15.01.13

Reise-Sicherheit

Das sind die gefährlichsten Länder der Welt

Die neue Risiko-Weltkarte zeigt, welche Regionen Urlauber meiden sollten – und welche sie unbedenklich besuchen können. Ein Überblick über die Absteiger und Aufsteiger in diesem Jahr.

Von Kira Hanser
Foto: Infografik Die Welt

Je heller die Länder eingefärbt sind, desto unbedenklicher ist das Sicherheitsrisiko
Je heller die Länder eingefärbt sind, desto unbedenklicher ist das Sicherheitsrisiko

Hier herrscht seit Jahren Alarmstufe Rot: Die gefährlichsten Länder der Welt sind Somalia und Afghanistan, es gilt weiterhin ein extremes Risiko für Reisende. In der afghanischen Hauptstadt Kabul sorgt immerhin die Militärpräsenz für eine vermeintlich geringfügig höhere Sicherheit.

Genauso gefährlich ist es 2013 für Reisende im Irak (bis auf die Autonome Region Kurdistan in Norden des Landes), im Norden des Kongo (Kivu Provinz), in der Region Darfur im Sudan und im Gazastreifen in den Palästinensischen Autonomiegebieten.

In diesen Ländern und Regionen sind der Einstufung zufolge Recht und Gesetz außer Kraft gesetzt, es herrschen bürgerkriegsähnliche Zustände und die permanente Gefahr von Terroranschlägen. Nun sind dies nicht gerade Länder, in die man freiwillig einreist. Trotzdem kann die brenzlige Lage rasch auf Nachbarstaaten übergreifen.

Die "RiskMap 2013" der internationalen Unternehmensberatung für Risikomanagement Control Risks in London untersucht die Sicherheit für Geschäftsreisen und klassifiziert einmal pro Jahr die Länder in fünf Risikostufen: unerheblich, niedrig, mittel, hoch und extrem.

Das Sicherheitsrisiko wird ermittelt aus der Zahl der Diebstähle und Kleinkriminalitätsdelikte, Überfälle, Entführungen und bewaffneten Übergriffe sowie von Sachbeschädigungen, Betrug und der Gefahr von Terroranschlägen.

Das sind die sechs Absteigerstaaten in Sachen Risiko, die als Pulverfässer gelten:

Nigeria

Im afrikanischen Staat Nigeria hat sich die Lage deutlich verschärft. In einigen Landesteilen wie Borno und Yobe ist das Gewaltpotenzial für Reisende lebensbedrohlich; im Rest des Landes wie in der Metropole Lagos, im Nordosten, im Süden und in der Bergregion sowie im Südosten herrscht inzwischen ein hohes Risiko.

Das Auswärtige Amt hat eine Teil-Reisewarnung herausgegeben und rät ohnehin grundsätzlich von nicht notwendigen Reisen nach Nigeria ab.

Syrien

In Syrien wird sich nach Einschätzung der Sicherheitsexperten die Lage nach dem ausgebrochenen Bürgerkrieg deutlich verschlimmern; das Sicherheitsrisiko ist extrem. Das Auswärtige Amt warnt deutlich vor Reisen nach Syrien und fordert noch einmal mit Nachdruck alle Deutschen, die das Land noch nicht verlassen haben, zur Ausreise auf.

Aufgrund Syriens Lage als Nachbarstaat des Irak und des Libanon muss auch die Entwicklung der Sicherheitslage in diesen beiden Staaten mit besonderer Aufmerksamkeit beobachtet werden.

Mali

Die politische Lage wird deutlich instabiler; islamistische Extremisten liefern sich mit der Armee im Norden Gefechte; es kommt seit dem 7. Januar erneut zu heftigen Auseinandersetzungen und gewalttätigen Demonstrationen.

Das Auswärtige Amt warnt: In Mali kämpft Frankreichs Luftwaffe, um islamistische Kräfte zurückzuschlagen. Die Nordosthälfte des Landes ist gegenwärtig jeder staatlichen Kontrolle entzogen. Das Auswärtige Amt warnt vor Reisen nach Mali.

Alle Deutschen, deren Aufenthalt in Mali nicht unbedingt erforderlich ist, sollten das Land mit dem Flugzeug verlassen. Die Überlandstraßen werden für den zivilen Verkehr gesperrt.

Seit dem Eingreifen französischer Truppen ist es zu heftigen bewaffneten Auseinandersetzungen insbesondere im Gebiet um die Stadt Konna, aber auch bei Mopti und zu Luftangriffen auf Gao, Douentza, Leré und Timbuktu gekommen. Die Ortschaft Diabali (Provinz Ségou) ist von islamistischen Rebellen eingenommen worden.

