22.08.12

Volkswagen

Der Golf 7 – länger, breiter und ein Tiefstapler

Volkswagen rückt erste Details des neuen Klassikers heraus. Der Golf 7 wird leichter und soll fast ein Viertel weniger verbrauchen als der Vorgänger. Technik und Sicherheit haben es in sich.

Foto: Lars Saeltzer/Auto Bild

So oder so ähnlich wie in dieser Computermontage sieht der VW Golf 7 aus. Die Enthüllung findet am 4. September in Berlin statt
So oder so ähnlich wie in dieser Computermontage sieht der VW Golf 7 aus. Die Enthüllung findet am 4. September in Berlin statt

Irgendwie clever. VW schlachtet die Premiere des neuen Golf nach allen Regeln der Kunst und Wertschöpfung aus. In drei Etappen zelebriert der Konzern die Markteinführung, die von Mai 2013 auf November dieses Jahres vorgezogen wurde.

Das Tuch von Golf Nummer sieben wird für die Weltpresse am 4. September gezogen, in der Berliner Neuen Nationalgalerie. Dann werden die Erstlinge wieder eingemottet, bis zum Pariser Autosalon drei Wochen später. Kurz danach darf ihn dann ein erlauchter Kreis zum ersten Mal testen.

Unterschriebene Geheimhaltungserklärung

Zum Auftakt der Golf-Festspiele dreht die PS-Maschinerie im unteren Drehzahlbereich. Die Produktion ist in den Werken Wolfsburg und Zwickau angelaufen, doch zu Gesicht bekam ihn nur ein verschworener Kreis der insgesamt 65.000 Mitarbeiter, die bei VW Dienst tun. Nun rückten die Geheimniskrämer anlässlich eines Workshops endlich die wichtigsten Daten heraus. Allerdings nicht bevor von Journalisten die Smartphones einkassiert wurden und eine Geheimhaltungserklärung abverlangt wurde.

Zwei Modelle des Golf 7 hatten sie auch mitgebracht – ein Karosseriegerippe und ein verhülltes Exponat, worüber der Sicherheitsdienst streng wachte. Immerhin durften Journalisten erstmals auf dem Fahrersitz Platz nehmen und vom heiligen Stuhl das Cockpit bestaunen. Schönheit kommt von innen.

Keine Revolution zu erwarten

Es darf gemutmaßt werden, dass im Wolfsburger VW-Werksforum keine allzu spektakuläre Hülle verborgen wurde. "Der Golf muss mit der Zeit gehen, er muss aber keine Revolution darstellen", konstatierte VW-Entwicklungsvorstand Ulrich Hackenberg, der schon an der Entwicklung des Golf 5 mitgewirkt hatte. Schließlich dürften sich die alten Golf-Modelle "nicht verloren vorkommen". Er verspüre eine große Verantwortung, die der Konzern trage, sagt der Manager.

Einen Flop kann sich niemand bei Volkswagen leisten. Auch der neue Bestseller soll sich wie geschnitten Brot verkaufen, die Auflage von insgesamt 29 Millionen Exemplaren seit 1974 mehren. Allein in Deutschland wurde der Golf 6 im ersten Halbjahr des Jahres 120.000 Mal zugelassen. "Der neue Golf ist das wichtigste Auto für VW und die wichtigste Autopräsentation des Jahres", findet Hackenberg.

100 Kilo abgespeckt

Dafür, glauben sie in der Autostadt, haben sie den Stolz der Familie ordentlich herausgeputzt. Das neue Kleid soll dem Golf noch besser stehen, dafür hat er kräftig abgespeckt, bis 100 Kilo gegenüber dem Vorgänger.

