Promi-Nebenjob
Paris und Sandy sind jetzt auch Schmuckdesigner
Freitag, 23. Juli 2010 10:02 - Von Caroline BockImmer häufiger geben prominente Damen auf dem roten Teppich als Beruf Schmuckdesignerin an. Die Ohrringe von Paris Hilton, die Amulette von Sandy Meyer-Wölden oder die afrikanischen Ketten von Babs Becker sind eine lukrative Einnahmequelle – wenn auch nicht nach jedermanns Geschmack.
Jenny Elvers-Elbertzhagen macht es. Auch Candy Kern, Verona Pooth, Katarina Witt, Barbara Becker, Jade Jagger, Allegra Curtis, Paris Hilton, Peaches Geldof und Sandy Meyer-Wölden waren beziehungsweise sind kreativ oder gaben ihre Namen für Ohrringe und Kettchen her. "Schmuckdesignerin" ist zum Modeberuf unter prominenten Frauen geworden. Verbreitet ist die Tätigkeit bei höheren Töchtern, Fast- und Nichtmehr-Ehefrauen oder "Partymädchen", bei denen die Fotografen am roten Teppich manchmal etwas hilflos nach Berufsbezeichnungen suchen.
Paris Hilton, Hotelerbin und It-Girl des Jahrzehnts, entwarf Juwelen-Kreationen für Hunde. Peaches Geldof dachte sich eine Einhorn-Kette aus. Und was machte eigentlich Ex-Kommunardin Uschi Obermaier nach den wilden 68ern? Richtig: ebenfalls Schmuck.
"Ich liebe es, immer wieder neue Designs zu entwickeln und sie meinen Kundinnen persönlich vorzustellen", erklärt Schauspielerin Jenny Elvers-Elbertzhagen zu ihrer Premiere beim Shopping-Sender HSE24. Ringe, Colliers, Anhänger, Armreifen, Ketten – "stylish und trendy", verspricht der Sender.
Nicht Tochter, sondern Schmuckdesignerin
"Ich bin nicht Tochter von Beruf" – Sandy Meyer-Wölden, die durch ihre geplatzte Liaison mit Boris Becker in die Schlagzeilen geraten war, stellte in einem Interview in der "Süddeutschen Zeitung" gerade einiges klar. "Eine Freundin und ich haben als Studentinnen in Miami immer selbstgemachten Schmuck verschenkt. So entstand die Idee zu unserer Schmuckfirma in New York", erzählt sie. "Heute wird mein Schmuck in etwa 40 Geschäften in den USA verkauft."
Grundsätzlich denkt sie, dass bei Promi-Designerinnen die Suche nach der Vermarktung des Namens dahintersteckt. Mit einem geeigneten Produkt und Preisen, die der Klientel entsprechen – "Schmuck ist unverfänglich, ist etwas Schönes." Sie vermutet aber, dass die wenigstens Prominenten tatsächlich die Designerinnen sind, sondern eher ihren Namen für die Kollektionen hergeben.
Glorreiche Ausnahmen
Designerin Jette Joop sei eine „glorreiche Ausnahme“, sagt André Enskat, der ein Goldschmiede- und Juwelier-Atelier in Idar-Oberstein hat, wenn man ihn auf die Prominenten anspricht. Das Ganze sei ein Lehrberuf. Eine Ausbildung zum Goldschmied dauere schließlich drei, vier Jahre, betont Enskat. Der Fachmann denkt nach. „Die einzige, die mir einfällt, ist Paloma Picasso.“ Die verkauft ihre Ringe für mehrere tausend Dollar bei Tiffany.
Und was sagt die Fachwelt zum VIP-Schmuck? "Wir machen es bisher nicht", heißt es bei der Accessoire-Kette Bijou Brigitte. Bislang habe sich da noch nichts entwickelt. Experte Jörg Lindemann vom Bundesverband der Edelstein- und Diamantindustrie sagt, bei Schmuck sei die Verbindung zwischen Kreation und Name in der Vergangenheit immer wichtiger geworden. "Entscheidend sein und im Vordergrund stehen wird aber immer die Qualität der Arbeit." Ein bekannter Name nütze wenig, wenn die Kreation gestalterisch und handwerklich nicht den Ansprüchen der Kunden genüge.
Erschienen am 13.08.2009






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