Bundestagswahl

Sender fordern zwei TV-Duelle Merkel-Schulz vor der Wahl

Die TV-Sender planen langsam das traditionelle TV-Duell der Kanzlerkandidaten vor der Bundestagswahl. Ihre Wünsche sind eindeutig.

Bundeskanzlerin Angela Merkel und ihr Herausforderer Martin Schulz werden sich vor der Bundestagswahl im TV verbal

Bundeskanzlerin Angela Merkel und ihr Herausforderer Martin Schulz werden sich vor der Bundestagswahl im TV verbal

Foto: Stefan Sauer/Christian Charisius / dpa

Berlin.  Die großen deutschen Fernsehsender sind sich einig – zumindest wenn es um die Austragung des TV-Duells mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und ihrem SPD-Herausforderer Martin Schulz geht. ARD, ZDF, RTL und ProSiebenSat.1 wollen alle zwei Duelle mit den beiden Kandidaten, ein öffentlich-rechtliches und ein privates.

"Die ARD wünscht sich zwei TV-Duelle zwischen Angela Merkel und Martin Schulz", teilte ARD-Chefredakteur Rainald Becker der Deutschen Presse-Agentur mit. "Und zwar ganz konkret: ein öffentlich-rechtliches im Ersten und im ZDF sowie eines bei den Privatsendern."

Themen genug für zwei Sendungen

Sein ZDF-Kollege Peter Frey bestätigte, dass sein Sender zusammen mit der ARD die Bundeskanzlerin und den SPD-Kanzlerkandidaten zu einem öffentlich-rechtlichen TV-Duell eingeladen habe. "Die Bandbreite der Themen vor der Bundestagswahl rechtfertigt zwei TV-Duelle. Dies würde auch einer breiteren Meinungsbildung der Bevölkerung zugutekommen."

Laut Becker hat die Vergangenheit gezeigt, dass "die Konstellation mit vier journalistischen Fragestellern und zwei Spitzenpolitikern – wie vom Kanzleramt gewünscht – unglücklich ist". Vor der Wahl 2013 gab es nur ein TV-Duell mit Angela Merkel und ihrem Herausforderer Peer Steinbrück (SPD). Die Fragen stellten Anne Will (ARD), Maybrit Illner (ZDF), Peter Kloeppel (RTL) und Stefan Raab (ProSiebenSat.1).

Schulz: "Stehe zur Verfügung"

Bei SPD–Kandidat Schulz rennen die Sender mit ihrem Vorhaben offene Türen ein: Er hatte bereits vergangenen Freitag öffentlich geäußert, mehrere Fernsehduelle mit Merkel austragen zu wollen. "Ich stehe zur Verfügung – ich mach so viele, wie Frau Merkel sich traut", sagte Schulz der "Bild"-Zeitung.

RTL-Chefredakteur Michael Wulf hatte in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" den Wunsch nach zwei Sendungen angekündigt. "Es gibt in diesem Wahlkampf so viele Themen, und die Menschen haben Fragen mehr als genug, dass diese in einer Sendung gar nicht alle behandelt werden können. Zwei TV-Duelle wären besser, aber letztlich geht's nicht ohne die Politik."

Moderatoren sind noch unklar

Auch Hans-Peter Hagemes, Informationsdirektor von ProSiebenSat.1, sagte: "Wir haben in einem gemeinsamen Schreiben sowohl dem Kanzleramt als auch dem SPD-Spitzenkandidaten offiziell den Vorschlag unterbreitet, ein von SAT.1 und RTL organisiertes TV-Duell im Vorfeld der Bundestagswahl durchzuführen und auszustrahlen."

Über Moderatoren-Namen machten die Sender noch keine Angaben – Will, Illner und Kloeppel dürften aber auch dieses Jahr wieder Anwärter sein. Raab hat sich aus der TV-Landschaft zurückgezogen. (dpa)

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