Mit jetzt 1150 Kilo wiegt er 22 Kilo weniger als der leichteste Vertreter der Golfklasse bisher, der BMW 1er, und hat sich auf dem Niveau des Vierer-Golf eingependelt. 23 Kilo verlor der jüngste Spross allein an der Karosserie. Nicht durch die Verwendung eines (teuren) Aluminiumaufbaus, sondern durch "ultrahochfesten" Stahl, der in einem Spezialverfahren geschmiedet und mit einer Lasertechnik behandelt wird.

23 Prozent weniger Benzinverbrauch

Mit dem Leichtbau versuchen die Hersteller vor allem Kraftstoff zu sparen. Ein Viertel des Verbrauchs hängt vom Gewicht ab, so eine Faustregel. "3,x Liter" soll der Selbstzünder laut Hackenberg nun auf 100 km/h verbrennen, 4,8 Liter der Benziner, das sind im Normverbrauch 23 Prozent weniger als der Vorgänger.

Die Wolfsburger jubeln deshalb über diese Werte, weil der Komfort unter der Diät angeblich nicht leiden musste – im Gegenteil. Die Abmaße haben zugenommen. Er ist mit 4,255 Metern jetzt 5,6 Zentimeter länger und 1,3 Zentimeter breiter (1,799 Meter) geworden, aber 2,8 Zentimeter flacher (1,452 Meter).

Das klingt wie Haarspalterei, im Automobilbau sind das Quantensprünge. Denn durch eine so erlangte Verkleinerung der Frontpartie um 0,03 Quadratmeter erzielt der neue Golf nach Werksangaben den günstigsten aerodynamischen (cw-)Wert seiner Klasse.

Mehr Beinfreiheit im Fond

Das Design wirkt sich auch günstig auf die Platzverhältnisse im Fond aus. VW verspricht 1,5 Zentimeter mehr Beinfreiheit, im Schulterbereich haben Mitfahrer hinten nun 3,1 Zentimeter mehr Platz. Für einen hohen Wohlfühlfaktor an Bord bedient sich VW übrigens eines großen Reservoirs eines leibhaftigen Testpools. Regelmäßig müssen die Probanden auf Abnahmefahrten mitteilen, wo es "zwickt oder zwackt" (Hackenberg).

Auch der Kofferraum bekam etwas vom Raumgewinn ab und fasst jetzt mit 380 Litern 30 mehr als der Golf 6 und bietet Platz für zwei Golftaschen.

Touchscreen serienmäßig

Geräumiger, leichter und sparsamer soll er sein und komfortabler und sicherer auch noch. Ein 5-Zoll-Schwarzweiß-Tochscreenbildschirm ist serienmäßig als aufgemotzter Bordcomputer in jedem Golf dabei, je nach Ausstattung wächst er auf 5,8 Zoll und sogar 8 Zoll in Farbe und mit Navi, bedienbar wie das Smartphone auch mit Zeigefinger und Daumen.

Ein Infrarot-Sensor sorgt dafür, dass sich die Anordnung auf dem Display verändert, wenn sich die Hand nähert.

Nur 40 Zentimeter Einparkpuffer nötig

Der Golf 7 ist ein Tiefstapler, und das liegt nicht nur an der um noch einmal um 1,7 Zentimeter nach unten gezogenen Ladekante des Kofferraums. Die Schlichtheit des kühl und klar durchgestylten Cockpits verbirgt die Tatsache, dass es die Sicherheitsfeatures in sich haben. Parkpilot mit 360-Grad-Überwachung, Park-Assistent 2.0, der beim Rangieren nur einen Puffer von je 40 Zentimeter vorn und hinten zum nächsten Auto benötigt, dynamischer Lichtassistent, der ein Fahren mit Fernlicht ermöglicht, ohne den Gegenüber zu blenden, Verkehrszeichen-Assistent, Automatische Distanzregelung, Spurhalteassistent, Pre-Crash-Gurtstraffer , radargestützte City-Notbremsfunktion bis 30 km/h und die Multikollisionsbremse, die nach einem Aufprall das Unfallfahrzeug automatisch abbremst, sind für VW-Mann Hackenberg Ausweis der "Demokratisierung des Technologischen Fortschritts". Und wahrscheinlich eine Frage des Preises.

