Neuer Russe
Depardieu ist Besitzer von gleich zwei Häusern in Russland
Der 64-Jährige lässt sich ein Haus bei Moskau bauen - und bekommt in der Teilrepublik Mordwinien eines geschenkt. Er freue sich aufs Angeln.
Der französische Schauspieler Gérard Depardieu (64), neuerdings auch russischer Staatsbürger, lässt sich in einem Dorf bei Moskau ein Haus bauen. Das Grundstück im Wert von umgerechnet etwa 90.000 Euro habe die Größe eines halben Fußballfeldes und werde streng bewacht, berichtete die Zeitung "Komsomolskaja Prawda" am Freitag.
Ein Teich mit Wildenten habe es dem Hobbyangler Depardieu dort besonders angetan, zudem befinde sich in der Nähe ein Flughafen. Ein zweites Haus soll der Neu-Russe in der Teilrepublik Mordwinien an der Wolga geschenkt bekommen, hieß es. Dies hätten Depardieu und Gouverneur Wladimir Wolkow vereinbart.
Depardieu sehnt sich nach der "russischen Seele"
Aus Protest gegen geplante höhere Steuern in Frankreich hatte sich der Schauspieler bei Kremlchef Wladimir Putin zu Jahresbeginn einen russischen Pass abgeholt. "Ich möchte sehr bald wieder einmal nach Mordwinien kommen, um mit einer Angel am Teich zu sitzen und im Birkenhain zu spazieren", schrieb Depardieu nun in einem Brief an Gouverneur Wolkow. Er sehne sich nach der "russischen Seele".
Unterdessen hat der "Obelix"-Darsteller dementiert, dass er aus Sorge um sein Privatvermögen aus Frankreich flüchtet. "Wenn ich vor dem Finanzamt fliehen wollte, wie es in der französischen Presse heißt, hätte ich das schon vor langer Zeit tun können", sagte Depardieu in einem Interview mit dem französischen Sportsender L'Equipe 21. Außerdem kündigte er an, sich auch um die belgische Staatsbürgerschaft bemühen zu wollen – dennoch bleibe er Franzose, so Depardieu.
Der Schauspieler hat nach dem französischen Gesetz nun ein Jahr Zeit, um seine französische Staatsangehörigkeit zurückzugeben. Depardieu hatte dies angekündigt, nachdem Premierminister Jean-Marc Ayrault einen zunächst angekündigten Umzug nach Belgien als "unpatriotisch" und "ziemlich erbärmlich" bezeichnet hatte – eine Bemerkung, die ihm der "Wutbürger" Depardieu mächtig übel nahm.



















