03.09.2012, 14:31

Hochhaus-Garage Nobelkarossen parken serienmäßig im Wohnzimmer

Von Robert Dunker

Wohin nur mit den Nobelkarossen? Weil Parkplätze immer knapper werden, gibt es für Superreiche jetzt das Wohn-Park-Hochhaus. Ein Glaslift bringt das Auto direkt in die Wohnung.

Der Trend im exquisiten Wohnen geht ganz klar zur Indoor-Parkgarage. Im noblen Manhattaner Viertel Chelsea wird auf der elften Avenue ein Drei-Zimmer-Appartement angeboten, das mit einem gläsernen Autoaufzug erreicht werden kann. Die 28 Quadratmeter große Garage befindet sich in der elften Etage vis-à-vis zum Wohntrakt. Die ungewöhnliche Wohnidee wird für sieben Millionen Dollar angeboten, 800.000 Dollar kostet die Garage.

In Miami baut die Porsche Design Group für 560 Millionen Dollar einen 57-stöckigen Luxustower, der ebenfalls über Autoaufzüge verfügt und Garagen, die direkt an die Appartements angrenzen. Die 35 bis 90 Quadratmeter großen Wohnungen sollen bis zu neun Millionen Dollar kosten, wobei den größeren der insgesamt 135 Wohneinheiten vier Stellplätze zur Verfügung gestellt werden, die kleineren müssen sich mit zwei Parkplätzen für ihre Nobelkarossen begnügen. Das Hochhaus soll den 20-stöckigen VW-Türmen der Autostadt Wolfsburg nachempfunden werden. Dort werden robotergesteuert die Fahrzeug an die Kunden ausgeliefert.

Das Auto als Möbelstück

All jene Investoren bieten damit eine Lösung auf eines der drängendsten Probleme der urbanen Superreichen. Ihnen fehlt es schlicht an Platz, um ihre imposante Fahrzeugflotte unterzustellen. Die direkte Anbindung an den Wohntrakt bietet einen entscheidenden Vorteil. Sie haben ihr geliebtes Auto buchstäblich vor der Tür. Manchmal kann das gute Stück auch wie ein schönes Möbel ins Wohnzimmer integriert werden.

In den Wohn-Park-Appartements, die jetzt in Singapur fertiggestellt wurden, ist die Indoor-Parkgarage nur durch eine Fensterscheibe vom Wohnzimmer getrennt. Die Bewohner haben ihre Preziosen damit immer im Blick. Die Sicherheit im 30-stöckigen Nobelkomplex in Hamilton Parks an der vornehmen Orchard Road komme trotzdem nicht zu kurz, heißt es.

Appartement kostet bis zu 19 Millionen

Damit sich der Lift öffnet, muss der Wohnungseigentümer und Fahrzeughalter seinen Finger auf einen Sensor legen. Die Betreiber versichern, dass es ein ausgeklügeltes Brandschutzsystem gibt – und ein hochleistungsfähiges Belüftungssystem, um die Autoabgase zu ventilieren.

So viel Technik hat ihren Preis. Die Appartements kosten zwischen 7,5 Millionen und 19 Millionen Euro. Die Penthouses haben vier Stellplätze, alle anderen Wohnungen zwei Stellplätze – quasi serienmäßig.

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