10.11.12

Volkswagen

Die Rivalen. Mit aller Macht gegen den neuen Golf VII

Der Verkauf des VW-Bestsellers beginnt. 40.000 Vorbestellungen sind eingegangen. Aber es gibt auch Alternativen in der kompakten Klasse. Opel, Ford und Kia wollen es mit dem Platzhirsch aufnehmen.

Von Thomas Geiger
Foto: Daimler

Die neue Mercedes A-Klasse hat einen Vorsprung von zwei Monaten. Sie kam bereits im September in den Handel. An die Verkaufszahlen...

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Jetzt ist es endlich soweit. Die Händler dürfen die Tücher vom neuen Golf VII ziehen und die neue Generation des Kompakten zum unveränderten Grundpreis von 16.975 Euro vorzeigen. Es gibt bereits nach VW-Angaben über 40.000 Vorbestellungen.

Mit dem Modell hat der Konzern etwas geschafft, was es in keinem anderen Fahrzeugsegment gibt: Die Klasse der kompakten Schrägheck-Wagen zwischen vier und viereinhalb Metern Länge wird gemeinhin nach dem Wolfsburger Modell als Golf-Klasse bezeichnet.

Da bleibt den Mitbewerbern nur die Rolle der Verfolger, die sich anstrengen müssen, Käufern eine Alternative zum Platzhirsch zu bieten. Den Kunden kann das nur recht sein. Denn in keinem anderen Fahrzeugsegment ist die Auswahl so groß wie in der kompakten Klasse.

Octavia kommt auch aus dem VW-Konzern

Dabei können selbst diejenigen über Alternativen nachdenken, die eigentlich genau den neuen Golf haben möchten. Denn schon im Sommer hat Seat den neuen Leon präsentiert, der auf der gleichen Plattform basiert wie die neue Golf-Generation. Auch sonst sind sich beide technisch sehr ähnlich, bei 15.590 Euro startet das spanische Modell. Wer einen Neuwagen aus dem Volkswagen-Konzern möchte, aber mit einem Modell leben kann, das schon einige Jahre gebaut wird, der kann auch einen Skoda Octavia ins Auge fassen.

Der teilt sich das Grundlayout mit dem Vorgänger des jetzt vorgestellten Golfs, bei 15.690 Euro beginnen die Preise. Dazu drängt auch Skodas neue Kompaktlimousine Rapid auf den Markt, kleiner als der Octavia, aber nur rund 14.000 Euro teuer.

Traditionell kommen die beiden wichtigsten Konkurrenten für den Golf aus Köln sowie aus Rüsselsheim. Bei Opel hat man sich zum Start des Wolfsburgers mächtig ins Zeug gelegt, um Argumente für den gerade facegelifteten Astra zu liefern. So prunkt das Modell der Hessen nun mit mehr Chrom, es gibt Assistenten wie Kollisionswarner oder eine verbesserte Verkehrszeichenerkennung und einen bärenstarken Diesel mit 195 PS.

Astra ist billiger, Focus auf Golf-Niveau

Und, kein ganz schlechtes Argument: Beim Basispreis liegt der Astra unter dem Golf, bei 14.990 Euro beginnt das Angebot. Auch Ford hat in diesem Jahr beim Focus nachgelegt: Benzinsparer lockt man nun mit einem Dreizylinder mit 100 oder 125 PS, Schnellfahrer werden sich über die ST-Variante mit 250 PS freuen. Beim Preis liegt Ford auf Golf-Niveau: 16.950 Euro kostet der Einstieg.

Doch nicht nur die deutschen Hersteller liefern Alternativen zum Golf. Aus Frankreich etwa kommen Peugeot 308, Citroën C4 und Renault Mégane, zu Preisen von 17.200, 16.190 sowie 15.990 Euro. Und Toyota hat auf dem Pariser Autosalon die brandneue Auris-Generation vorgestellt. Im Januar 2013 soll der japanische Rivale auf den Markt kommen, zu Preisen, die ausstattungsbereinigt etwa auf Golf-Niveau liegen.

Viel Lob für den Ceed

Was für VW der Diesel ist für Toyota allerdings der Hybrid: Vom Start weg wird es den Auris mit diesem sparsamen Antrieb geben, mit knapp 23.000 Euro sogar günstiger als der billigste Selbstzünder im Auris.

