Farbgeschmack
Die deutschen Autobesitzer sind Schwarzfahrer
Laubfroschgrün, Rapsgelb, Himmelblau, Pink: Bei Autolacken ist eine große Farbpalette möglich. Genutzt wird das Angebot kaum. Denn deutsche Autofahrer sind konservativ.
Rund 20.000 verschiedene Autolacke sind auf Deutschlands Straßen vertreten. Es gibt so schrille Namen für die Farben wie Hot Magenta, Mars-Rot oder Tangerine Scream – so etwa taufte Ford sein knalliges Orange.
Doch Mut zur Farbe zeigen die deutschen Autokäufer nicht, was aus einer Auswertung der Neuwagenzulassungen 2011 hervor geht, die der Verband der Automobilindustrie (VDA) vorgenommen hat. Favorit bei den Neuwagenkunden war im vergangenen Jahr die Farbe Schwarz mit 31 Prozent. Nur knapp dahinter liegt Grau (dazu gehört auch Silber) mit 30,9 Prozent. Weiß folgt auf Platz drei mit 13 Prozent. Drei von vier 2011 zugelassene Fahrzeuge sind silber, schwarz oder weiß.
Gelb und Orange wird gemieden
Blau verzeichnete dagegen einen Rückgang von 15,1 Prozent (2007) auf aktuell 9,0. Rot hält sich mit rund fünf Prozent seit fünf Jahren stabil. Braun bezeichnet der VDA als Trendfarbe und stieg von 1,1 auf 6,0 Prozent. Verschmäht werden Gelb (1,4 Prozent), Orange (0,4) Lila/Violett (0,6), Grün (1,1).
Was den Farbgeschmack der Autokäufer beeinflusst, darüber streiten die Experten. Die Vorliebe für bestimmte Farben ist weder berechenbar noch lässt sie sich rational erklären. Manchmal wird sie durch unser soziales Umfeld bestimmt, manchmal durch die momentane Lebenssituation oder durch die wirtschaftliche Lage.
Weiß ist besonders sicher
Meist handelt es sich aber nach Ansicht des Farbforscher Axel Venn eher um eine von Launen geprägte Entscheidung. Neue Farbtrends entstünden dadurch, "dass man sich an den bekannten Farben sattgesehen hat", glaubt Fachmann Venn.
In Zeiten, in denen den Autofahrern das Geld nicht so locker sitzt, wird auf Altbewährtes zurückgegriffen. Denn vor allem wer beim Autokauf bereits an den späteren Wiederverkaufswert denkt, wählt ein Fahrzeug in den Farbtönen Silber, Schwarz oder Dunkelblau. Und wer unter Sicherheit eine möglichst geringe Unfallgefahr versteht, freundet sich mit Weiß an. Denn es gibt nach Untersuchungen des TÜV einen Zusammenhang zwischen der Autofarbe und der Unfallwahrscheinlichkeit.
"Zwei Studien haben gezeigt, dass helle Autofarben besser wahrgenommen werden als dunkle", sagt TÜV-Experte Ralf Buchstaller. Da fällt es schwer, Farbe zu bekennen.
















