22.11.12

Gebrauchtwagen-Check

Der Toyota RAV4 ist ein fast perfektes Auto

Japanische Wagen gelten als etwas langweilig, aber unkaputtbar. Der Toyota RAV4 ist keine Ausnahme – der TÜV findet an dem Kompakt-SUV kaum etwas zu bemängeln. Billig ist das Modell aber nicht.

Von Holger Holzer
Foto: Toyota

1994 stellte Toyota das Modell vor, seit 2006 läuft die dritte Generation vom Band. Der RAV4 war einer der ersten kompakten SUV.

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Den RAV4 hat Toyota im Jahr 1994 erstmals vorgestellt. Damit gehört der kleine Geländewagen zu den Autos, die die Klasse der kompakten SUV einstmals begründeten. Vor sechs Jahren kam die dritte RAV4-Generation mit dem internen Code XA3 auf den Markt. Sie zeigt, dass der Reifeprozess dem Wagen gut getan hat. War er schon zu Anfang sehr solide, so ist die Qualität inzwischen fast perfekt.

Karosserie und Innenraum: Exakt 4,37 Meter der ist der aktuelle Toyota RAV4 lang, das ist etwa die Mitte zwischen VW Golf und Passat. Vier Personen haben ausreichend Platz, auch wenn man im Fond etwas zu tief sitzt. Der Mittelplatz hinten taugt zumindest für Kinder.

Eine Tür statt einer Heckklappe

Stehen alle Sitze aufrecht, dann fasst der Kofferraum 450 Liter. Legt man alles um, was sich umklappen lässt, dann steigt die Kapazität auf sehr großzügige 1752 Liter – deutlich mehr als bei den Konkurrenten VW Tiguan, Ford Kuga oder Hyundai ix35.

Allerdings gibt es am Heck keine Klappe, sondern eine seitlich öffnende Tür. In engen Parklücken kann das unpraktisch sein. Mit dem Innenraum ist es so wie bei vielen japanischen Autos. Er gewinnt zwar keinen Schönheitspreis, aber die Bedienbarkeit lässt keine Wünsche offen.

Alle Motoren gelten als langlebig

Motor: Die Zahl der Antriebsvarianten ist übersichtlich. Einziger Benziner ist ein Zwei-Liter-Motor mit zunächst 152 PS. 2009 wurde er überarbeitet und hat seitdem sechs PS mehr. Allerdings ist er recht durstig. Sparsamer und gleichzeitig durchzugsstärker sind die Diesel mit 2,2 Liter Hubraum. Zu Anfang hatten sie 136 und 177 PS, bei der Überarbeitung 2009 wurde der schwächere auf 150 PS gebracht.

Für die Kraftübertragung standen je nach Triebwerk eine Sechsgang-Handschaltung, eine stufenlose Automatik und eine Sechsstufenautomatik zur Wahl. Bis 2009 hatten alle Modelle Allradantrieb an Bord, danach gab es zunächst den Benziner, später auch den kleinen Diesel mit reinem Frontantrieb.

Wer Frontantrieb wählt, spart

Wer nicht gerade im Gebirge wohnt und keine ausgeprägten Ausflüge ins Gelände plant, der wird den 4x4-Antrieb nicht vermissen und kann durch die Wahl eines gebrauchten Fronttrieblers einige Hundert-Euro-Scheine sparen.

In Sachen Haltbarkeit und Zuverlässigkeit gibt es keine spezielle Empfehlung. Alles Motoren und Antriebsvarianten gelten als problemlos und sehr solide.

Der RAV4 denkt mit beim Lenken

Ausstattung und Sicherheit: Highlight im Toyota des RAV4 ist seine moderne Fahrdynamikregelung. Auf Basis des Schleuderschutzes ESP unterstützt das "Intelligent Active Drive" genannte System den Fahrer in kritischen Situationen aktiv, indem das Lenkrad eine kurze Bewegung in die richtige Richtung macht und das Lenken in die falsche Richtung erschwert.

Darüber hinaus gibt es bis zu sieben Airbags, eine Berganfahrhilfe und eine optionale Bergabfahrhilfe. Beim EuroNCAP-Crashtest reichte es allerdings 2006 nur für vier Sterne.

Alles Wesentliche war Serie

Die Komfort-Ausstattung kann sich ebenfalls sehen lassen. Bereits die Basisversionen haben die meisten Dinge an Bord, die sich ein Käufer wünscht, etwa Klimaanlage, CD-Radio und eine verschiebbare Rücksitzbank. Als Extra verfügbar, aber selten zu finden sind Ledersitze, Rückfahrkamera und Navigationssystem.

Qualität: Der TÜV bemängelt selten etwas am RAV4. Fahrwerk und Lenkung sind weit besser als der Klassendurchschnitt, für Bremsen und Auspuffanlage gilt das gleiche. Auch für Rost ist er nicht anfällig .

Ersatzteile sind teuer

Wenn allerdings doch einmal etwas kaputt geht, müssen Besitzer mit relativ hohen Ersatzteilpreisen rechnen. Vor diesem Hintergrund lohnt sich bei der Probefahrt die Kontrolle der Kupplung – vor allem bei Fahrzeugen, die oft mit Anhänger unterwegs waren. Bei Autos mit vielen Geländeeinsätzen, sollte man Achsgelenke und Unterboden genau unter die Lupe nehmen.

Fazit: Der RAV4 erfüllt das, was man bei gebrauchten Toyota erwartet: Er ist extrem zuverlässig. Wenn der Vorbesitzer nicht gerade Förster war oder ständig schwere Anhänger gezogen hat, dann kann man fast bedenkenlos zugreifen. Billig ist der Einstieg allerdings nicht, mindestens 13.000 Euro muss man rechnen. Denn dass der RAV4 gebraucht ein guter Kauf ist – das hat sich herumgesprochen.

Quelle: sp-x
Foto: dpa

Der Verkehrsclub Deutschland sieht im VW Eco Up das umweltschonendste Auto, das momentan in Deutschland angeboten wird. VWs Kleinstwagen fährt mit Erdgas und stößt lediglich 79 Gramm CO 2 je Kilometer aus.

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