25.02.13

Deko-Trend

Schallplatte wird im Backofen zur stylischen Schale

Schallplatten sind passé, die MP3 ist hip. Vinylscheiben zu dekorativen Schalen umzuformen, ist daher der letzte Schrei. Wie das geht? Ab in den Ofen damit. So wird's gemacht.

Foto: Birgit Bassen

Aus Alt mach Neu: Vinylplatten eignen sich wunderbar, um daraus pfiffige Schalen herzustellen und die Inneneinrichtung aufzumotzen
Aus Alt mach Neu: Vinylplatten eignen sich wunderbar, um daraus pfiffige Schalen herzustellen und die Inneneinrichtung aufzumotzen

In den 30er-Jahren war sie der Hit schlechthin. Jeder hatte sie, jeder sprach von ihr: die Vinylschallplatte. Das ging in den darauffolgenden Jahrzehnten so weiter: Ob von den Rolling Stones oder den Beatles – die schwarzen Scheiben waren ein Muss in jedem Wohnzimmer, das etwas auf sich hielt.

Heute dienen die Kultscheiben des 20. Jahrhunderts jedoch hauptsächlich als Staubfänger. Im Keller und auf Flohmärkten finden unzählige Platten ihren einsamen Platz in Pappkartons. Viele davon sind kaputt und gar nicht mehr abspielbar. Doch was soll man mit ihnen machen? Sie einfach wegzuwerfen fällt dem einstigen Plattenliebhaber doch schwer.

Die Lösung ist einfach: Man macht aus ihnen dekorative Schüsseln! Was zunächst merkwürdig erscheint, ist ein generationsübergreifender Trend geworden. Und vor allem ist es praktisch für die schon verkratzten Schallplatten.

So stellt man eine Schüssel aus Schallplatten her

Die Hamburgerin Birgit Bassen ist leidenschaftliche Bastlerin und besucht jedes Wochenende verschiedene Flohmärkte. Kein Wunder, dass auch an ihr dieser Trend nicht vorbeigegangen ist. Seit November 2012 hat sie schon 300 Schallplatten umgeformt.

"Verformte Schallplatten nützen nichts, wenn sie im Schrank stehen. Durch die Idee der Schüssel können die Platten erhalten bleiben", erzählt Bassen. Außerdem hätten die meisten Menschen gar keinen Schallplattenspieler mehr. Zwar auf eine andere Art und Weise, doch gewahrt werden die Schallplatten dadurch auf jeden Fall.

Die Bastlerin hat sich die Herstellung daher zum Hobby gemacht: "Manchmal entstehen an einem Abend 60 Stück." Aufgrund der hohen Nachfrage verkauft Bassen die Schüsseln jetzt sogar. Für 6 Euro kann man eine Schale schon erwerben, der Schüler- und Studentenpreis beträgt 3 Euro.

Auch junge Leute, die bisher nichts mit den Vinylscheiben am Hut hatten, zeigen jetzt Interesse daran. Im Internet kursieren dutzende Videos mit den verschiedensten Anleitungen, die besagten Schalen herzustellen. Auch die Varianten sind vielfältig: mal mehr, mal weniger gewellt, tiefe oder hohe Schalen. Alles ist möglich.

Die Anfertigung einer solchen Schüssel ist nicht schwer: Man heizt den Backofen bei circa 150 Grad vor. Dann stellt man eine mittelgroße, hitzefeste Schale auf das Blech und legt die Schallplatte darauf. Anschließend heißt es warten und beobachten, bis sich die Platte von alleine nach unten biegt. Sie nimmt nämlich die Form der Schale an und verformt sich zudem meist wellenartig.

Bassens Schüsseln beliebt in Hamburger Retro-Kneipen

Youtube-Nutzerin "Fräulein Ahoi" erklärt in ihrem Video, was man bei der Herstellung beachten muss: "Je nachdem, wie groß eure Schale ist, [...] umso enger und breiter wird sich die Schale dann biegen."

Und die Idee kommt bei den Leuten an: "In Hamburg gibt es diese Retro-Kneipen, da stehen meine Schüsseln schon", erzählt Birgit Bassen. Vor allem würden sie sich aber als Geschenke eignen. "Mit wenig Geld und Zeit ist das eine schöne Aufmerksamkeit."

Auf die Frage, was sie tun wird, wenn die Schallplatten als Musikträger wiederkommen, lacht die Hamburgerin und sagt: "Dann gehe ich auf den Flohmarkt und kaufe mir neue Platten."

Bei Interesse an den pfiffigen Schüsseln kann man eine Bestellung an die E-Mail-Adresse info@tischlerei-indorf.de senden. Allerdings könne sie bisher nur regionale Anfragen bewältigen.

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