Berliner Museumsinsel
Tausende bei Nofretete im Neuen Museum
Hunderte Meter war die Schlange vor dem Neuen Museum auf der Berliner Museumsinsel bereits am Morgen lang. Die ersten kamen um sieben Uhr, dabei öffnete das Museum erst um 10 Uhr zum ersten von zwei Tagen der offenen Tür - mit freiem Eintritt. Nach 70 Jahren können die Berliner und Besucher unter anderem die Nofretete wieder an ihrem ursprünglichen Ausstellungsort sehen.
Tag der offenen Tür im Neuen Museum: Nach mehr als zehn Jahren Sanierung können die Berliner endlich einen ersten Blick in den Bau auf der Museumsinsel werfen.
Die Eröffnung des Neuen Museums in Berlin führt zum erwarteten Besucheransturm. Schon am Morgen bildete sich an der Museumsinsel eine mehrere hundert Meter lange Schlange. Trotz nasskalter Witterung hatten sich die ersten Besucher bereits gegen 7 Uhr morgens angestellt – drei Stunden, bevor das Museum seine Pforten öffnete. Die Wartenden standen entlang der Spree bis in den Lustgarten und berichteten von einer etwa zweistündigen Wartezeit.
70 Jahre nach der kriegsbedingten Schließung und zehn Jahre nach dem Beginn des Wiederaufbaus war das Neue Museum auf der Berliner Museumsinsel am Freitag wieder eröffnet worden. Am Wochenende dürfen nun auch die Berliner hinein - kostenlos. Von 10 bis 18.30 Uhr (letzter Einlass) können sie das Neue Museum bei freiem Eintritt besuchen. Schon als das noch leere Museum wenige Tage für Besucher geöffnet war, hatten die Menschen lange Schlange gestanden. Da nicht mehr als 1200 Besucher zeitgleich eingelassen werden, ist dies auch jetzt nicht zu vermeiden.
Das Neue Museum war vom britischen Architekten David Chipperfield von 2003 an saniert und teilrekonstruiert worden. Inklusive der Ersteinrichtung von zwölf Millionen Euro beliefen sich die Kosten auf rund 212 Millionen Euro, die vom Bund getragen wurden. Chipperfields Konzept der "ergänzenden Wiederherstellung" ließ Einschusslöcher und Putzschäden sichtbar.
Hauptattraktion der Ausstellung auf rund 8000 Quadratmetern ist die weltberühmte Büste der ägyptischen Königin Nofretete. Sie kehrt mit der Wiedereröffnung des Neuen Museums an ihren ursprünglichen Ausstellungsort zurück und thront im magisch ausgeleuchteten Nordkuppelsaal. Mit 3000 Jahren ist die Pharaonin aber nicht das älteste Ausstellungsstück. Den Altersrekord hält ein Faustkeil aus der Altsteinzeit. Er ist 700.000 Jahre alt. Das jüngste Ausstellungsstück ist ein Stück Stacheldraht von der Berliner Mauer.
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