11.10.12

Legendäre Modelle

Das sind die hässlichsten Autos der Geschichte

Mal entstanden sie als Notlösungen, manchmal deshalb, weil Designer durchdrehten. Diese zehn Modelle zeigen, dass auch schlechtes Aussehen einen Wagen zur Legende werden lassen kann.

Foto: picture-alliance / dpa

Nimm drei – der Reliant Robin war ein Kleinstwagen für Pragmatiker. Andere fuhren Rennen mit ihm, bis er auf der Seite lag.

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Hässlich. Dieses Attribut ist ganz schlecht für ein Auto. Denn auch, wenn die meisten Käufer immer angeben würden, ihre Entscheidung für ein bestimmtes Modell sei von rationalen Kriterien beeinflusst, vom Preis-Leistungs-Verhältnis, der Qualität, Sparsamkeit und individuellen Ansprüchen an die Transportqualität – letztlich entscheidet die Optik zu großen Teilen, in welchem Modell wir unterwegs sind.

Wirklich optisch schlimm missratene Wagen gibt es daher gar nicht so häufig. Viel häufiger gerät ein Design unscheinbar bis langweilig, weil die Gestalter keinen potenziellen Kunden verschrecken möchten.

Modelle mit Hässlichkeitswert für die Ewigkeit entstehen vor allem dann, wenn ein Designer hochmotiviert zum Zeichenstift greift, dabei aber in eine völlig falsche Richtung unterwegs ist.

Auch solche Wagen haben das Zeug zur Legende – eine Auswahl der hässlichsten Autos der Geschichte.

AMC Gremlin

Was tut man, wenn man dringend einen Kompakten mit großer Heckklappe im Modellprogramm braucht, aber weder viel Zeit noch viel Geld in die Entwicklung investieren kann? Die American Motors Corporation löste das Problem wie folgt: Man sägte die Limousine Hornet hinter der Hinterachse ab und kürzte leicht den Radstand.

Das Ergebnis war der Gremlin, ein Kompakter, so breit, schwer und versoffen wie ein Großer. Dass die Proportionen nicht mehr stimmten, fand man bei AMC nebensächlich, immerhin acht Jahre lang hielt sich der Gremlin im Programm, von 1970 bis 1978.

Ford Scorpio

Der Scorpio war in den Achtzigern und Neunzigern der Nachfolger des legendären Ford Granada. Doch bei der zweiten Modellgeneration lief etwas schief.

Konnte man das Heck mit dem durchgezogenen Leuchtenband noch amerikanisch-avantgardistisch durchgehen lassen, so muss der für die Front des Wagens Verantwortliche die Brille schief auf der Nase gehabt haben.

Das Fischmaul mit den leicht schielenden Glubschaugen konnte beim besten Willen nicht als ästhetisch durchgehen. Nur vier Jahre lang baute Ford sein schlecht verkäufliches Spitzenmodell, einen Nachfolger brachte man erst gar nicht mehr auf den Markt.

Mazda 121

Das "Mondauto" mit dem charakteristischen Bürzelchen steht stellvertretend für eine ganze Reihe von Kleinwagen, denen man einen Stufenheck-Rucksack angeschnallt hatte.

Opel baute den Corsa TR, VW hatte den vom Polo abgeleiteten Derby im Programm, auch Renault verkaufte eine Stufenheck-Variante seines R5 - hässlich waren sie alle, weil das angehängte Heck die Proportionen verdarb. Grund für die Verunstaltung waren aber durchaus Wünsche potentieller Käufer. Vor allem Ältere und Menschen in Südeuropa legten Wert auf das getrennte Kofferabteil.

AWS Shopper

Von Design kann man beim Shopper eigentlich nicht sprechen, der Wagen wurde eingekleidet, so wie ein Rentner im Garten Kaninchenställe baut. Dass es ihn gab, war eine Blüte der Berlin-Förderung, ab 1971 ließ der ehemalige Borgward-Händler Walter Schätzle den Wagen in Rudow im Süden der Stadt bauen.

