14.08.12

Modellprojekt

Berliner Grips Theater auch für bedürftige Schüler

Das Berliner Grips Theater ermöglicht armen Schülern den Theaterbesuch - mit Hilfe von Sponsoren.

Foto: Amin Akhtar
Kulturelle Bildung auch für die Ärmsten - Das Grips Theater holt Kinder ins Theater und Sponsoren bezahlen
Kulturelle Bildung auch für die Ärmsten - Das Grips Theater holt Kinder ins Theater und Sponsoren bezahlen

Kultur für alle: Um auch Schulen mit vielen armen Schülern einen regelmäßigen Theaterbesuch zu ermöglichen startet das Berliner Grips Theater mit diesem Schuljahr das Modellprojekt "Grips Fieber". Sponsoren bezahlen dabei unbürokratisch die Karten für Schüler, deren Eltern sich auch den ermäßigten Eintritt nicht leisten können. Die Schulen verpflichten sich in der dreijährigen Kooperation umgekehrt dazu, mit allen Schülern eine Aufführung pro Jahr zu besuchen. 22 Schulen seien bereits im Boot, teilte das Theater am Dienstag mit.

"Dass der Theaterbesuch ganzer Schulklassen am Geld scheitert, das kann ich einfach nicht akzeptieren", sagt Stefan Fischer-Fels, künstlerischer Leiter der Bühne. Theaterbesuche seien aber gerade für sozial benachteiligte Kinder wichtiger Teil kultureller Grundversorgung. Deshalb rief er das Projekt ins Leben – und fand unter anderem mit der Gasag und der Berliner Investitionsbank erste Sponsoren. Kulturstaatssekretär André Schmitz übernahm die Schirmherrschaft.

Kulturelle Bildung laufe im Kiez nur über die Schule

Vor allem Grundschulen haben sich bislang angemeldet. Die Lehrer müssen dem Theater ohne weitere Nachweise lediglich die Zahl der bedürftigen Schüler nennen – ihr Anteil schwankt bei den teilnehmenden Schulen zwischen 8 und 90 Prozent. Letzteres ist etwa bei der Spandauer Christian-Morgenstern-Grundschule der Fall. Aber kulturelle Bildung laufe in diesem Kiez nur über die Schule, sagt Schulleiter Michael Ozdoba. "Kinder, die sich einen Theaterbesuch nicht leisten können, ... machen keine Erfahrungen, die ihren Erlebnishorizont jenseits von Fernsehserien, Musikvideos oder Computerspielen erweitern." Etwa zehn weitere Schulen können sich noch vom "Grips Fieber" anstecken lassen. "Wer zuerst kommt, mahlt zuerst", sagte Grips-Sprecherin Anja Kraus.

Quelle: dpa/tat
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