17.11.12

Opel im Check

Das Spiel in der Lenkung beim gebrauchten Corsa

Die dritte Generation des Kleinwagens wurde zwischen 2000 und 2006 gebaut. Heute ist sie für 2000 Euro zu haben und ein empfehlenswerter Kauf, besonders für die Stadt. Wenn die Lenkung funktioniert.

Von Fabian Hoberg
Foto: Opel

Von 2000 bis 2006 wurde der Opel Corsa der dritten Generation gebaut. Gebraucht ist er heute günstig zu haben.

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Opel hat so einiges hinter sich. Jahrzehntelang war die Marke bekannt für ihre Zuverlässigkeit. Dann kamen die Jahre der Schwäche, inzwischen ist die Qualität wieder besser geworden.

Der Corsa hat all die Phasen durchgemacht. Und auch wenn er mit VW Polo und Ford Fiesta starke Konkurrenten hatte, der Corsa war in Zeiten schwacher Absätze eines der Autos, für die Opel immer noch Käufer finden konnte.

Als Gebrauchte sind Fahrzeuge der dritten Generation des Kleinwagens inzwischen billig im Angebot. Wer auf einige neuralgische Punkte achtet, kann für sein Geld einen guten Gegenwert bekommen.

Der Fünftürer ist erste Wahl

Karosserie: Opel hat das Kleinwagensegment nicht erfunden, de facto war man sogar ziemlich spät dran, als man Anfang der Achtziger den ersten Corsa präsentierte. Doch seitdem hat das Modell die Kategorie maßgeblich mitgeprägt. 1993 folgte die zweite Corsa-Generation und 2000 die dritte.

Der Corsa C genannte Rüsselsheimer des frühen 21. Jahrhunderts misst 3,83 Meter in der Länge und 1,64 Meter in der Breite. Mit diesen Abmessungen ist er für die Stadt ideal, kurze Überhänge und gute Rundumsicht machen das Einparken zum Kinderspiel.

Den Corsa gab es als Dreitürer wie auch als Fünftürer, letzterer ist etwas praktischer. Und selbst dann, wenn man die Türen nie öffnet. Denn die Vordertüren des Fünftürers sind kürzer, so kann man in engen Parklücken besser aussteigen.

Flott unterwegs dank wenig Gewicht

Antrieb: Mager ausgestattet bleibt der Corsa unter 950 Kilogramm, selbst mit großem Motor und vielen Extras kommt er nicht über 1,2 Tonnen. Auch mit vergleichsweise wenig PS ist der Corsa daher nicht notwendigerweise eine lahme Ente.

Das muss dazu gesagt werden, weil die Motorisierungen, die Opel für den Corsa C anbot, nach heutigen Maßstäben nicht übermäßig potent klingen: Die Basis stellte zum Produktionsstart ein Ein-Liter-Dreizylinder mit 58 PS, darüber rangierten ein 1,2-Liter-Vierzylinder mit 75 PS und ein 1,4-Liter mit 90 PS.

2001 kam noch ein 1,8-Liter-Benziner mit 125 PS hinzu, zwei Jahre später erhielten die kleineren Motoren etwas mehr Leistung bei weniger Kraftstoffverbrauch. Deshalb sind Autos ab Baujahr 2003 bei der Suche erste Wahl.

Ein Dreizylinder hilft sparen

Auch wenn der Basis-Dreizylinder mager erscheint, er ist keine schlechte Option: Der Spritverbrauch geht mit etwa 5,5 Liter im Mix in Ordnung und die Kosten für Versicherung und Steuer halten sich im Rahmen. An den etwas kernigen Lauf gewöhnt man sich schnell.

Die Diesel mit 1,3 Liter oder 1,7 Liter Hubraum mit einer Leistung zwischen 70 PS und 101 PS sind nur für Vielfahrer zu empfehlen: Sie sind zwar sparsam, laufen aber rau und sind träge, was vor allem in der Stadt wenig komfortabel ist.

Vereinzelt findet man auch Gebrauchtwagen mit dem automatischen Schaltgetriebe "Easytronic", das sich aber lange Schaltpausen nimmt – so etwas braucht einen geduldigen Fahrer.

Das Basismodell war karg ausgestattet

Ausstattung und Sicherheit: Beim EuroNCAP-Crashtest holte der Corsa 2002 nach den damaligen Maßstäben vier von fünf Sternen.

Die Basisausstattung war recht karg, so dass Interessenten besser nach einer höherwertigen Variante oder einem Sondermodell suchen sollten – solche Autos können zum Beispiel Cosmo, Comfort, Cool, Eco, Edition, Elegance, Enjoy, Fresh, GSi, Njoy oder Selection heißen.

Modelle wie diese sind oft schon mit Radio oder gar Klimaanlage ausgestattet. Praktisch sind auf jeden Fall fünf Türen und eine asymmetrisch teilbare Rückenlehne. 2003 kam die erste Modellpflege, zu erkennen an geänderten Stoßfängern, Scheinwerfern und Kühlergrill.

Lenkung und Antriebswellen machen Probleme

Die Qualität: Die ältesten Corsa C sind inzwischen zwölf Jahre alt, in diesem Alter haben Autos ihre Gebrechen. Beim kleinen Opel sind das unter anderem ausgeschlagene Antriebswellen, Spiel in der Lenkung und Mängel an der Feststellbremse.

Auch fallen laut TÜV-Mängelreport immer wieder Fahrzeuge mit defekten Rückleuchten auf, mit undichtem Auspuffsystem oder einer undichten Kraftstoffleitung – und zwar deutlich häufiger als beim Durchschnitt.

Bei einer Probefahrt sollte man deshalb auf einen guten Geradeauslauf achten, darauf, dass eine Bewegung des Lenkrads auch bei den Rädern ankommt – und darauf, ob unter dem Corsa Flecken auf dem Parkplatz sind.

Ist die Lenkung komplett ohne Gefühl oder verlangt zu große Kräfte, kann auch die Elektrik defekt sein, was teure Folgen nach sich zieht.

Rost ist beim Corsa kaum ein Thema

Ein mieser Trick von Schummlern ist es übrigens, den Luftdruck der Vorderräder auf über drei bar zu erhöhen, dann fühlt sich auch eine schwergängige Lenkung leichter an. Allerdings sinkt dann auch der Federungskomfort, daran kann man die Manipulation erkennen.

Probleme bereitet außerdem manchmal die elektrische Zentralverriegelung. Mit Rost hat der Corsa C dagegen wenig bis gar keine Probleme – erstaunlich, wenn man das Alter der Autos bedenkt.

2000 Euro beträgt der Einsatz

Fazit: Wer günstig fahren will, der kann einen Opel Corsa C in die engere Wahl ziehen, vor allem dann, wenn hauptsächlich Stadtverkehr ansteht. Erste Wahl sind Fünftürer mit kleinem Benziner und ohne Probleme an Vorderachse und Lenkung.

Einen gepflegten Wagen mit frischem TÜV kann man mit etwas Glück für rund 2000 Euro finden. Der Nachfolger, der ab 2006 gebaut wurde, kann nicht viel mehr als das C-Modell und ist nicht viel besser.

Quelle: DWTV
19.09.12 4:22 min.
Auch Opel hat ein SUV im Programm, den Antara. Mit seinem neuen 2,2 Liter Diesel-Motor mit 120 kW besitzt der Antara genügend Kraft, um mit viel Ballast fertig zu werden.
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