Ranking
Berliner Immobilienmarkt ist attraktiver als der in London
London? Paris? Berlin und München sind die attraktivsten Immobilienmärkte. Das ergab ein Standort-Ranking aller europäischen Metropolen.
München und Berlin sind aus Sicht internationaler Branchenexperten die attraktivsten Immobilienmärkte in ganz Europa. Damit führen zum ersten Mal zwei deutsche Städte das Standort-Ranking der 27 europäischen Metropolen an, das seit 2004 von der Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) und der Branchenvereinigung Urban Land Institute (ULI) erhoben wird.
Das Interesse an den deutsche Metropolen – Hamburg wird immerhin auf Platz fünf noch vor Paris genannt – rührt vor allem daher, dass Deutschland in der Euro-Schuldenkrise als sicherer Hafen für Immobilieninvestoren gilt.
Geradezu sensationell ist, dass München und Berlin in der Immobilienbranche jetzt vor London rangieren.
Neben der prominenten Platzierung deutscher Städte in den europäischen Top 10 fällt das Comeback Londons auf. Nachdem die britische Hauptstadt 2012 auf Rang neun abgestiegen war, hat sie sich wieder auf die dritte Position vorgearbeitet.
Dabei profitiert die Stadt nicht nur von ihrem Status als einer der wertstabilsten Immobilienmärkte weltweit, sondern auch vom wachsenden Raumbedarf der Technologie- und Kreativbranche.
München genießt den Ruf eines "sicheren Hafens". Eine ausgewogene Wirtschaftsstruktur und niedrige Leerstandsquoten garantieren stabile Immobilienpreise. Zudem profitiere der Hotelmarkt vom boomenden Tourismus.
Hotel- und Tourismussektor boomt in Berlin
In Berlin raten die Experten zu Investitionen im Hotel- und Tourismussektor. Bevorzugt werden allerdings Wohnimmobilien: Für keine andere europäische Metropole haben mehr Befragte eine Kaufempfehlung für Wohnungen ausgesprochen als für Berlin.
Wie aus der Studie "Emerging Trends in Real Estate Europe 2013" hervorgeht, ist die Stimmung der 500 befragten Immobilienexperten erstmals seit Jahren insgesamt wieder optimistisch. So geben auch 80 Prozent der Befragten an, dass sich durch die Krise der Euro-Zone neue Möglichkeiten für ihr Geschäft ergeben hätten.
"Dieser Optimismus bedeutet jedoch nicht, dass sich alle Probleme – insbesondere das weiter bestehende Refinanzierungsproblem der Investments aus den Boom-Jahren – schnell lösen werden", sagte PwC-Immobilien-Experte Jochen Brücken.
Die Branche habe nach fünf Jahren der Restrukturierung allmählich einen Weg gefunden, mit der neuen, volatileren Normalität umzugehen, heißt es in der Studie. Die Investoren würden weniger auf Strategien für ganze Regionen oder Sektoren setzen. Stattdessen würden sie sehr sorgfältig die Investmentziele, die Erträge und Sicherheit versprechen, auswählen.
Dabei sei der Run auf die sogenannten Core-Objekte nach wie vor hoch und teilweise überlaufen. Gerade diese gut vermieteten Bürotürme, Shoppingcenter, Hotels oder Logistikparks in bester Lage sind in Deutschland sehr gefragt, und stehen nur selten zum Verkauf. Insgesamt wird das Transaktionsvolumen mit gewerblichen Immobilien in Deutschland in diesem Jahr nicht besonders stark steigen, sind sich die großen Maklerhäuser einig.
Deutscher Immobilienmarkt profitiert
"Der deutsche Immobilienmarkt profitiert von einer Sonderkonjunktur. Doch sind Investitionen in urbane Zentren auch hierzulande keine Selbstläufer. Berlin wird beweisen müssen, dass der jüngste Immobilienboom nachhaltig ist und nicht nur vom vergleichsweise niedrigen Preisniveau angeheizt wurde", sagt PwC-Experte Brücken.
Wertzuwächse trauen die Immobilienexperten nur vier Metropolen zu. Insgesamt "gute" Perspektiven für Bestand, Investments und Entwicklung sehen die Befragten neben München und Berlin nur noch in London und Istanbul.


















