02.09.12

Gebrauchtwagen-Check

Citroën Xsara Picasso – billig kann teuer kommen

Der französische Van bietet viel Platz für wenig Geld. Das machte ihn mal zu einem beliebten Fahrzeug. Aber es mangelt ihm an Qualität. Vor allem die Elektrik kann für kostspielige Probleme sorgen.

Von Holger Holzer
Foto: Citroen

Der Citroen Xsara Picasso kam 1999 auf dem Markt. Er bot Platz und Variabilität, als Neuwagen bekam er von den Testern gute Noten. Allerdings...

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Mit dem Kompaktvan Xsara Picasso landete Citroën 1999 einen echten Coup. Das lag noch am wenigsten daran, dass die Franzosen die Erben des legendären Malers dazu bewegen konnten, dessen Namen für ein Auto herzugeben. Vor allem belegte das geräumige Vehikel zeitweise die Spitzenposition in der ADAC-Pannenstatistik.

Man sollte denken, dass das den Xsara Picasso zu einem Wagen macht, der auch im höheren Alter noch treue Dienste leisten kann. Allerdings wird der Van dieser Idee nicht in jeder Hinsicht gerecht.

470 Liter Volumen im Kofferraum

Platzverhältnisse: Beim Xsara Picasso setzte Citroën auf viel Platz und Variabilität im Innenraum – wie sollte es bei einem Van auch anders sein. Hinten wie vorne sitzt man recht großzügig, im Fond finden auch drei Erwachsene gut Platz, .

470 Liter Platz bietet der Kofferraum und damit deutlich mehr als der der Xsara-Limousine. Hinten lassen sich die Sitze einzeln umklappen, mit wenigen Handgriffen sind sie komplett ausgebaut, was den Xsara Picasso auch für größere Transportaufgaben qualifiziert.

Innenraum: Durch die großen Fenster dringt viel Licht in das Innere, die Rundumsicht ist aus dem Citroën-Van ungewöhnlich gut. Französisch-schrullig und auch gewöhnungsbedürftig ist allerdings das Cockpit, in dem mittig ein Digitaltacho sitzt.

Sitze nutzen sich schnell ab

Im reiferen Fahrzeugalter fällt allerdings auf, dass die Verarbeitung nicht die dauerhafteste war: Gern knistert und klappert es an allen Ecken, die Sitze wetzen vor allem bei schwereren Fahrern recht schnell ab. Ein ein abgenutzter Sitz muss also nicht automatisch für eine hohe Laufleistung stehen.

Antrieb: Wenn irgend möglich, sollte man einen Xsara Picasso mit Dieselmotor wählen. Die Benziner mit 95, 166 und 136 PS leiden gern an defekten Kraftstoffpumpen und -einspritzungen, außerdem sind sie nicht gerade genügsam.

Die Diesel sind robuster und sparsamer, schon die sehr ausgereifte Variante mit 90 PS aus zwei Litern Hubraum reicht für gemütliches Mitrollen im Verkehr. Wer es etwas schneller mag, kann die Version mit 116 PS wählen. Ab 2004 war außerdem ein besonders sparsamer 1,6-Liter-Diesel mit 90 PS im Programm. Geschaltet wird im Xsara Picasso generell per Hand, nur der stärkste Benziner wurde serienmäßig mit Automatik ausgeliefert.

Fahrwerk: Bei seiner Markteinführung wurde der Xsara Picasso als Vorbild an Fahrkomfort gepriesen. Der Franzose ist deutlich weicher abgestimmt als vergleichbare Modelle aus deutscher Produktion – das passt gut zum Charakter als Reise- und Familienfahrzeug.

Karosserie schwingt lange nach

Allerdings macht auch das Fahrwerk im höheren Alter Probleme. Bei vielen Fahrzeugen steht schon nach 70.000 Kilometern ein Wechsel der Stoßdämpfer an. Prüfen kann man das beim Gebrauchtwagenkauf provisorisch, in dem man darauf achtet, ob die Karosserie auffallend lange nachschwingt. Besser sind allerdings Testgeräte, wie sie der ADAC und die Prüforganisationen haben.

Rost ist dagegen laut TÜV kein Thema beim Xsara Picasso. Zwar findet man hin und wieder solche Berichte im Internet, doch dabei handelt es sich in der Regel um harmlosen Flugrost.

Qualität: Schon das bisher Geschriebene zeigt, dass es damit nicht überall zum Besten steht. Am ärgerlichsten ist aber die zickige Elektrik des Franzosen: Grundlos aufleuchtende Warnlampen, plötzlicher Lichtausfall, unvermittelter Motorstopp – die Liste der möglichen Probleme ist lang.

Für 2000 Euro gebraucht zu haben

Da braucht es schon einen findigen Kfz-Meister, wenn der Citroën nicht länger in der Werkstatt als im eigenen Carport stehen soll. Wer dadurch nicht abgeschreckt wird, sollte zumindest prüfen, ob der Vorbesitzer sich der Rückrufaktion des Steuergeräts beteiligt hat. Falls nicht, kann der Fehler dafür sorgen, dass die Bremskraftunterstützung nachlässt.

Fazit: Der Xsara Picasso ist billig zu haben, aber er kann durch Reparaturen sehr teuer werden. Vor allem durch Elektronikprobleme, deren Ursachen oft schwer zu finden und dadurch teuer zu reparieren sind.

Außerdem gehört der Wagen zu den Autos, die durch die Optik schon nach wenigen Jahren abgenutzt wirken. Schon für rund 2000 Euro bekommt man zwar einen gebrauchten Xsara Picasso. Doch angesichts der Macken kann das nur schwer trösten.

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