Kauftipps
So finden Sie das passende Fahrrad
Nach der Saison ist vor der Saison: Weil im Herbst viele Fahrräder günstiger angeboten werden, ist es jetzt Zeit, zuzuschlagen. Um in dem kaum überschaubaren Angebot das Richtige zu finden, sollte man sich allerdings mit seinen Bedürfnissen befassen. Schließlich gibt es für fast jeden Zweck das passende Fahrrad.
Von Claudia Hilbert
So zahlreich die E-Bikes auf dem Markt mittlerweile sind, so unterschiedlich sind sie in der Qualität. 1500 Euro sollte man mindestens investieren, um mit dem elektrobetriebenen Zweirad am Ende auch Freude zu haben. Das Modell "Flyer S Urban" von Biketec in der Damenversion mit mittig sitzendem Akku und darunter liegenden Motor kostet um 3600 Euro.
Cityrad, Mountainbike oder doch lieber Trekkingrad – eine Vielzahl von Fahrradtypen stehen auf dem hiesigen Fahrradmarkt zur Auswahl. Bei diesem nahezu unüberschaubaren Angebot ist es gar nicht so einfach, etwas Passendes zu finden. "In jedem Fall sollte man sich bereits vor dem Einkauf die Frage beantworten, was man mit dem neuen Fahrrad machen möchte", rät Bettina Cibulski vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC). Denn jeder Fahrradtyp ist für einen speziellen Verwendungszweck konzipiert.
So ist das Cityrad für die tägliche Fahrt zur Arbeit oder zum Supermarkt und für gelegentliche kurze Touren geeignet. "Für lange Reisen ist es mit einem Gewicht zwischen meist 18 und 20 Kilogramm dagegen zu schwer", so Cibulski. Das Cityrad zeichnet sich häufig durch einen tiefen Durchstieg und eine mit Rücktritt ausgestattete, einfach zu bedienende, im Allgemeinen siebengängige Nabenschaltung aus. Die aufrechte Sitzhaltung ermöglicht einen guten Überblick über den Straßenverkehr.
Sportlich ambitionierte Radler sollten sich eher ein Mountainbike oder ein Rennrad zulegen. Mountainbikes sind stark gefedert und mit einer niedrigeren Rahmenhöhe und 26-Zoll-Reifen meist etwas kleiner. Damit sind sie ideal für Fahrten über unwegsames Gelände. Das klassische Rennrad eignet sich mit seinen dünnen Reifen hingegen nur für asphaltierte Straßen. Die Ausstattung eines Rennrades ist eher spartanisch, und es ist mit nicht selten weniger als 11 Kilogramm ein wahres Leichtgewicht.
Während Mountainbike und Rennrad reine Sportgeräte sind, eignet sich das Trekkingrad für Alltag, Freizeit und Sport. "Es ist sehr haltbar und universell einsetzbar. Daher ist es das meist verkaufte Fahrradmodell in Deutschland", berichtet Expertin Cibulski. Trekkingräder sind etwas leichter als ein Cityrad und haben meist etwas dickere Reifen. Eine 14- bis 21-Gang-Kettenschaltung erlaubt mehr Flexibilität und damit auch das problemlose Erklimmen von Bergen. Auch für den Transport von einem Kindersitz oder -anhänger sind sie ideal.
Egal, auf welches Modell die Wahl auch fällt, der Gang zum Fachhändler ist in jedem Fall dem Baumarkt vorzuziehen. "Ein Fachhändler bietet nicht nur kompetente Beratung und die Möglichkeit einer Probefahrt. Es können zudem die Einzelteile flexibel ausgetauscht und individuell angepasst werden", erklärt Cibulski. In einem Baumarkt fehle meist ein konkreter Ansprechpartner, und die Qualität der dort angebotenen Räder sei in der Regel niedriger, so die Expertin.
Eine gute Zeit für den Fahrradkauf ist der Herbst. "Viele Händler bieten dann im Schlussverkauf Auslaufmodelle zu günstigeren Preisen an", sagt Cibulski. Ein Cityrad ist ab etwa 450 Euro und ein Trekkingrad ab etwa 600 Euro zu haben. Mountainbikes und Rennräder kosten mindestens 800 Euro. Der Geldbeutel sollte zudem für ein gutes Schloss ausreichen. "Die Faustregel besagt, etwa zehn Prozent des Fahrradwertes für ein Schloss zu investieren", rät Cibulski. Nur so hält die Freude über das neue Fahrrad lange an.
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