26.11.12

Frust-Rangliste

Was die deutschen Autofahrer am meisten ärgert

Die Deutschen lieben es, Auto zu fahren. Wären da nicht die anderen Verkehrsteilnehmer. Eine Ärger-Hitliste ergab nun, dass sich die meisten über Drängler ärgern. Aber auch Banaleres löst Frust aus.

Foto: getty images

"Weg da, hier komme ich!“ Deutsche Autofahrer ärgern sich am meisten über Drängler. Das hat eine repräsentative Umfrage nun ergeben.
"Weg da, hier komme ich!" Deutsche Autofahrer ärgern sich am meisten über Drängler. Das hat eine repräsentative Umfrage nun ergeben.

Zeitdruck, Hektik und verstopfte Straßen. Vor allem der Berufsverkehr lässt so manchen Autofahrer regelmäßig aus der Haut fahren. Wenn dann der Hintermann zu dicht auffährt, kann es schnell gefährlich werden.

Die Unarten mancher Verkehrsteilnehmer sind aber nicht nur riskant, sondern meist sogar strafbar.

Ab wann spricht man von Drängeln?

Mit 86 Prozent führt laut einer Forsa-Umfrage im Auftrag von CosmosDirekt unter 1011 Autonutzern Drängeln die Liste der Verkehrsärgernisse an. Zu dichtes Auffahren wird als Nötigung gesehen und erhöht zudem das Unfallrisiko.

Doch ab wann spricht man von drängeln? Als Richtwert gilt: Ein sicherer Abstand zu einem Fahrzeug beträgt mindestens den halben Tachowert in Metern. Bei einer Geschwindigkeit von 80 km/h sind das mindestens 40 Meter.

Wird dieser Sicherheitsabstand missachtet, muss der Fahrer tief in seine Geldbörse greifen. Ungeduldige Autofahrer müssen derzeit mit bis zu 400 Euro Bußgeld, bis zu vier Punkten in Flensburg und im schlimmsten Fall mit bis zu drei Monaten Fahrverbot rechnen.

Abbiegen ohne Blinken großes Risiko für Auffahrunfälle

Drei Viertel der Befragten ärgern sich über ein Abbiegen ohne Blinken. Solch fahrlässige Aktionen irritieren nicht nur andere Verkehrsteilnehmer, sondern stellen auch ein massives Risiko für Auffahrunfälle dar. Beobachtet die Polizei ein Abbiegen ohne vorheriges Blinken, darf sie mindestens zehn Euro Bußgeld kassieren.

Rund 64 Prozent der Autofahrer nennen auch das Telefonieren während der Fahrt als Störfaktor. Dies ist jedoch nur mit Freisprechanlage erlaubt. Denn mit dem Telefon in der Hand steigt das Unfallrisiko massiv und die Aufmerksamkeit ist beeinträchtigt.

Wer abgelenkt ist, handelt grob fahrlässig

Wird man am Steuer mit einem Mobiltelefon erwischt, sind in der Regel 40 Euro Bußgeld fällig. Diese Regelung gilt, solange der Motor läuft – also auch bei Stau und beim Warten an einer roten Ampel.

Darüber hinaus gilt es zu beachten: Wer einen Unfall verursacht, weil er abgelenkt war, handelt grob fahrlässig. In diesem Fall kann der Kfz-Versicherer die Leistung in der Vollkasko-Versicherung kürzen.

Nervig empfinden die Deutschen – mit 53 Prozent mehr als die Hälfte der Befragten – zu langsames Fahren. Wer zu langsam fährt, kann die Nerven der anderen Verkehrsteilnehmer strapazieren.

Viele "Sonntagsfahrer" wissen jedoch nicht, dass grundloses Schleichen strafbar ist – bis zu 20 Euro kann die Polizei in einem solchen Fall kassieren. Fährt man nämlich ohne triftigen Grund halb so schnell wie erlaubt, behindert das den Verkehrsfluss.

Motorengeräusche als Lärmbelästigung

Beim Eiskratzen den Motor warm laufen zu lassen, ist für viele Autobesitzer eine Selbstverständlichkeit. Vergessen wird dabei jedoch oft, dass Anwohner Motorengeräusche als Lärmbelästigung empfinden können und dies darüber hinaus eine unnötige Umweltverschmutzung darstellt. Im schlimmsten Fall kann das zehn Euro Bußgeld nach sich ziehen.

Die neun häufigsten Verkehrsärgernisse

Das stört die deutschen Autofahrer am meisten:

1. Drängeln (86 Prozent)

Über Drängler ärgern sich die deutschen Autofahrer am meisten. Bei der Forsa-Umfrage führen die Drängler die Frust-Skala mit 86 Prozent an. Ganz ähnlich fiel kürzlich eine Umfrage der Zeitschrift "ADAC-Motorwelt" aus: Dort gaben 80 Prozent der Befragten an, dass sie sich bereits durch Drängler provoziert gefühlt haben.