Mexiko

In den mittleren und nördlichen Landesteilen besteht ein hohes Sicherheitsrisiko, das 2013 deutlich gestiegen ist. Auch das Auswärtige Amt stellt fest: Allein in Mexiko-Stadt werden täglich mehrere Hundert kriminelle Delikte gemeldet. Seit Beginn des Kampfes gegen die organisierte Kriminalität Ende 2006, in dem auch Militär eingesetzt wird, sind mehr als 42.000 Menschen getötet worden.

Die Gewalt wütet besonders in den nördlichen Bundesstaaten an der Grenze zu den USA sowie den mittleren Bundesstaaten wie beispielsweise Zacatecas, San Luís Potosí und Michoacán und den dort gelegenen Großstädten wie Tijuana, Ciudad Juarez, Reynosa, Monterrey, Torreon und Chihuahua.

Auch die Städte Monterey und das beliebte Seebad Acapulco sind Brennpunkte, hier kommt es zu Schießereien auf den Straßen wegen Kartellkriegen.

Griechenland

In den beiden größten Städten Athen und Thessaloniki ist aufgrund wachsender Kriminalität und gewalttätiger Proteste das Sicherheitsrisiko 2013 von niedrig auf mittel hochgestuft worden. Auch das Auswärtige Amt stellt fest: Besonders in öffentlichen Verkehrsmitteln und an belebten Plätzen kommt es vermehrt zu Taschendiebstählen.

Ukraine

Die Sicherheitsexperten haben einen deutlichen Anstieg von Gewaltkriminalität wie Einbrüche, Betrugsfälle und Diebstahl festgestellt. Auch gibt es vermehrt fremdenfeindliche und antisemitische Übergriffe gegenüber Ausländern.

Das Auswärtige Amt stellt fest: Flugpassagiere berichten in letzter Zeit vermehrt von Gepäckdiebstahl oder durchwühlten Koffern, insbesondere bei Ankunft am Flughafen Kiew-Boryspil. Es wird daher dringend empfohlen, bei Reisen in und aus der Ukraine Wertgegenstände und Dokumente ausschließlich im Handgepäck zu verstauen und die Koffer abzuschließen.

Die Aufsteiger

Und das sind die drei Aufsteigerstaaten, in denen sich die Sicherheit verbessert hat: Thailand, Bosnien-Herzegowina und Tansania wurden mit niedrigem Risiko bewertet – und stehen damit auf derselben Sicherheitsstufe wie Deutschland.

Die sichersten Reiseländer

Und die sichersten Reiseziele, die als unbedenklich gelten? Dazu zählen die Schweiz und die Karibikziele Bermudas, Anguilla, British Virgin Islands und Dominica, die skandinavischen Länder Finnland und Island sowie die Kleinstaaten Monaco, Andorra, Malta, Luxemburg und Liechtenstein.

Hohe Sicherheitsrisiken 2013 weltweit

Politische und sicherheitsrelevante Risiken in Ländern Afrikas (Quelle: RiskMap):

 

Äquatorialguinea

Politisches Risiko: hoch / Sicherheitsrisiko: mittel

 

Äthiopien

Politisches Risiko: mittel / Sicherheitsrisiko: mittel (hoch in bestimmten Regionen)

 

Angola

Politisches Risiko: mittel / Sicherheitsrisiko: mittel (hoch im Nordosten der Provinz Cabinda)

Burkina Faso

Politisches Risiko: hoch / Sicherheitsrisiko: mittel (hoch in Gebieten an der Grenze zum Norden Malis)

 

Burundi

Politisches Risiko: hoch / Sicherheitsrisiko: mittel (hoch in nordwestlichen Provinzen)

 

Demokratische Republik Kongo

Politisches Risiko: hoch / Sicherheitsrisiko: hoch

 

Elfenbeinküste

Politisches Risiko: hoch / Sicherheitsrisiko: hoch

Eritrea

Politisches Risiko: hoch / Sicherheitsrisiko: mittel (hoch an den Grenzen)

 

Gabun

Politisches Risiko: hoch / Sicherheitsrisiko: niedrig

 

Guinea

Politisches Risiko: hoch / Sicherheitsrisiko: mittel

 

Kamerun

Politisches Risiko: mittel / Sicherheitsrisiko: mittel

Kenia

Politisches Risiko: mittel / Sicherheitsrisiko: mittel (hoch in Nairobi sowie in nördlichen und östlichen Gebieten)

 

Liberia

Politisches Risiko: mittel / Sicherheitsrisiko: mittel (hoch an der Grenze zur Elfenbeinküste)

 

