20.07.12

Rennwagen

Der Auto Union Typ C schaffte mehr als Tempo 400

Mercedes gegen Auto Union – wenn in den 30er-Jahren die Silberpfeile antraten, zogen sie das Publikum in ihren Bann. Der Typ C stellte vor 75 Jahren auf der Avus einen Rekord für die Ewigkeit auf.

Foto: Audi

Mehr als 500 PS stark, ein Kompressor und sechs Liter Hubraum. Für ein Vorkriegsauto war der Auto Union Typ C fast unvorstellbar stark.

6 Bilder

Es war Ende April 1937. 300.000 Zuschauer hatten sich an der Berliner Avus eingefunden. Gerade erst war die Nordkurve der "Automobil-Verkehrs- und Übungs-Straße" fertig geworden, eine Steilkurve, die noch höhere Geschwindigkeiten möglich machen sollte.

Nun sollte sie zum ersten Mal in einem Rennen befahren werden, unter anderem von den "Silberpfeilen", den Rennwagen von Mercedes und Auto Union, die der Großteil der Zuschauer sehen wollte.

Ein Entwurf aus der Feder von Ferdinand Porsche

Die Schaulustigen wurden nicht enttäuscht, nicht zuletzt wegen der Fahrt von Bernd Rosemeyer. Zwar belegte das Renn-Idol am Ende nur Platz vier, doch mit seinem 520 PS starken Wagen schaffte er die schnellste Runde im Rennen: 276,4 Stundenkilometer im Durchschnitt, mit Vorkriegstechnik, auf einem Kurs, dessen Steilkurve aus geklinkerten Ziegeln bestand und deren Fugen mörderische Stöße austeilten. Ein Streckenrekord für die Ewigkeit.

Kein geringerer als Ferdinand Porsche hatte das Auto konstruiert, in dem Rosemeyer seinen Rekord aufstellte. Eine Besonderheit war seinerzeit der Mittelmotor, der direkt hinter dem Fahrer seinen Platz fand und dem Wagen zu sehr gutem Handling verhalf.

Innerhalb kurzer Zeit verdoppelte sich fast die Leistung

Hatte das erste Modell des Auto-Union-Grand-Prix-Wagens im Jahr 1934 noch 295 PS und 4,3 Liter Hubraum gehabt, wartete der weiterentwickelte Typ C mit sechs Litern Hubraum und fast dem Doppelten der Ausgangsleistung auf.

Wenn es sich anbot, wurde eine Stromlinienkarosserie montiert. In ihre Entwicklung waren aerodynamische Erkenntnisse aus dem Flugzeugbau eingeflossen, sie ließ den Wagen noch einmal schneller werden: Mit ihr schaffte Rosemeyer mehr als 400 Stundenkilometer.

Ein neues Reglement markierte das Ende

Während der Jahre 1936/37 rasten die Typ-C-Rennwagen der Marke mit den vier Ringen durch 59 Rennen und heimsten dabei 33 Siege ein. Das Ende brachte dann nicht der Krieg, sondern eine Änderung des Reglements, die den Hubraum auf drei Liter beschränkte.

Einen Typ C überließ Audi daraufhin dem Deutschen Museum in München, wo er heute noch restauriert zu besichtigen ist. Ein weiterer Renner fand sich nach dem Ende der Sowjetunion in Riga, Audi holte ihn heim und präsentiert ihn heute im Ingolstädter Werksmuseum.

Der Förderverein des August-Horch-Museums in Zwickau schließlich organisierte den Bau einer Replika. Auch sie lässt sich heute im Museum bewundern.

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