Allerdings war das Autochen mit seinem 13,6-PS-Motörchen viel zu teuer, als dass vernünftige Käufer ihn in Betracht ziehen konnten. Nicht einmal 1400 Autos entstanden, bis Schätzle im Jahr 1974 pleite war.

Fiat Multipla

Zugegeben, es gab auch Menschen, die seine skurrile Form sehr mochten und Fiats Familientransporter hatte unbestritten eine Menge innerer Werte zu bieten. Viel Platz, drei Sitzgelegenheiten in der ersten Reihe, wer mehrere Kinder hatte, konnte den Multipla durchaus lieb gewinnen.

Doch die Idee mit der Speckrolle vor der Frontscheibe, die zwei Scheinwerfer trug und dem Wagen ein Donald-Duck-Gesicht gab – gab es da wirklich eine Vorstandssitzung, auf der die Entscheider diesen Entwurf hoffnungsfroh durchwinkten?

Pontiac Aztek

Mit der Idee für einen Crossover befand man sich bei Pontiac im Jahr 2001 durchaus auf der Höhe der Zeit. Doch was hatte die Gestalter da nur geritten?

Denn am Aztek passte einfach nichts zusammen: Die doppelte Front mit den beiden äußerst unterschiedlichen Scheinwerferpaaren, die imitierte BMW-Niere am Kühler und das schräge Heck, das der Linie des Wagens komplett widersprach. "Eigenständig" wäre ein netter Euphemismus dafür.

Ford Focus Cabrio

Auch er steht für eine ganze Gruppe Autos, die Cabriolets mit Dach aus Stahl. Weniger Windgeräusche, weniger Pflegebedarf, so einiges sprach und spricht für das Konzept.

Allerdings nimmt ein geklapptes Stahldach mehr Platz weg als ein eingefaltetes Stoffdach – und diesen Platz ins Design zu integrieren, gelang den Herstellern unterschiedlich gut. Ob offener Nissan Micra oder das erste Renault-Mégane-Cabrio mit dem neuen Dachkonzept: Vor allem geschlossen reckten sie riesige Hinterteile steil in den Himmel, unter "proportioniert" versteht man definitiv etwas anderes.

SsangYong Chairman

In Sachen Design verfolgte man bei dem koreanischen Hersteller immer wieder äußerst eigenwillige Ideen. Bekannt für seine Form wurde der Rodius, eine Großraumlimousine, der man den hohen Heckabschluss wie einen Umzugskarton auf die geschwungene Dachlinie gepackt hatte.

Aber auch der Chairman ist nicht von schlechten Eltern. Er wirkt wie die Persiflage einer Mercedes-S-Klasse, bei der Proportionen wie von Dali gezeichnet verrutscht sind.

Excalibur

Gemeint war er als Hommage an den Mercedes SSK von 1928, ausgeführt von dem Amerikaner Brooks Stevens, im Lauf der Jahre wurde die Form dann freier. Doch der Excalibur war immer die Zuckerguss-Version eines Vorkriegs-Klassikers, befeuert von diversen Big- und Small-Block-Motoren verschiedener US-Hersteller.

Eine Zeit lang war er bei Neureichen und Filmstars in Mode, zum Original verhält er sich so wie Cinderellas Behausung zu Schloss Neuschwanstein.

Reliant Robin

Sparsam kommt man weiter – und wenn man richtig sparsam ist, dann spart man sich sogar eins der Vorderräder. So war der Reliant Robin ab 1973 als Dreirad unterwegs. Zum Angeben taugte der Wagen sicher nicht, aber wenn man sich einmal an den skurrilen Look gewöhnt hatte, dann freute man sich über Wendigkeit in der Stadt.

Auch Rennen fuhren Tollkühne im Reliant Robin, umgekippte Autos konnte man vom Fahrersitz aus mit einem Schubser wieder aufrichten.

Quelle: kai/dw
Foto: Stefan Anker

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