25.10.12

Allradantrieb

Porsche setzt beim 911er auf alle Viere

Ein Geländewagen wird der Porsche 911 wohl nicht mehr. Trotzdem hat die Allradversion des Wagens viele Freunde. Jetzt hat der Hersteller die entsprechende Variante der neuen Generation vorgestellt.

Foto: Porsche

Für knapp 100.000 Euro ist sie in der günstigsten Variante zu haben, die Allradversion des Porsche 911.

7 Bilder

Coupé. Cabrio. Turbo. Targa. Allrad. Und natürlich viele Kombinationen, die sich daraus zusammensetzen lassen. Porsche versteht es meisterhaft, seine Baureihe 911 mit immer neuen nachgeschobenen Modellvarianten immer weiter aufzufächern. Die Allradversionen des Elfern gehören zu den Klassikern dieser Strategie. Nun haben die Schwaben sie auch für die aktuelle Modellgeneration vorgestellt.

Der Allrad-Elfer kommt als Coupé oder Cabrio, mit dem 3,4 Liter großen Motor mit 350 PS oder dem 3,8-Liter mit 400 PS – macht also insgesamt vier neue Wahlmöglichkeiten für Elfer-Freunde. Preislich liegen sie zwischen 97.557 Euro für das 3,4-Liter-Coupé und 125.046 Euro für das 3,8-Liter-Cabrio. Der Aufpreis für die angetriebene zweite Achse beträgt etwa 7000 Euro.

Der Allradler ist der breitere Elfer

Das Mehr an Preis und angetriebenen Rädern kann man sehen. Denn optisch lassen sich die Allradmodelle leicht von ihren rein heckgetriebenen Schwesterfahrzeugen unterscheiden. Zum einen sind die Radhäuser hinten an jeder Seite um 2,2 Zentimeter weiter herausgezogen, wodurch Räder und Spur verbreitert werden konnten.

Zum anderen spendiert Porsche diesen Modellen ein durchgehendes Leuchtenband mit Park- und Schlusslichtfunktion. Es läuft unterhalb der Spoilerkante und verbindet die Rückleuchten miteinander.

Der Antrieb wurde weiter verbessert

Porsche betont immer wieder, dass der 911er ein komplett alltagstaugliches Fahrzeug ist. Durch den Allradantrieb erweitern sich die Einsatzgebiete sogar noch. Denn jetzt bewältigt das Fahrzeug anspruchsvolle Wettersituationen wie Schnee oder Starkregen noch deutlich souveräner als die zweirädrig angetriebene Variante.

Das gilt umso mehr, als die jüngste Generation des hauseigenen Allradantriebs PTM (Porsche Traction Management) weiter optimiert worden ist. So soll es jetzt zum Beispiel den Wunsch des Fahrers erkennen, ökonomischer zu fahren und dann weniger Drehmoment an die Vorderachse schicken, so dass der Wagen sparsamer unterwegs ist.

Ein Porsche für Segler

Wer seinen Carrera 4 oder 4S außerdem mit Porsches automatisiertem Doppelkupplungsgetriebe PDK bestellt, der kann das Auto mit dessen Hilfe "segeln" lassen – der Wagen rollt dann dahin, ohne dass der Antrieb involviert ist. In einem solchen Fall wird die Kupplung geöffnet und das durch das Allradsystem verursachte Bremsmoment reduziert. Mit gut 3.500 Euro ist das Getriebe nicht billig, aber trotzdem empfehlenswert.

In der Praxis passiert all das, ohne dass der Fahrer viel davon mitbekommt. Immerhin kann man sich im Display die jeweils aktuelle Kraftverteilung auf die beiden Achsen anzeigen lassen – eine schöne Spielerei.

Schnellerer Spurt, weniger Endgeschwindigkeit

Bei normalen Wetterbedingungen und auf asphaltierten Straßen ist der Unterschied zwischen rein heckgetriebenen und einem Allrad-Elfer allerdings kaum merkbar. Der Allrader liegt vielleicht ein wenig satter auf der Straße und lässt sich aus einer engen Kurve heraus noch leichter beschleunigen.

Ein Blick auf die Zahlen macht den Allrad-Effekt da schon deutlicher: Über alle Viere angetrieben sprintet das 4S Coupé in 4,5 Sekunden auf Tempo 100. Das sind 0,3 Sekunden weniger als die Zweirad-Variante sie braucht. Bei der Höchstgeschwindigkeit macht sich das höhere Gewicht des Allradantriebs dagegen negativ bemerkbar: Hier schafft der 4S nur 285 statt 289 Stundenkilometer.

Ein Extra-PS kostet 460 Euro

Wem das nicht reicht, der hat allerdings Optionen. Denn für die S-Version lässt sich bei Porsche eine Leistungssteigerung hinzukaufen: Gut 460 Euro kostet dann das Extra-PS, macht exakt 13.804 Euro für 30 zusätzliche Pferdestärken.