Madagaskar

Politisches Risiko: hoch / Sicherheitsrisiko: mittel

Mali

Politisches Risiko: hoch / Sicherheitsrisiko: mittel (hoch an der Grenze zu Mauretanien, in Mopti und Segu; extrem hoch in Gao, Kidal und Timbuktu)

 

Niger

Politisches Risiko: hoch / Sicherheitsrisiko: mittel (hoch an der Grenze zu Mali und Nigeria, in der Region Agadez und der nördlichen Hälfte der Region Tahoua)

 

Nigeria

Politisches Risiko: hoch / Sicherheitsrisiko: hoch (extrem hoch in Borno, Yobe)

Simbabwe

Politisches Risiko: hoch / Sicherheitsrisiko: mittel

 

Somalia

Politisches Risiko: extrem hoch (hoch in Somaliland) / Sicherheitsrisiko: extrem hoch (hoch in Somaliland)

 

Südafrika

Politisches Risiko: mittel / Sicherheitsrisiko: mittel (hoch in Johannesburg und in sozial benachteiligten städtischen Gebieten)

Tschad

Politisches Risiko: hoch / Sicherheitsrisiko: mittel (hoch in einzelnen Regionen und an der Grenze zu Kamerun)

 

Uganda

Politisches Risiko: mittel / Sicherheitsrisiko: mittel (hoch in nördlichen und nordöstlichen Gebieten sowie an der Grenze zur Demokratischen Republik Kongo)

 

Zentralafrikanische Republik

Politisches Risiko: hoch / Sicherheitsrisiko: hoch (extrem hoch in Nord-Kivu)

Politische und sicherheitsrelevante Risiken in Ländern Amerikas:

 

Belize

Politisches Risiko: niedrig / Sicherheitsrisiko: mittel (hoch in Belize City)

 

Bolivien

Politisches Risiko: hoch / Sicherheitsrisiko: mittel

 

Ecuador

Politisches Risiko: hoch / Sicherheitsrisiko: mittel (hoch an der Grenze zu Kolumbien)

El Salvador

Politisches Risiko: mittel / Sicherheitsrisiko: mittel (hoch in San Salvador, La Libertad)

 

Guatemala

Politisches Risiko: mittel / Sicherheitsrisiko: mittel (hoch in Guatemala City und San Marcos, Escuintla, Petén sowie im Departamento Izabal)

 

Haiti

Politisches Risiko: hoch / Sicherheitsrisiko: hoch

Honduras

Politisches Risiko: mittel / Sicherheitsrisiko: mittel (hoch in San Pedro Sula, Tegucigalpa)

 

Jamaika

Politisches Risiko: niedrig / Sicherheitsrisiko: mittel (hoch in West Kingston, Spanish Town)

 

Kolumbien

Politisches Risiko: mittel / Sicherheitsrisiko: mittel (hoch in Cali, entlegenen ländlichen Gebieten sowie an den Grenzen zu Venezuela und Ecuador)

Mexiko

Politisches Risiko: mittel / Sicherheitsrisiko: mittel (hoch in Chihuahua, Coahuila, Nuevo León, Tamaulipas, Jalisco, Sinaloa, Durango, Guerrero, Michoacán, San Luis Potosí, Veracruz)

 

Nicaragua

Politisches Risiko: hoch / Sicherheitsrisiko: mittel

 

Panama

Politisches Risiko: niedrig / Sicherheitsrisiko: mittel (hoch in der Provinz Darién an der Grenze zu Kolumbien)

Peru

Politisches Risiko: mittel / Sicherheitsrisiko: mittel (hoch in der Provinz Huallaga, Apurímac, im Tal des Ene)

 

Trinidad und Tobago

Politisches Risiko: niedrig / Sicherheitsrisiko: mittel (hoch in Laventille, Beetham)

 

Venezuela

Politisches Risiko: hoch / Sicherheitsrisiko: mittel (hoch in Caracas, größeren Stadtzentren und an der Grenze zu Kolumbien)

Politische und sicherheitsrelevante Risiken in Ländern Asiens:

 

Afghanistan

Politisches Risiko: extrem hoch (hoch in Kabul) / Sicherheitsrisiko: extrem hoch

 

Bangladesch

Politisches Risiko: mittel / Sicherheitsrisiko: mittel (hoch in Chittagong)

 

Birma

Politisches Risiko: hoch / Sicherheitsrisiko: mittel (hoch an der Grenze)

Indien

Politisches Risiko: mittel / Sicherheitsrisiko: mittel (hoch in Assam, Kashmir, Manipur, Nagaland, Tripura, Bihar, Jharkhand, Chhattisgarh, an der Grenze von Orissa, in den nördlichen Gebieten von Andhra Pradesh, in den westlichen Gebieten von West Bengal und den östlichen von Maharashtra)

