briten mit dem Roadster F-Type in ein ganz neues Segment vorstoßen, möbeln sie die bestehenden Modellreihen auf. Deshalb gibt es die Limousinen XF und XJ nun endlich auch mit Vierradantrieb.

Foto: Jaguar

Ab Februar bietet Jaguar für seine Modelle XF und XJ auch ein 4x4-System an. Die Preise für das Flaggschiff XJ 3.0 AWD beginnen bei 91.600 Euro.

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Ein Plus von 19 Prozent im ersten Halbjahr, und in den vergangen zwölf Monaten mehr Verkäufe als je zuvor in der jüngeren Firmengeschichte – Jaguar hat gerade einen Lauf. Und die Briten gehen nicht vom Gas.

Im Gegenteil: Im nächsten Sommer melden sie sich mit dem F-Type endlich wieder im Segment der zweisitzigen Sportwagen zurück und zwei, drei Jahre später gibt es ein neues Einstiegsmodell. Bis das soweit ist, bringen sie die anderen Baureihen auf Vordermann und schließen dabei endlich die wichtigsten Lücken in ihrem Portfolio.

Den Anfang hat vor ein paar Wochen der überfällige XF Sportbrake gemacht, der als ebenso eleganter wie sportlicher Kombi gegen Audi A6 Avant, BMW 5er Touring und das T-Modell der Mercedes E-Klasse antreten soll. Und jetzt folgt beim XJ endlich auch der Allradantrieb, dem sich ausgerechnet die Schwestermarke von Land Rover so lange verschlossen hat.

Sicher über Eis und Schnee

Wo die Raubkatze bislang auf Samtpfoten durch den Schnee stapfte und damit gelegentlich ins Rutschen kam, zeigen XJ und die XF Limousine dem Winter jetzt scharfen Krallen. Denn eine Lamellenkupplung im Mitteltunnel zweigt im Ernstfall so viel Kraft für die Vorderachse ab, dass der Jaguar sicher über Eis und Schnee fährt.

Wo andere Hersteller die Kraftverteilung festschreiben, ist sie bei den Briten völlig flexibel. Zum Anfahren gönnen sie den Vorderrädern noch zwei Prozent Antriebsleistung, damit man schneller vom Fleck kommt. Doch kurz jenseits der Schrittgeschwindigkeit werden XF und XJ auf trockenen Straßen zu ganz gewöhnlichen Hecktrieblern, die agil und handlich um die Kurven schwänzeln, ohne dass man die 120 Kilo Mehrgewicht ernsthaft spüren würde.

Erst wenn die Elektronik hinten Traktionsverluste registriert, schließt sich die Lamellenkupplung und spannt die Vorderräder mit ein – im Ernstfall mit bis zu 100 Prozent Antriebsleistung. Wer schon vorher weiß, dass es auf der Straße schmierig und schwierig wird, kann außerdem den "Winter"-Modus aktivieren und damit grundsätzlich ein Drittel seiner Kraft nach vorne schicken. Damit zeigt man dem Winter vollends die kalte Schulter und fährt fast so entspannt durch Eis und Schnee wie mit einem Land Rover.

Nur eine Motorvariante im Angebot

Einzige Motorvariante für die Allradler ist leider ein V6-Benziner. Der ist zwar neu und ist sehr spritzig – aber für Europa verbrennt er bei einem Dieselanteil weit jenseits von 80 Prozent den falschen Sprit. Doch weil die Absatzerwartungen für Amerika viel größer sind und sich der Allradantrieb mit den aktuellen Motoren nicht ohne sehr großen Entwicklungsaufwand umsetzen ließ, muss jetzt die ganze Welt erst einmal mit dem Kompressor-Triebwerk Vorlieb nehmen.

Es hat drei Liter Hubraum, kommt auf 340 PS und harmoniert sehr gut mit der famosen Achtgang-Automatik. Kultiviert und trotzdem kernig beschleunigen XF und XJ in 6,4 Sekunden auf Tempo 100 und schaffen locker das selbst gewählt Limit von 250 km/h. Nur sonderlich sparsam ist der Motor nicht: In Kombination mit dem Allradantrieb braucht er 9,8 Liter. Wer den Hecktriebler bestellt, ist eine halbe Sekunde früher auf Tempo 100 und braucht 0,4 Liter weniger.

Allradvariante kostet 3000 Euro

Zwar sind XF und XJ bislang auch ohne Allradantrieb durch den Winter gekommen, doch gibt einem die AWD-Plakette auf dem Heck ein beruhigendes Gefühl und die nötige Gelassenheit für die kalte Jahreszeit – fast so wie eine Versicherung, die man am Ende doch nicht braucht. Aber genau wie so eine Police gibt es auch den Allradantrieb nicht zum Nulltarif. Im Gegenteil: Beim mindestens 57.000 Euro teuren XF liegt der AWD-Aufschlag bei 3000 Euro und beim XJ 3.0 (ab 91.160 Euro) sind es sogar gut 4.500 Euro. Doch andererseits: Jeder Blechschaden wäre teurer.

Quelle: sp-x
Quelle: dapd
19.11.12 0:40 min.
In Zusammenarbeit mit dem chinesischen Automobilhersteller Chery will Jaguar eine Fabrik in der Nähe von Shanghai aufbauen. In dem Werk sollen auch Autos für den chinesischen Markt gefertigt werden.
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