SUV Outlander
Wie der neue Mitsubishi glatt gebügelt wurde
Die Japaner gehören zu den Pionieren bei den Geländewagen. Mit dem jüngsten Outlander nehmen sie Abschied vom Kampfjet-Design. Nächstes Jahr kommt der Plug-in-Hybrid, zu einem stolzen Preis.
Mit kompakten SUVs verbinden fast alle Hersteller große Hoffnungen. Die Modelle sind beliebt, jeder will am Boom teilhaben. Auch Mitsubishi ist dabei, schließlich gehört man zu den Pionieren des Segments.
Fürs Gelände machen die Japaner deshalb gleich mehrere Angebote. In der großen Klasse gibt es den Pajero in der Modellpalette, bei den Kleinen soll der ASX Käufer finden. Dazwischen ist der Outlander positioniert, dessen dritte Generation im Oktober zu den Händlern kommt.
Abschied von der Jetfighter-Optik
In Sachen Aussehen hat Mitsubishi beim neuen Modell eine Kehrtwende gemacht: Keine kriegerische Optik mit gewaltigem Jetfighter-Kühlergrill mehr, wie ihn der Vorgänger trug und der ASX ihn immer noch trägt. Stattdessen hat der 4,66 Meter lange und nur 1,68 Meter hohe SUV ein nun glattgebügeltes Kleid.
Glänzen will der Outlander offenbar nicht mehr durch provozierende Formen, sondern nur noch durch praktische Auslegung, technische Neuerungen und vergleichsweise günstige Preise.
Dritte Sitzbank gegen Aufpreis
Standardmäßig wird es Mitsubishis neuen SUV mit fünf Sitzen geben, optional werden auch sieben erhältlich sein. Zur Markteinführung stehen zwei Vierzylinder bereit, ein Benziner, ein Diesel, beide mit 150 PS Leistung.
Unterschiede zeigen sie nicht zuletzt in der Ausstattung. Während der Benziner das karge Basismodell ist, das es ab 24.490 Euro zu kaufen gibt, hat der Diesel mehr innere Werte zu bieten. Dafür ist er mit minimal 30.690 Euro aber auch nennenswert teurer.
2013 kommt ein Plug-in-Hybrid
Sparsam sind für SUV-Verhältnisse beide Motoren, mit 6,5 und 4,8 Litern je 100 Kilometer werden Benziner und Diesel als reine Frontantriebsversionen angegeben. Mit noch weniger Energie soll der Plug-in-Hybrid auskommen, den Mitsubishi im kommenden Jahr nachschieben will.
1,7 Liter Benzin je 100 Kilometer klingen toll, entpuppen sich aber als kaum aussagekräftig, wenn man bedenkt, dass auf den 100 Kilometern außerdem noch eine Batterie voller Strom leer wird.
Basisausstattung wurde aufgestockt
In jedem Fall wird es kein billiges Vergnügen werden, mit dem Outlander Plug-In-Hybrid Energie zu sparen – voraussichtlich mehr als 40.000 Euro wird das so motorisierte Modell kosten. Auf der Einstiegsseite ist das Angebot dagegen attraktiver geworden: Der Basispreis bleibt unverändert, obwohl die Ausstattung gegenüber dem Vorgänger nun besser ist.
Unter anderem sieben Airbags, Tempomat und deutlich hochwertigere Materialien im Interieur sollen Käufer überzeugen. Die Sitze sind merklich komfortabler als bisher, vor allem in der zweiten Reihe, die sich um bis zu 25 Zentimeter vor oder zurück schieben lässt. Außerdem ist die dritte Sitzreihe, die sich gegen Aufpreis erwerben lässt, besser geworden als bisher. Wem es gelingt, sie zu entern, der kann es auf ihr jetzt auch als Erwachsener aushalten.
Der Benziner könnte mehr Dampf vertragen
Sehr angenehm ist auch, dass es im Innenraum bei schnellerer Fahrt jetzt deutlich leiser ist als im Vorgänger, hier kann sich der Mitsubishi nun mit den Besten messen. Zumindest dann, wenn der Fahrer früh hoch schaltet, was beim sehr drehfreudigen Benziner einige Selbstdisziplin erfordert.
Ebenfalls nicht hilfreich ist, dass es dem Motor ein wenig an Drehmoment mangelt: 195 Newtonmeter bis 4.100 Umdrehungen sind insgesamt nicht die Welt, doch vor allem bei niedrigen Drehzahlen könnte ein wenig mehr Dampf dem Motor nicht schaden. Auch ein sechster Gang würde dem so motorisierten Outlander gut zu Gesicht stehen.
Ein Eco-Modus hilft sparen
Wer das Schalten der Maschine überlassen will, der bekommt eine stufenlose CVT-Automatik, die es allerdings nur in Verbindung mit Allradantrieb gibt. Laut Norm soll sie um 0,2 Liter sparsamer sein als der Handschalter. Dafür lässt es der Automat deutlich gemütlicher angehen, der Spurt aus dem Stand auf Tempo 100 dauert 12,6 Sekunden, während der Handschalter das gleiche zwei Sekunden schneller schafft.
Und um den Outlander noch einmal sparsamer zu machen, hat Mitsubishi ihm einen so genannten "Eco-Modus" spendiert. Bis zu sechs grüne Blätter im Kombiinstrument zeigen dem Fahrer dann an, wie sparsam er unterwegs ist, Motor und Klimaanlage sind gedrosselt, damit sie weniger Kraftstoff vernichten. Ist Allradantrieb an Bord, so wird er nur bei fehlender Traktion aktiviert.
Gefühlt mehr Kombi als Geländewagen
Allerdings, ob im Sparmodus unterwegs oder nicht – wirklich temperamentvoll ist der Benziner in keinen Betriebszustand. Wer mehr Druck möchte, der sollte deshalb zum Diesel greifen. Der hat nicht nur fast doppelt so viel Drehmoment wie der Benziner, sondern für ihn sind auch Sechs-Gang-Getriebe verfügbar, sowohl manuell als auch automatisch. Und letzteres schaltet und fährt sich angenehmer als die stufenlose Variante.
Insgesamt fühlt sich der neue Outlander beim Fahren eher wie ein Kombi an als wie ein Geländewagen klassischer Auslegung. Keine unangenehme Seitenneigung bei Kurvenfahrten, keine Schläge von der Hinterachse Richtung Rückbank. Der neue Outlander wedelt sicher durch Kurvenkombinationen, er ist handlich in der Stadt und kompakt genug für enge Garagen.
Dazu kommen moderne Assistenzsysteme wie automatischer Abstandhalter, Notbremsassistent und Spurhaltewarner. Was will man mehr von einem SUV? Höchstens das mehr an Charakter, das Mitsubishi früher besonders machte. Aber "Mehr Sein als Schein" scheint ja die neue Devise zu lauten.
















