29.06.12

SUV

Der geliftete BMW X1 lebt von seinen inneren Werten

Man muss zweimal hinschauen, wenn man den neuen BMW X1 vom alten unterscheiden möchte. Denn außen ist die Modellpflege recht dürftig. Im Innenraum und unterm Blech sieht das ganz anders aus.

Foto: BMW/Tom Kirkpatrick

Nach zweieinhalb, sehr erfolgreichen Jahren auf dem Markt, hat BMW den X1 jetzt überarbeitet.

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Sie waren die ersten und wollen es auch bleiben. Als BMW vor knapp etwa zweieinhalb Jahren den X1 präsentiert hat, war der Audi Q3 noch nicht auf dem Markt und vom kleinen SUV-Ableger der neuen Mercedes A-Klasse noch gar keine Rede. Kein Wunder, dass der BMW X1 aus dem Stand an die Spitze seines Segmentes gestürmt ist und bis jetzt die Liste der noblen SUV anführt.

Damit sich daran nichts ändert, ist der X1, der im BMW-Werk in Leipzig gebaut wird, jetzt ein wenig aufgefrischt worden. Außen hält sich die Überarbeitung jedoch in engen Grenzen.

Wer nicht die vom Einser inspirierten "Lines" bestellt, die den X1 mit neuen Anbauteilen mal rustikaler und mal sportlicher erscheinen lassen, der muss schon sehr genau hinschauen, um die Modellpflege überhaupt zu erkennen. Denn außer neu geformten Schürzen und frisch geschminkten Scheinwerfern gibt es außen nicht viel, was neu und alt unterscheidet.

Verkehrsmeldungen in Echtzeit

Innen sieht das schon etwas anders aus. Dort trägt der bayerische Hersteller der Kritik am wenig noblen Ambiente Rechnung. Obwohl der X1 zumindest in der Basisversion nur um 200 Euro teurer geworden ist und jetzt bei 27.800 Euro startet, wirkt das Cockpit deutlich vornehmer.

Die Mittelkonsole wendet sich stärker dem Fahrer zu, das Lenkrad bietet mehr Grip, viele Schalter wirken hochwertiger und die Holzeinlagen sehen so täuschend echt aus, dass man unwillkürlich an sein Schnitzmesser denkt.

Wer genau hinschaut, entdeckt in der Preisliste zudem ein paar neue Optionen vor allem für das Infotainment: Verkehrsmeldungen gibt es jetzt in Echtzeit, die Navigation googelt die Sonderziele, und auf dem Bildschirm in der Mittelkonsole laufen eigene BMW-Apps für die sozialen Netzwerke oder das Internetradio.

In 6,8 Sekunden auf Tempo 100

Alles neumodische Spielereien ohne wirklichen Mehrwert? Dann spendet der Blick unter die Motorhaube einen gewissen Trost. Denn bei den drei Benzinern und fünf Diesel von 116 bis 245 PS hat sich einiges getan.

Der 20d kommt in der Standardversion jetzt auf 184 statt 177 PS, und der neue 25d krönt die Palette der Selbstzünder mit 218 PS. Zwar hat auch er wie alle anderen Diesel nur vier Zylinder und zwei Liter Hubraum. Doch bauen die Bayern hier ihren zweistufigen Doppelturbo ein.

Ohne lästige Gedenksekunde mobilisiert dieser Lader bis zu 450 Nm, die für mächtigen Vortrieb genügen: Einmal den Fuß ans Bodenblech geheftet, schon stürmt der X1 in 6,8 Sekunden auf Tempo 100.

Reichweite von 1100 Kilometer

Schluss ist erst bei 228 km/h. Zumindest in der Theorie kann das fast ewig so weiter gehen. Denn bei einem Normverbrauch von 5,5 Litern und einem Tankvolumen von 61 Liter kommt der X1 25d auf eine Reichweite von 1100 Kilometern und wird zum potenten Dauerläufer.

Besonders sparsam und zugleich kommod ist er dabei vor allem mit der Achtstufen-Automatik, die jetzt erstmals im X1 Einzug hält. Bislang nur aus den größeren Baureihen bekannt, gibt es das Getriebe mit den samtenen Gangwechseln künftig für fast alle Motorvarianten. Zwar zahlt man dafür gut 2000 Euro Aufpreis, doch geht der Verbrauch damit um bis zu 0,9 Liter zurück.

Vom Erfolg des X1 und der Effizienz der Modellpflege sind die BMW-Verantwortlichen überzeugt. "Wir hatten die Nase in dieser Klasse immer ein wenig vor unseren direkten Konkurrenten", sagt ein Firmensprecher. "Und so leicht geben wir diesen Vorsprung nicht wieder her."

Quelle: sp-x
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