25.02.13

85. Academy Awards

Ben Afflecks "Argo" gewinnt Oscar als bester Film des Jahres

Ben Affleck hat in Hollywood eine Achterbahnfahrt hinter sich. Nun ist das Multitalent mit dem Thriller "Argo" wieder ganz oben.

Foto: dpa

Traumpaar in Hollywood: Ben Affleck und Ehefrau Jennifer Garner

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Der Politikthriller "Argo" ist mit dem Oscar für den besten Film des Jahres ausgezeichnet worden. Der Streifen von und mit Ben Affleck erhielt die Trophäe am Sonntag (Ortszeit) bei der Oscar-Gala in Los Angeles. In dem auf wahren Begebenheiten basierenden Film geht es um eine spektakuläre Befreiungsaktion für US-Diplomaten nach der Besetzung der US-Botschaft während der Wirren im Iran nach dem Sturz des Schahs 1979.

Affleck hatte 1998 gemeinsam mit Matt Damon den Oscar für das Drehbuch zu dem Film "Good Will Hunting" gewonnen. "Ich war hier vor einigen Jahren und ich hatte keine Ahnung, was ich tat", erinnerte sich der 40-Jährige nun in seiner Dankesrede. "Ich war nur ein Kind. Ich hatte niemals gedacht, dass ich hierher zurückkommen würde."

"Argo" setzte sich gegen das Historiendrama "Lincoln" von Steven Spielberg und die deutsche Koproduktion "Amour" (Liebe) des österreichischen Regisseurs Michael Haneke durch. Außerdem nominiert waren in der Königskategorie das Musical "Les Misérables", die Romanverfilmung "Life of Pi – Schiffbruch mit Tiger", die Tragikomödie "Silver Linings Playbook", der Neowestern "Django Unchained", der Independentfilm "Beasts of the Southern Wild" sowie "Zero Dark Thirty" – die Verfilmung der Jagd auf Al-Kaida-Chef Osama bin Laden.

"Argo" hatte in Hollywoods diesjähriger Filmpreissaison bereits eine Reihe von Auszeichnungen erhalten. Der Film gewann sowohl bei den Golden Globes als auch bei den drei Awards, die von den US-Verbänden der Produzenten, Schauspieler und Regisseure vergeben werden. Beim britischen Filmpreis BAFTA räumte "Argo" ebenfalls ab.

Afflecks drittes Regie-Werk

Mit 25 Jahren war Affleck Hollywoods Senkrechtstarter: Zusammen mit seinem guten Freund Matt Damon gewann er seinen ersten Oscar – für das gemeinsame Drehbuch zu "Good Will Hunting". Fünf Jahre später, nach dem Kinoflop "Liebe mit Risiko – Gigli" und einem Korb von seiner Verlobten, Latina-Star Jennifer Lopez, wurde er nur noch verspottet. Doch als Regisseur ist der einstige Shootingstar nun wieder ganz oben.

In seinem dritten Regie-Werk geht es um eine aberwitzige CIA-Rettungsaktion von US-Geiseln in Teheran. Affleck spielt auch die Hauptrolle. Der auf wahren Tatsachen beruhende Film hatte sieben Gewinnchancen, drei Trophäen sind es schließlich geworden: neben dem Haupt-Oscar noch diejenigen für den besten Schnitt und das beste adaptierte Drehbuch. Der Wermutstropfen: Bei den Nominierungen für die beste Regie war Affleck von der Filmakademie überraschend übergangen worden – eine Entscheidung, die in Hollywood für Schlagzeilen sorgte.



Bei den Golden Globes hatte Affleck mit "Argo" dagegen für Regie und bestes Drama abgesahnt, gleiches bei den britischen Baftas. Der renommierte Verband der US-Regisseure (DGA) kürte ihn ebenfalls zum Gewinner. Den französischen César bei den besten ausländischen Filmen holte der Polit-Thriller auch noch. Weltweit hat die Produktion schon mehr als 200 Millionen US-Dollar eingespielt.



Mit genialem Nervenkitzel erzählt Affleck die wahre Geschichte einer scheinbar unmöglichen Befreiungsaktion von sechs Geiseln in Teheran vor 33 Jahren, als Anhänger des iranischen Revolutionsführers Ajatollah Khomeini die US-Botschaft stürmten. Mit Hilfe von CIA-Agenten und Hollywood-Produzenten konnten sie aus dem Land geschmuggelt werden. Dazu täuschten sie die Produktion eines Science-Fiction-Films namens "Argo" vor, der an exotischen Schauplätzen im Iran gedreht werden soll. Die Geschichte habe ihn umgehauen, sagte Affleck in der "New York Times".

Affleck war nicht zu bremsen

Mit einer ähnlich schrägen Story, die sich Affleck und Matt Damon selbst ausdachten und als Skript zu Papier brachten, war den jungen Freunden 1998 der große Wurf gelungen. Damon spielte dabei die Hauptrolle des ungehobelten Mathematikgenies Will Hunting, Robin Williams die eines einfühlsamen Psychologen, der den als Kind misshandelten Hunting auf den rechten Weg bringen will. "Good Will Hunting" wurde auf Anhieb für neun Oscars nominiert und brachte Williams und dem Drehbuch-Duo Gold ein.

Affleck war nicht zu bremsen. Mit "Armageddon" (1998) und "Pearl Harbor" (2001) stieg er zum hochbezahlten Action-Star auf. Mit den Komödienflops "Liebe mit Risiko – Gigli" und "Jersey Girl" (2004) - beide mit Jennifer Lopez – folgte dann die Bruchlandung. Die Liebe zu Lopez zerbrach. Der Spott nahmt kein Ende: Bei der Vergabe der gefürchteten "Goldenen Himbeeren" bekam das Filmpaar noch dazu zahlreiche Schmähpreise.

2005 änderte sich das Blatt, privat und beruflich. Affleck gab "Daredevil"-Co-Star Jennifer Garner das Ja-Wort und kündigte mit "Gone Baby Gone – Kein Kinderspiel" sein Regiedebüt an. Inzwischen hat das Paar drei Kinder. Klatschreportern liefert es keinen Stoff. Mit dem Oscar für "Argo" gehört Affleck zur Top-Riege in Hollywood.

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