2. Ohne Blinken abbiegen (74 Prozent)

Blinken scheint seit einigen Jahren aus der Mode gekommen zu sein. Egal, ob Spurwechsel, Abbiegen, Ausparken oder Überholen – viele Autofahrer scheinen der Auffassung zu sein, dass die anderen Verkehrsteilnehmer raten sollen, was der Vordermann gerade für ein Manöver plant. Mit 74 Prozent liegt das Nichtblinken damit auf Rang zwei der Ärger-Liste.

3. Telefonieren am Steuer (64 Prozent)

Hände weg vom Handy! Mobiltelefone dürfen während der Fahrt nicht in die Hand genommen werden. Rechtlich beginnt eine Fahrt mit dem Starten des Motors. Das Verbot umschließt auch das Wegdrücken eines Anrufs. Wer es trotzdem macht, muss mit einem Bußgeld von 40 Euro und einem Punkt in der Flensburger Verkehrssünderkartei rechnen. SMS schreiben und Mails checken ist ebenfalls rechtswidrig.

4. Schleichen (53 Prozent)

Eine generelle Regel der Straßenverkehrs-Ordnung (StVO) besagt: Ohne triftigen Grund darf man nicht so langsam fahren, dass man den Verkehrsfluss behindert. Wer also auf der linken Spur der Autobahn unangemessen dahin schleicht und Überholmanöver behindert, kann sogar wegen Nötigung belangt werden. Wer beispielsweise nur Tempo 50 statt erlaubter Tempo 100 auf einer Landstraße fährt, macht sich der Verkehrsbehinderung schuldig. Als mögliche Folge droht ein Bußgeld von 20 Euro.

5. Motor laufen lassen (41 Prozent)

Wer sein vereistes Auto im Stand warmlaufen lässt, begeht eine Ordnungswidrigkeit. Besser ist es daher, zunächst die zugefrorenen Scheiben freizukratzen und erst danach den Motor zu starten. Abgesehen von drohenden Bußgeldern sprechen auch noch andere Gründe gegen das Warmlaufenlassen: Die Umwelt wird belastet, das Motorengeräusch nervt die Anwohner und der Motor wird unnötig strapaziert, ohne dass er tatsächlich auf Betriebstemperatur kommt.

6. Laut Musik hören (23 Prozent)

Musik im Auto kann Spaß machen, zumindest für die im Cockpit. Andere Verkehrsteilnehmer scheinen sich von der Fremd-Beschallung jedoch oft gestört zu fühlen. Auch hier gibt es Regeln: Die Musik darf nicht so laut sein, dass die Umgebungsgeräusche völlig überdeckt werden. Eine Beeinträchtigung liegt spätestens dann vor, wenn der Fahrer ein Martinshorn überhört und den Einsatzwagen behindert, egal, ob die laute Musik aus der Anlage kommt oder Kopfhörer benutzt werden. In diesem Fall begeht der Fahrer eine Ordnungswidrigkeit, die mit einem Bußgeld von 20 Euro bestraft wird.

7. Lichthupe (29 Prozent)

Der Einsatz der Lichthupe im Straßenverkehr ist laut Straßenverkehrsordnung gestattet – um andere Verkehrsteilnehmer zu warnen; allerdings nur, wenn diese in einem unmittelbaren Zusammenhang mit der Verkehrssicherheit steht. Mit der Lichthupe langsamere Fahrer von der Überholspur zu verscheuchen, ist jedoch nicht erlaubt.

8. Hupen (27 Prozent)

Die Hupe gehört schon seit den Anfängen des Automobils zum Straßenverkehr. Sie ist vorgeschriebener Bestandteil des Fahrzeugs und dient der Warnung bei Gefahrensituationen. Auch wenn man zu gerne hupen würde, wenn man einen Freund oder eine Freundin am Straßenrand sieht: In diesem Fall darf man nicht hupen. Bei fehlerhaftem Gebrauch kann die Polizei ein Bußgeld von zehn Euro verhängen.

9. Ellenbogen aus dem Fenster hängen (7 Prozent)

Sonnenbrille auf, Autofenster runter, Arm raus. Was einige als Lässigkeit ansehen, löst bei anderen Verkehrsteilnehmer Aggressionen aus. Bei der Forst-Umfrage gaben sieben Prozent der Befragten an, dass sie sich von Ellenbogen, die aus dem Fenster hängen gestört fühlen. Ein Verstoß gegen die Straßenverkehrsordnung liegt jedoch nicht vor.

Quelle: DW/dj
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