Haute-Couture-Schauen
Dior trotzt der Krise mit barockem Luxus
Die Pariser Haute-Couture-Schauen sind in diesem Jahr kürzer als gewohnt, einige Designer nehmen wegen der Finanzkrise erst gar nicht teil. Der Brite John Galliano zeigte mit seiner prächtigen Schau für das französische Tradtionshaus Dior, wie das Kontrastprogramm zu schwierigen Zeiten aussehen könnte.
Den ganz großen Auftritt bot Designer John Galliano am Montag bei den Pariser Haute-Couture-Schauen für Frühjahr/Sommer 2009. Sein Defilée für das französische Traditionshaus Dior war der erste Höhepunkt der insgesamt dreitägigen Schauen der luxuriösesten Form der Schneiderkunst.
21 Designer zeigen in diesem Jahr in kunstvoller Handarbeit angefertigte Roben aus ihren Ateliers, die in Zeiten der Finanzkrise allerdings nur noch für einen immer kleiner werdenden Kreis von Superreichen erschwinglich sind. Die Präsentationen sind deshalb in diesem Jahr von fünf auf drei Tage verkürzt worden; einige Designer bleiben den Schauen sogar ganz fern.
John Galliano schien der Krise mit besonders viel Pracht entgegenwirken zu wollen. Für die Dior-Schau sparte er weder an edlen Stoffen noch an Kreativität: Galliano zeigte Roben aus üppig schwingender Seide, die derart kunstvoll bestickt waren, dass den Zuschauern der Atem stockte.
Als Inspiration für seine schmal taillierten, langen Kleider mit ausladenden Röcken, gerundeten Schößen und kunstvoll gerafften Rüschen nannte er die flämischen Barockmaler Van Dyck und Vermeer. Allerdings erinnerten die frühlingshaft frischen Creme-, Blassgelb- und Rosétöne, die zart aufgestickten Blüten in Porzellanblau, die Schäferinnenfrisuren und fein geschminkten Gesichter der Models eher an das französische Rokoko, an die bukolischen Idyllen Bouchers oder Fragonards.
Kräftiges Rot und Schwarz und einige Entwürfe in Sanduhr-Silhouette sorgten aber dafür, dass es nicht gar zu zuckersüß wurde. Prominenz war diesmal eher spärlich vertreten. In der ersten Reihe gesichtet wurden allerdings Burlesque-Tänzerin Dita von Teese und die Schauspielerin Michelle Yeoh. Sie lauschten den sanften Songs von Frankreichs First Lady Carla Bruni, die zur Show vom Band erklangen.
Persönlich erschienen war Carla Bruni, die bei offiziellen Anlässen oft Dior trägt, jedoch nicht. Schade für Galliano, denn während ihrer Zeit als Supermodel ist Bruni regelmäßig für das Haus Dior gelaufen.
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