02.06.12

Sportwagen

Keiner ist so schön wie dieser Maserati

Der Maserati GranTurismo ist der ungekrönte Schönheitskönig unter den Sportwagen. Schön sein ist zwar leicht, schön bleiben dagegen harte Arbeit. Daher wurde der Wagen überarbeitet – und noch schöner.

Foto: Maserati

Für Ästheten, die auch die Schnelligkeit lieben, ist der überarbeitete Maserati GranTurismo Sport genau das Richtige.

10 Bilder

Was bei Stars und Sternchen zur Not der plastische Chirurg richtet, machen beim Auto die Ingenieure und Designer. Nicht umsonst heißt die Überarbeitung zur Mitte der Laufzeit "Facelift". Das trifft jetzt auch den Maserati GranTurismo, den großen Zweitürer aus Modena, der seinen Vorsprung beim Concorso d'Eleganza auf der Überholspur nun mit ein paar dezenten Retuschen sichern will und im Juli zu Preisen ab 123.620 Euro als GranTurismo Sport in den Handel kommt.

Dabei arbeiten die Italiener vor allem die sportliche Seite des rasanten Riesen heraus. Die neue Frontschürze mit den großen Nüstern zum Beispiel ist inspiriert vom Rennwagen MC Stradale, die Scheinwerfer mit dem LED-Tagfahrlicht haben jetzt einen stechenderen Blick, die dunkleren Rückleuchten lassen die jeweils 96 Leuchtdioden noch deutlicher hervor treten.

Und die in frischen Farben lackierten Bremssättel in den dunklen Felgen betonen den stärkeren Biss, den der GranTurismo im Ernstfall entwickeln kann. Dazu gibt es innen neue Sitze mit mehr Seitenhalt und einem Hauch mehr Beinfreiheit für die Hinterbänkler.

In 4,5 Sekunden von null auf Tempo 100

Das Herz das Maserati schlägt unter seiner langen Haube: 4,7 Liter hat der V8-Motor und mit neuer Elektronik jetzt noch ein bisschen mehr Muskeln. Die Leistung steigt um zehn auf 460 PS und das Drehmoment klettert um 20 auf 520 Nm. Da spielt es auch keine Rolle mehr, dass der GranTurismo eigentlich zwei, drei Zentner zuviel auf den Rippen trägt.

Wer nur den Fuß fest genug aufs Bodenblech heftet oder mit der neuen Launch-Control startet, der schießt mit der Automatikvariante in 4,8 Sekunden auf Tempo 100 und jagt danach bis 298 km/h weiter. Die Variante mit elektrohydraulischer Schaltung ist sogar noch schneller: Beim Sprint nimmt sie der Automatik eine Zehntel ab und bei Vollgas knackt sie die 300er-Marke.

Zwar ist der GranTurismo als großer Tourer vor allem für die weiten Strecken, die breiten Boulevards und die großen Geraden gemacht. Doch auch auf engen Gebirgsrouten, in schnellen Kurven und kitzligen Kehren schlägt er sich für seine Größe und sein Gewicht ganz wacker – vor allem, nachdem Maserati noch einmal an der sogenannten Skyhook-Federung gefeilt hat.

Italienische Oper auf vier Rädern

Sie ist im Sportmodus jetzt spürbar steifer und direkter. So poltert der Luxusliner zwar ein wenig über Bodenwellen und durch Schlaglöcher. Aber dafür hält er nun präzise seine Spur, wirft sich mit Verve in die engsten Kurven und lässt sich auch von schnellen Richtungswechseln nicht aus der Ruhe bringen.

Er ist wunderbar anzuschauen und toll zu fahren. Doch das Beste am GranTurismo ist sein ohrenbetäubender Sound: Mit Sportauspuff samt Schallklappen und einer Elektronik, die so wunderbar dosierte Zwischengas-Stöße einspielt, taugt der Maserati für die große italienische Oper auf Rädern und zaubert einem in jeder Tonlage eine Gänsehaut aufs Trommelfell.

So bekommt man schon weiche Knie und feuchte Hände, bevor man überhaupt den ersten Meter gefahren ist. Wie wenig sich beim Facelift tatsächlich geändert hat, das hat man da schon längst wieder vergessen.

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