03.02.09

Sportwagen

Nissan bringt Porsche-Jäger fast zum halben Preis

Es bewegt sich was im Segment der japanischen Sportwagen. Während Honda und Toyota noch in den Startlöchern stehen, startet Nissan mit zwei neue Modellen auf den deutschen Markt durch. Besonders der GT-R, schnellster und stärkster Nissan aller Zeiten, bietet Porsche-Power – ist aber für fast die Hälfte zu haben.

Durch Computerspiele wie die "Need for Speed"-Reihe oder Filme a la "The Fast and the Furious" haben japanische Sportwagen in den vergangenen Jahren vor allem beim jüngeren Publikum Kult-Status erreicht. Inzwischen sind die Nippon-Flitzer in die Jahre gekommen. Doch zumindest Nissan wagt sich nun mit schnellen Sportwagen-Neuheiten auf den deutschen Markt. Der Porsche-911-Turbo-Konkurrent GT-R und der kleinere 370Z sollen gegen den rückläufigen Absatztrend Marktanteile gewinnen und das Image der Marke weiter stärken. Auch Honda und Toyota wollen in ein bis zwei Jahren durchstarten.

Ein erstes Ausrufezeichen hat der Nissan GT-R bereits im vergangenen Jahr bei Testfahrten auf der Nürburgring-Nordschleife gesetzt. Nach lediglich sieben Minuten und 29 Sekunden hat der 485PS starke Allrader mit dem doppelt turbogeladenen 3,8-Liter-V6-Benziner seine Runde absolviert. Das ist Bestzeit für ein unmodifiziertes Serienauto. Ausgestattet mit einem blitzschnell schaltenden Doppelkupplungsgetriebe beschleunigt das Coupé in 3,6 Sekunden auf Tempo 100 und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von rund 310 km/h. Damit ist der GT-R nicht nur der stärkste, sondern auch der schnellste Nissan aller Zeiten. Und der 2+2-Sitzer ist dabei auch noch vergleichsweise preiswert, lediglich 81.800 Euro werden zur Markteinführung im März aufgerufen. Zum Vergleich: Ein Porsche 911 Turbo kommt auf 140.152 Euro.

Trotzdem wird der GT-R in Deutschland wohl ein Exot bleiben, nur rund 200 Autos sollen im ersten Jahr für den hiesigen Markt zur Verfügung stehen. Deutlich höhere Verkaufszahlen dürfte der Nissan 370Z erreichen, der ab Juli erhältliche Nachfolger des 350Z. Das Coupé wartet mit einem 3,7-Liter-Benzinmotor mit 331PS und einem neuen Sechsgangschaltgetriebe auf. Bei diesem wird sowohl beim Hoch- als auch beim Herunterschalten elektronisch die Drehzahl durch kurzes Zwischengasgeben automatisch angepasst, die Gangwechsel sollen dadurch besonders weich erfolgen. Die Neuauflage ist gegenüber dem Vorgänger in der Länge etwas geschrumpft und wirkt nun deutlich kompakter. Die Preise für den Hecktriebler, der unter anderem gegen den Porsche Cayman (ab 48.879 Euro) antritt, starten bei 38.690 Euro.

Auf sportliche Sparsamkeit setzt Honda mit dem kompakten Hybridcoupé CR-Z, das Ende 2010 auf den Markt kommen soll. Eine Studie mit keilförmiger Karosserie und aggressiver Front war bereits auf der Motor Show in Tokio zu sehen, Näheres ist aber noch nicht bekannt. Weitere Neuheiten in Sachen Sport stehen nicht auf dem Programm: Der Mittelmotorsportler NSX ist ausgelaufen und wird nicht ersetzt. Und die Produktion des Roadsters S2000 läuft Mitte des Jahres aus. Dann sind im Handel nur noch die Restbestände des Zweisitzers zu haben. Über einen Nachfolger ist noch nicht entschieden.

Während Honda-Fans also noch bis 2010 auf ein neues Sport-Modell warten müssen, dauert es bei Toyota sogar noch ein Jahr länger. Denn nach dem Auslaufen des Mittelmotormodells MR2 hat der weltgrößte Autohersteller gar keinen Sportler mehr im Angebot. Ersatz soll erst 2011 in Form eines kompakten Sportwagens kommen, der gemeinsam mit Subaru entwickelt wird. Details zu Antrieb und Konzeption gibt es aber noch nicht. Die Schwestermarke Lexus plant gleich eine Nummer größer und testet seinen nahezu serienreifen Supersportwagen LF-A im Mai beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring im Hinblick auf seine Leistungsfähigkeit. Wann der rund 500 PS starke V8-Sportler auf den Markt kommt, ist noch unklar. Frühester Termin wäre 2010.

Mazda zögert mit einem RX-8-Nachfolger

Offen ist die Nachfolgeregelung noch beim Wankel-Sportler Mazda RX-8. Zwar liegt bei den Japanern bereits ein Konzept in der Schublade, doch das Management zögert angesichts der weltweiten Wirtschaftskrise mit der Realisierung. Sollte der Sportler doch noch gebaut werden, soll das bisherige 2+2-Sitzer-Konzept ad acta gelegt und der RX-8-Nachfolger zur zweisitzigen Fahrmaschine werden. Für den Antrieb ist eine weiter entwickelte Version des Wankelmotors mit höherer Leistung und geringerem Verbrauch im Gespräch.

Quelle: mid/mv
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