Mazdas Hoffnungsträger im Segment ist die Neuauflage des Mazda3, die man ebenfalls im kommenden Jahr auf den Markt bringen will. Honda baut auf den Civic, der im vergangenen Jahr vorgestellt wurde und ab 16.950 Euro zu haben ist. Und die Koreaner Kia und Hyundai haben für ihre Schwestermodelle Cee'd und i30 viel Lob eingeheimst.

Neben dem flotten Design konnten die beiden Geschwister mit Zuverlässigkeit und knackigen Fahrwerken punkten. Für 14.490 beziehungsweise 15.990 Euro sind die beiden Modelle im Angebot. Und vor allem als Konkurrenz zum Astra versteht sich ein weiterer Koreaner, der mit einem amerikanischen Markennamen unterwegs ist: Der Chevrolet Cruze teilt sich mit dem Opel nämlich die Plattform. Mindestens 14.990 Euro muss man für ihn anlegen.

Premium kann auch kompakt sein

Einer der wesentlichen Erfolgsfaktoren des Golfs war und ist, dass es VW mit ihm gelungen ist, einen Wagen zu schaffen, der sich flexibel dem Status seines Besitzers anpasst. Golf fährt man nicht notwendigerweise deshalb, weil man sich kein größeres Fahrzeug leisten kann, sondern deshalb, weil er die an ihn gestellten Ansprüche erfüllt. Das gilt inzwischen für die gesamte Fahrzeugklasse: "Weltweit ist die Kompaktklasse eines der wachstumsstärksten Segmente", fasst Daimler-Chef Dieter Zetsche die Prognosen für die nächsten Jahre zusammen.

Das liegt nicht zuletzt daran, dass es in den Städten immer enger und voller wird und dass auch kompakte Wagen inzwischen Motorleistungen, Fahrwerke und Komfort-Ausstattungen bieten, die kaum noch Wünsche offen lassen. Seit einiger Zeit drängen deshalb auch die Premiumhersteller massiv in die kompakte Klasse, auch hier finden sich Angebote in Hülle und Fülle.

So hat Mercedes jüngst das Image der A-Klasse gewandelt. Waren die ersten beiden Generationen des Wagens noch recht biedere Fahrzeuge mit hohem Dach, so ist die neue ein coupéhafter Kompaktsportler geworden. Knapp 24.000 Euro kostet der Einstieg in den kleinsten Wagen mit Stern im Kühlergrill. Im ersten Quartal 2013 wird die AMG-Version der A-Klasse erwartet, die rund 350 PS auf die Straße bringen soll. In ähnlichen Dimensionen ist auch die M-Version von BMWs 1er unterwegs, der seit kurzem auch als Dreitürer erhältlich ist.

Lancia Delta für Individualisten

Bei 21.900 Euro beginnen die Preise – dann allerdings liefert der 1er nur 102 PS. Aber auch der Volkswagen-Konzern hat Premium im Angebot: Der neue Audi A3 war im Sommer der erste Wagen, der auf der Plattform basierte, auf der auch Golf und Seat Leon aufgebaut sind. Allerdings liefert die Ingolstädter Variante von allem ein Löffelchen mehr als die Konzerngeschwister, punktet etwa mit den ersten Voll-LED-Scheinwerfern in der kompakten Klasse. 22.500 Euro muss man für den Audi mindestens anlegen.

Doch auch damit ist die Liste der Golf-Konkurrenten noch längst nicht vollständig. Individualisten können etwa über einen Lancia Delta nachdenken, den es für 21.350 Euro gibt. Alfa Romeos Giulietta punktet mit einem Preis von 18.950 Euro.

Volvo hat in diesem Jahr den kompakten V40 vorgestellt und möchte für den Wagen mindestens 24.680 Euro haben. Peugeot hat den 308 im Programm, und Citroën bietet mit dem DS4 noch einen aufgewerteten Bruder des Golf-Konkurrenten C4, zu einem Einstiegspreis von 20.950 Euro. Und der Lexus CT 200h bietet Hybridtechnik, allerdings auch einen stolzen Preis von 29.200 Euro. Jede Menge Auswahl, von Billigangebot bis Luxus – wer da einen Golf der neuen Generation kauft, der tut das, weil er es will. Nicht deshalb, weil es keine Alternativen gäbe.

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