Quelle: Autobild TV
01.06.12 5:12 min.
Zwei kompakte Kracher mit mehr als 200 PS kommen auf die Teststrecke. Das verspricht volle Fahrfreude! Die Sportskanonen VW Golf GTI und BMW 125i zeigen im Duell aber auch ihre Alltagsqualitäten.
© Berliner Morgenpost 2013 - Alle Rechte vorbehalten
P.S.: Sind Sie bei Facebook? Dann werden Sie Fan von der Berliner Morgenpost.
Die Favoriten unseres Homepage-Teams

Familie Obama nach der Landung in Berlin
Aktualisiert vor 1 MinuteLiveblog
Obama in Berlin – US-Präsident im Schloss Bellevue erwartet

US-Präsident Barack Obama, Ehefrau Michelle und die Töchter Sasha und Malia sind in Berlin. Ihre Nacht im Hotel Ritz-Carlton ist vorbei. Nun hat ein Tag voller Termine begonnen. Der Liveblog. mehr...


Absperrungen in Berlin
06:42Straßensperrungen
Die Verkehrslage in Berlin während des Obama-Besuchs

Straßen sind gesperrt, Busse werden umgeleitet, Bahnen fahren eingeschränkt: Berlin ist wegen des Staatsbesuches von Barack Obama im Ausnahmezustand. Eine Zusammenfassung der Verkehrseinschränkungen. mehr...


Heinz Buschkowsky (SPD), Bezirksbürgermeister des Berliner Bezirks Neukölln, verzichtet auf die Obama-Rede
09:39US-Präsident in Berlin
Kein Schatten - Buschkowsky sagt Teilnahme an Obama-Rede ab

Rund 6000 geladene Gäste werden am Nachmittag am Brandenburger Tor die Rede des US-Präsidenten verfolgen. Ein Berliner Politiker sagte jedoch ab: Neuköllns Bürgermeister Heinz Buschkowsky. mehr...

BMO_ObamaLimo.jpg
18.06.13Interaktive Grafik
Staatskarosse des US-Präsidenten ist ein rollendes "Biest"

Bei der Sicherheit des US-Präsidenten wird nichts dem Zufall unterlassen. Seine Dienstlimousine ist wie ein fahrender Hochsicherheitstrakt. Daher hat sie auch den Spitznamen "The Beast" - das Biest. mehr...

Leser-Kommentare Kommentare
Leserkommentare sind ausgeblendet.
Kommentare einblenden
Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen

Die Moderation der Kommentare liegt allein bei MORGENPOST ONLINE.
Allgemein gilt: Kritische Kommentare und Diskussionen sind willkommen, Beschimpfungen / Beleidigungen hingegen werden entfernt. Wie wir moderieren, erklären wir in der Netiquette.
blog comments powered by Disqus
Top-Thema

Aus dem Bett ihrer Suite im „Ritz-Carlton“ kann das Präsidentenpaar auf den Potsdamer Platz schauen
Obamas Hotel in Berlin

Hier übernachtet die First Familiy

Video Nachrichten mehr
Deutschland-Besuch Familie Obama zu Gast in Berlin
Berlin US-Präsident Obama erreicht das Ritz-Carlton
Berlin-Besuch Obamas Rede an der Siegessäule
Staatsbesuch In Berlin gilt höchste Sicherheitsstufe für Obama
 
Top Bildershows mehr
Staatsbesuch

Von Kennedy bis Bush – US-Präsidenten in Berlin

Deutschland-Reise

Tag 1 - So kommt US-Präsident Obama in Berlin an

First Lady

Das ist die Stilikone Michelle Obama

Absperrungen

US-Präsident Barack Obama in Berlin

 
In eigener Sache
Weitere Morgenpost Angebote