21.12.2012, 14:44

Schön eklig Igitt! Jetzt gibt es Wolle aus echtem Hundehaar


Gabi Angele hält neben ihrem Hund Spike sitzend, ein Knäuel mit Hundehaaren. Die 50-jährige verarbeitet Hundehaare zu Wolle

Foto: Karl-Josef Hildenbrand / dpa

Gabi Angele hält neben ihrem Hund Spike sitzend, ein Knäuel mit Hundehaaren. Die 50-jährige verarbeitet Hundehaare zu Wolle Foto: Karl-Josef Hildenbrand / dpa

Gabi Angele spinnt. Und zwar Wolle aus Hundehaaren. Wärmt und ist wunderbar weich, schwärmt die Bayerin. Bleibt nur die Frage, ob man bei Regenwetter nach nassem Hund riecht.

Collie und Husky statt Angora und Alpaka: Gabi Angele (50) setzt auf Wolle aus Hundehaaren. "Die ist viel wärmer als normale Schafswolle. Je nachdem, von welcher Rasse die Haare stammen, ist sie außerdem wunderbar weich", schwärmt die Bayerin, die seit vielen Jahren Hundehaare zu Wolle spinnt.

Besonders angetan haben es ihr die Haare des russischen Schlittenhundes Samojede. "Das ist sozusagen der Benz unter den Hundehaaren – die Wolle ist superweich."

Nach einem Spinnkurs an der Volkshochschule kaufte sich die Allgäuerin 1997 ihr erstes Spinnrad. Schnell produzierte sie eigene Garnmischungen mit Angora und Seide oder den Haaren der Perserkatze.

"Ich wollte weg von der breiten Masse." Dann kam die Idee, Hundehaare zu verarbeiten – nicht das Deckhaar, sondern die ausgekämmte, weiche Unterwolle etwa von Huskys, Collies oder Golden Retriever.

Haare vom toten Hund

Manche Hundehalter schicken der Verwaltungsangestellten inzwischen die Unterwolle ihrer Tiere zu und erhalten später das strickfertige Garn zurück. Und was passiert, wenn man mit dem neuen Pulli in den Regen gerät? Nein, man stinke nicht nach nassem Hund, versichert Angele. Die Wolle werde mehrmals heiß gewaschen. "Unbearbeitete Schafswolle riecht auch nicht nach Parfüm."

Inzwischen erhält sie auch Aufträge aus Österreich, Italien, Spanien, Belgien und der Schweiz. Eine Absage erhielt eine Kundin, die ihren toten Hund noch geschoren hat und Angele diese Haare zur Verarbeitung senden wollte. "Das mache ich nicht, das ist makaber."

(dpa/mh)
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