10.08.12

Allrad-Pkw

Subaru SUV – Ganz schön bieder, Mann!

Nüchternes Innendesign, durchschnittliches Raumangebot, niedriger Preis: Nur von außen ist der sportliche Geländewagen aus Japan spektakulär. Den SUV-Markt wird er kaum bereichern.

Von Holger Holzer
Foto: Subaru

Unter allen Fahrzeugvarianten liegt besonders der SUV im Trend. Nahezu jeder Hersteller hat einen sportlichen Geländewagen im Angebot. Auf dem Allradmarkt für Pkw tummelte sich Subaru als einer der ersten Hersteller. Aber erst jetzt preschte die japanische Marke mit dem XV vor.

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Schon lange bevor Quattro, 4Matic und xDrive aus der Taufe gehoben wurden, baute Subaru Allrad-Pkw. Da wundert es, dass die Japaner das Boom-Segment der SUV so lange links haben liegen lassen.

Seit kurzem schließt der Subaru XV die Lücke im Modellprogramm. Mit grundsätzliche Neuerungen kann er nicht punkten, mit exotischer Technik und seinem skurrilen Charme schafft er sich aber zumindest eine eigene kleine Nische.

Selbst der Testwagen wirkt innen nüchtern

Der Subaru ist schon ein wenig schrullig. Das fällt schon bei der ersten Begegnung mit dem Allrader auf. Während er sich äußerlich noch ein nach aktueller Mode geschneidertes Dynamiker-Blechkleid wie der Ford Kuga und Hyundai ix35 leistet, herrscht im Innenraum eine lange vergessene Nüchternheit – selbst beim voll ausgestatteten Testwagen.

Nur die dünnen Chromleisten um die Instrumente und der überraschend bunte Zentralbildschirm geben dem Auge Futter. Stattdessen gibt es großflächig verbauten nackten Kunststoff, der nur von Schaltern und Instrumenten unterbrochen wird.

Lieblos oder zumindest schnörkellos

Über die gibt es nicht viel mehr zu sagen, als dass sie da sind und funktionieren. Und so soll es offenbar sein: Hier ist alles einfach, praktisch, frei von Schnickschnack. Das kann man nun als lieblos kritisieren – oder als schnörkellos loben, vor allem da die Verarbeitung auf hohem Niveau liegt. Richtig zusammenpassen wollen das durchaus schicke Äußere und der Innenraum im Plastik-Stil aber nicht.

Eine weitere Schrulle leistet sich Subaru traditionell beim Motor. Neben Porsche sind die Japaner die letzten, die bei ihren Triebwerken dem in Produktion und Wartung kostspieligen Boxerprinzip die Treue halten.

Auch im XV-Testwagen schlägt der Vierzylinderbenziner zur Seite aus. Der Fahrer merkt davon allerdings zunächst nichts – denn bauartbedingt ist das Triebwerk ein Ausbund an akustischer Zurückhaltung.

Verhaltenes Temperament

In diesem Fall ist das ein großer Vorteil, denn das träge Triebwerk mit nominell immerhin 150 PS braucht mindestens 4000 Touren, um überhaupt so etwas wie Temperament zu entwickeln. Dort, wo viele Reihenvierzylinder bereits mit ohrenbetäubendem Lärm nerven, ist der Saug-Boxer dann aber noch immer kaum zu vernehmen.

Dem Verbrauch tut das hohe Drehzahlniveau aber nicht gut. Wer jedoch im zähen Drehzahlbereich zwischen 2000 und 3000 Touren unterwegs ist, kommt mit rund 8,5 Litern aus – was für einen Allrader dieser Größe durchaus in Ordnung geht.

Trotzdem ist beim XV der alternativ angebotene Boxer-Diesel mit 147 PS die bessere Wahl. Nicht nur was den Verbrauch, sondern vor allem, was die Fahrleistungen angeht.

Kein Kurvenstar

Eine weitere Subaru-Spezialität ist der serienmäßige Allradantrieb. Die Japaner setzen dabei auf eine eigene, besonders leichte Technik mit permanenter Kraftübertragung an alle vier Räder, die auf rutschigem Untergrund und bei der Fahrdynamik den häufig nur zuschaltenden Allradsystemen der direkten Konkurrenz überlegen ist.

Zum Offroader oder Kurvenstar wird der XV damit allerdings nicht, auch wenn das verbindliche Fahrwerk kaum Wankbewegungen der Karosserie zulässt und die vergleichsweise leichte Fuhre immer sauber in der Spur hält. Als Zugfahrzeug ist der Japaner zudem nach SUV-Maßstäben wenig talentiert, lediglich 1600 Kilogramm dürfen an den Haken.

Auch beim Platzangebot nur Durchschnitt

Der Subaru XV ist unterm Strich ein Kompakt-SUV für Fans der Marke und Freunde technischer Sonderwege. Zudem gehört er mit einem Startpreis von 21.600 Euro für den kleinen Benziner mit 114 PS und 23.700 Euro für den Top-Benziner mit 150 PS zu den preisgünstigeren Angeboten auf dem deutschen Markt.

Abseits davon vermag der Japaner aber keine Ausrufezeichen zu setzen. Auch beim Platzangebot ist er nur Durchschnitt, bietet kam mehr Raum als die technisch verwandte Kompakt-Limousine Impreza. Pfiffige Ausstattungs-Ideen oder eine erhöhte Variabilität, die das ausgleichen könnten, sind nicht zu finden. So verpasst es der Spätstarter im SUV-Segment, Akzente zu setzen – übrig bleiben ein paar Schrulligkeiten. Die kann man sympathisch finden oder nicht.

Quelle: sp-x
Quelle: Autobild
30.03.12 1:16 min.
Er sieht gut aus, hat ordentlich Pferdestärken unter der Haube und ist sogar einigermaßen bezahlbar: der Subaru BRZ. Der kompakte Sportwagen enstand in einer Kooperation von Subaru und Toyota.
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