Dabei muss man es aber nicht bewenden lassen. Die seitenlange Aufpreisliste des Porsche Carrera hält neben vielen Dingen auch eine Leistungssteigerung für die S-Version bereit. Hier lassen sich für 13.804 Euro weitere 30 PS rauskitzeln. Getreu dem Motto: Wer mit allen vier Rädern im Leben steht, muss daher noch lange kein Vernunftsmensch sein.

Kollisionswarner neu als Extra

Und auch bei den Assistenzsystemen legt Porsche anlässlich der Allrad-Einführung nach: So gibt es für die Fahrzeuge mit PDK-Getriebe nun neben der Abstands- und Geschwindigkeitsregelung Adaptive Cruise Control (ACC) auch das sogenannte Porsche Active Safe (PAS).

Dabei überwacht eine Radarkamera den Vorderbereich des Fahrzeugs und warnt den Fahrer, falls ein Crash droht. Reagiert dieser mit einer zu leichten Bremsung verstärkt das System den Bremsdruck bis hin zu einer Vollbremsung. Die zusätzliche Absicherung gibt es für 2.320 Euro.

Für Porsche ist die Allradvariante schon lange ein Renner. Seit es bei den Zuffenhausenern Allrad in Serie gibt, also seit 1989, waren 214.000 Autos mit dem Antrieb ausgerüstet, das sind 41 Prozent der Gesamtproduktion. Und auch, wenn die meisten Porscheeigner ihren Wagen seltenst so fahren, dass die Vorteile des Allradantriebs zum Tragen kommen – vielen reicht es ja zu wissen, dass man könnte, wenn man wollte...

© Berliner Morgenpost 2013 - Alle Rechte vorbehalten
Die Favoriten unseres Homepage-Teams
Hertha BSC - Energie Cottbus
16:02Zweite Liga
Nach 1:1 gegen Cottbus – Hertha feiert Aufstiegsparty

Energie Cottbus hat die große Berliner Meisterparty fast gestört, dank eines späten Treffers von John Anthony Brooks aber konnte Hertha BSC doch noch jubeln. mehr...


Der Karneval der Kulturen 2013 tanzt durch Kreuzberg.
16:01Liveblog
Karneval der Kulturen – 700.000 feiern in Kreuzberg

In Berlin-Kreuzberg ist es heute wieder bunt und voll: 4400 Tänzer, Musiker und andere Akteure inszenieren den Karneval der Kulturen. 75 Gruppen sind laut Veranstalter bei dem Multikulti-Umzug dabei. mehr...

Die dänische Sängerin Emmelie de Forest hat den ESC gewonnen
08:29Malmö 2013
Eurovision Song Contest - Dänin vorn, Deutschland enttäuscht

Emmelie de Forest war die Favoritin der Buchmacher, und gewann mit ihrem Hippie-Chic tatsächlich den Eurovision Song Contest. Deutschland stürzt mit Euro-Trash-Klängen von Cascada auf Platz 21 von 26. mehr...


Flughafenchef Hartmut Mehdorn will den Airport Tegel bis 2018 offen halten und den BER etappenweise ans Netz gehen lassen. Mit seinen Plänen sind nicht alle Gesellschaftler zufrieden
07:22Hauptstadtflughafen
Was die Aufsichtsratsmitglieder von Hartmut Mehdorn halten

BER-Chef Mehdorn hat sich mit seinen neuen Hauptstadtflughafen-Plänen wenig Freunde gemacht. Besonders die Tatsache, dass er Tegel bis 2018 offen halten will, stößt vielen Politikern sauer auf. mehr...

Leser-Kommentare Kommentare
Leserkommentare sind ausgeblendet.
Kommentare einblenden
Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen

Die Moderation der Kommentare liegt allein bei MORGENPOST ONLINE.
Allgemein gilt: Kritische Kommentare und Diskussionen sind willkommen, Beschimpfungen / Beleidigungen hingegen werden entfernt. Wie wir moderieren, erklären wir in der Netiquette.
blog comments powered by Disqus
 
Top-Thema
title
Start-ups in Berlin

Gründerzeit: Die Serie und das Blog der Berliner Morgenpost.

Video Nachrichten mehr
Der Futiklub Absolutely Ferguson
Zeit für Neues Beckham beendet seine aktive Fußballkarriere
Parlament Bundestag debattiert über Atommüllendlager
Cannes Emma Watson spielt Kriminelle in Coppolas Film
 
Top Bildershows mehr
Jeden Tag

Kopfnoten für Politiker, Manager und Prominente

Willkommen in Berlin

Hurra, ich bin da! Das sind Berlins süße Babys

Fotogalerie

Das sind die Berliner Bilder des Tages

Großeinsatz

Feuer in Berliner Autowaschanlage

 
In eigener Sache
Weitere Morgenpost Angebote