21.11.2012, 15:46

Ratgeber Was zu beachten ist, wenn Sie Ihr Auto verleihen

Foto: Visage / Getty Images

„Kann ich mal dein Auto haben?“ Einem Freund das eigene Auto zu leihen, kann bei einem Unfall die Freundschaft schnell beenden. Besser, man klärt im Vorfeld einige wichtige Details.

Umzug, Familienausflug oder Spritztour – Gründe, das eigene Auto an Familienangehörige oder Freunde zu verleihen, gibt es viele. "Es wird schon nichts passieren", lautet dabei häufig das Motto. Sind die weiteren Fahrer jedoch im Kfz-Versicherungsvertrag nicht eingetragen, kann es im Schadenfall schnell teuer werden. CosmosDirekt zeigt, was Autofahrer beachten müssen, wenn sie das eigene Fahrzeug verleihen.

"Kann ich mal dein Auto haben?" Für die meisten deutschen Autofahrer (83 Prozent) ist es kein Problem, auch den Partner, Verwandte oder enge Freunde mit dem eigenen Wagen fahren zu lassen. Jeder zehnte Fahrer (11 Prozent) gibt das Steuer gar nicht aus der Hand. Das ergab eine aktuelle forsa-Umfrage unter 1011 Autonutzern im Auftrag von CosmosDirekt.

Alle Nutzer in den Versicherungsvertrag aufnehmen

Generell empfiehlt es sich, alle Personen in den Kfz-Versicherungsvertrag aufzunehmen, die mit dem Wagen unterwegs sind. "Bereits beim Abschluss einer Autoversicherung sollte man daher überlegen, wer das Auto künftig nutzt. Hier kann zwischen verschiedenen Versicherungsvarianten gewählt werden", sagt Roman Wagner, Kfz-Experte bei CosmosDirekt.

Bei der Ermittlung des zu zahlenden Betrags spielt oft das Alter des jüngsten Fahrzeugnutzers eine Rolle. So fallen meist für Fahranfänger zwischen 18 und 24 Jahren höhere Beiträge an als für erfahrene Autofahrer.

Nachzahlung statt Vergünstigung

Ist im Kfz-Vertrag angegeben, dass das versicherte Fahrzeug ausschließlich von einer bestimmten Person genutzt wird, profitiert der Versicherungsnehmer von günstigeren Kfz-Beiträgen. Wird das Auto dann aber an jemand anderes verliehen, kann das teuer werden.

Bei einem Unfall zahlt die Kfz-Haftpflicht zwar die Schäden, die einem Dritten entstanden sind. Der Versicherte muss jedoch im Anschluss die Beiträge nachzahlen, die er auf Grund der vertraglichen Vereinbarungen zuvor gespart hat.

Zudem hat der Kfz-Versicherer die Möglichkeit, eine Vertragsstrafe zu erheben. Dies kann ein kompletter Jahresbeitrag sein. "Wer bei seiner Versicherung angibt, dass beliebige Fahrer das Auto nutzen dürfen, ist in jedem Fall auf der sicheren Seite", sagt Versicherungsexperte Wagner.

Höherer Vollkasko-Beitrag nach einem Unfall

Verursacht ein nicht-eingetragener Fahrer mit einem geliehenen Auto einen Unfall, kommt die Vollkaskoversicherung für die Schäden am Fahrzeug auf – abzüglich einer gegebenenfalls vereinbarten Selbstbeteiligung. Im Anschluss wird der Kfz-Versicherungsvertrag in eine niedrigere Schadenfreiheitsklasse zurückgestuft.

Der Versicherungsnehmer muss somit künftig einen höheren Vollkasko-Beitrag zahlen. "Problematisch wird es, wenn für das Auto gar kein Vollkasko-Schutz besteht", sagt Kfz-Experte Wagner. "Ein Unfall kann dann zur echten Belastungsprobe für die Freundschaft werden. Denn auch die Privat-Haftpflichtversicherung greift in diesem Fall nicht."

(DW)
Di, 14.08.2012, 19.04 Uhr

Karosserien sind vor allem auf Frontalunfälle ausgelegt. Über ein Viertel aller Unfälle verlaufen jedoch anders. Ein Versicherungsinstitut in den USA hat deshalb einen neuen Crash-Test entwickelt.

Video: dapd
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