19.11.12

Tragödie auf der A5

Warum Autos auf die falsche Bahn geraten

Purer Leichtsinn, Orientierungsschwäche, Alkohol, Drogen oder Suizidabsichten können Ursachen von Geisterfahrer-Kollisionen sein. Der Falschfahrer auf der Autobahn A5 bleibt der Polizei mysteriös.

Foto: dpa

Wenn das Verkehrszeichen „Verbot der Einfahrt“ missachtet wird, kann das katastrophale Folgen haben
Wenn das Verkehrszeichen "Verbot der Einfahrt" missachtet wird, kann das katastrophale Folgen haben

Einen Tag nach dem Unfall eines Geisterfahrers mit sechs Toten konzentriert sich die Polizei auf das Umfeld des Unfallverursachers. Die Untersuchungen am Unfallort seien abgeschlossen, sagte ein Sprecher der Polizei.

Nun gehe es darum zu klären, warum der 20-Jährige auf der Autobahn in der falschen Richtung unterwegs war. Um dies herauszufinden, werde das Leben des Mannes durchleuchtet. Daraus könnten dann Rückschlüsse auf ein mögliches Motiv, etwa bei einem Suizid, gezogen werden. Zudem werde nach Drogen- und Alkoholkonsum gefragt. "Es ist ein Puzzle, das wir zusammensetzen müssen", sagte der Polizeisprecher. Es müsse mit langwierigen Ermittlungen gerechnet werden.

Der 20-Jährige aus dem badischen Ortenaukreis war am frühen Sonntagmorgen auf der Autobahn 5 bei Offenburg in entgegengesetzter Richtung unterwegs. Er verursachte einen schweren Unfall, bei dem er und fünf weitere Menschen getötet wurden. Bei Folgeunfällen wurden Menschen verletzt, darunter eine 37-Jährige, die Erste Hilfe leisten wollte.

Purer Leichtsinn häufiger Grund

Bundesweit gab es in den vergangenen Wochen immer wieder Geisterfahrer-Kollisionen mit mehreren Toten. So starben allein im Oktober mindestens 13 Menschen durch Falschfahrer. Fünf Tote gab es vor vier Wochen, als ein 24-jähriger Selbstmörder auf der A46 im Sauerland in ein Auto mit vier Insassen raste.

Purer Leichtsinn ist nach einer Einschätzung des Auto- und Reiseclubs Deutschland (ARCD) ein häufiger Grund, warum Autofahrer zu Geisterfahrern werden. "In den meisten Fällen wenden sie oder setzen zurück, wenn sie eine Ausfahrt verpasst haben", sagt ARCD-Sprecher Joseph Harrer.

Dass Autofahrer aus Versehen die falsche Auffahrt nehmen und so zum Geisterfahrer werden, sei eher die Ausnahme. In der Regel sind Fahrer laut Harrer in so einem Fall orientierungslos, entweder weil sie gestresst sind oder unter dem Einfluss von Alkohol, Drogen oder Medikamenten stehen. Auch schlechte Sicht könne eine Rolle spielen. Oder es stecken Selbstmordabsichten dahinter.

Quote von 0,3 Prozent

Bundesweit gab es in den vergangenen Wochen immer wieder Geisterfahrer-Kollisionen mit mehreren Toten. Zuletzt hatte am frühen Sonntagmorgen ein 20-Jähriger aus dem badischen Ortenaukreis auf der Autobahn 5 bei Offenburg als Falschfahrer einen schweren Unfall verursacht, bei dem er und fünf weitere Menschen getötet wurden.

Dem ARCD zufolge stammt die aktuellste Statistik zum Thema Falschfahrer von der Bundesanstalt für Straßenwesen (BAST). Sie wurde für sechs Bundesländer erhoben und 2006 veröffentlicht. "Demnach waren Geisterfahrer an 0,3 Prozent der Unfälle mit Personenschaden auf Autobahnen beteiligt", sagt Harrer.

Kein Warndreieck aufstellen

Sobald Autofahrer bemerken, dass sie in der falschen Richtung unterwegs sind, heißt es: Das Auto weit am Rand abstellen und dabei keinesfalls noch einmal die Fahrbahn queren, rät Harrer. Weil in den meisten Fällen Gefahr für Leib und Leben bestehe, sollten Betroffene darauf verzichten, ein Warndreieck aufzustellen. "Besser sie bringen sich sofort in Sicherheit", so der ARCD-Sprecher. "Meistens bietet der Bereich zwischen den Leitplanken auf dem mittleren Grünstreifen den besten Schutz."

Sobald andere Autofahrer von einem Geisterfahrer über den Verkehrsfunk erfahren, sollten sie sich den Automobilklubs ADAC und Auto Club Europa (ACE) zufolge rechts halten und das Tempo drosseln, um auf den Seitenstreifen ausweichen zu können. "Wer die Möglichkeit hat, auf einen Parkplatz zu fahren, geht den sichersten Weg", sagt ADAC-Sprecher Jürgen Grieving.

Quelle: du/dpa
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