 

Indonesien

Politisches Risiko: mittel / Sicherheitsrisiko: mittel (hoch in Papua und Maluku)

 

Nepal

Politisches Risiko: hoch / Sicherheitsrisiko: mittel (hoch im Süden)

Nordkorea

Politisches Risiko: extrem hoch / Sicherheitsrisiko: niedrig

 

Pakistan

Politisches Risiko: hoch / Sicherheitsrisiko: hoch (extrem hoch an der Grenze zu Afghanistan)

 

Papua Neuguinea

Politisches Risiko: mittel / Sicherheitsrisiko: hoch

Philippinen

Politisches Risiko: mittel / Sicherheitsrisiko: mittel (hoch im westlichen und südwestlichen Mindanao)

 

Sri Lanka

Politisches Risiko: mittel / Sicherheitsrisiko: mittel (hoch im Norden und Nordosten)

 

Thailand

Politisches Risiko: mittel / Sicherheitsrisiko: mittel (hoch in drei südlichen Provinzen)

Politische und sicherheitsrelevante Risiken in Ländern Europas:

 

Armenien

Politisches Risiko: mittel / Sicherheitsrisiko: mittel (hoch an der Grenze zu Aserbaidschan)

 

Aserbaidschan

Politisches Risiko: mittel / Sicherheitsrisiko: mittel (hoch an der Grenze zu Armenien und in Nagorno-Karabakh)

 

Georgien

Politisches Risiko: mittel (hoch in Abchasien und Südossetien) / Sicherheitsrisiko: mittel (hoch in Abchasien und Südossetien)

Kirgisistan

Politisches Risiko: hoch / Sicherheitsrisiko: hoch

 

Moldawien

Politisches Risiko: mittel (hoch in Transnistrien) / Sicherheitsrisiko: niedrig (mittel in Transnistrien)

 

Russland

Politisches Risiko: mittel (hoch im Nordkaukasus) / Sicherheitsrisiko: mittel (hoch im Nordkaukasus)

Tadschikistan

Politisches Risiko: hoch / Sicherheitsrisiko: hoch

 

Usbekistan

Politisches Risiko: hoch / Sicherheitsrisiko: mittel (hoch in Kyrgyz, an der Grenze zu Tadschikistan und im Fergana-Tal)

 

Weißrussland

Politisches Risiko: hoch / Sicherheitsrisiko: mittel

Politische und sicherheitsrelevante Risiken im Nahen Osten und Nordafrika:

 

Ägypten

Politisches Risiko: mittel / Sicherheitsrisiko: mittel (hoch in Nord-Sinai)

 

Algerien

Politisches Risiko: hoch / Sicherheitsrisiko: hoch

 

Iran

Politisches Risiko: hoch / Sicherheitsrisiko: niedrig (mittel in verschiedenen Regionen)

Irak

Politisches Risiko: hoch / Sicherheitsrisiko: extrem hoch

 

Jemen

Politisches Risiko: hoch / Sicherheitsrisiko: hoch (extrem hoch in den südlichen Provinzen)

 

Libanon

Politisches Risiko: mittel / Sicherheitsrisiko: mittel (hoch in Tripolis, Bekaa, an der nördlichen Grenze zu Syrien)

Libyen

Politisches Risiko: hoch / Sicherheitsrisiko: hoch

 

Mauretanien

Politisches Risiko: mittel / Sicherheitsrisiko: hoch (extrem hoch an der Grenze zum Norden Malis)

 

Palästinensische Gebiete

Politisches Risiko: hoch im Westjordanland, extrem hoch im Gazastreifen / Sicherheitsrisiko: mittel im Westjordanland, extrem hoch im Gazastreifen

Südsudan

Politisches Risiko: hoch / Sicherheitsrisiko: mittel (hoch an der Grenze zum Sudan)

 

Sudan

Politisches Risiko: extrem hoch / Sicherheitsrisiko: mittel (hoch in Südkurdufan und im Bundesstaat Blauer Nil; extrem hoch in Darfur)

 

Syrien

Politisches Risiko: extrem hoch / Sicherheitsrisiko: extrem hoch

Türkei

Politisches Risiko: mittel / Sicherheitsrisiko: niedrig (hoch in östlichen, ländlichen Grenzgebieten)

Quelle: dapd
15.01.13 1:24 min.
Im mexikanischen Bundesstaat Guerrero greifen normale Bürger zu den Waffen. Sie haben die Aufgaben der Polizei übernommen - die ihrer Ansicht nach zu wenig tut, um Drogenkartelle zu bekämpfen.
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