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17.10.09

Berliner Museumsinsel

Tausende bei Nofretete im Neuen Museum

Hunderte Meter war die Schlange vor dem Neuen Museum auf der Berliner Museumsinsel bereits am Morgen lang. Die ersten kamen um sieben Uhr, dabei öffnete das Museum erst um 10 Uhr zum ersten von zwei Tagen der offenen Tür - mit freiem Eintritt. Nach 70 Jahren können die Berliner und Besucher unter anderem die Nofretete wieder an ihrem ursprünglichen Ausstellungsort sehen.

Krauthöfer

Tag der offenen Tür im Neuen Museum: Nach mehr als zehn Jahren Sanierung können die Berliner endlich einen ersten Blick in den Bau auf der Museumsinsel werfen.

51 Bilder

Die Eröffnung des Neuen Museums in Berlin führt zum erwarteten Besucheransturm. Schon am Morgen bildete sich an der Museumsinsel eine mehrere hundert Meter lange Schlange. Trotz nasskalter Witterung hatten sich die ersten Besucher bereits gegen 7 Uhr morgens angestellt – drei Stunden, bevor das Museum seine Pforten öffnete. Die Wartenden standen entlang der Spree bis in den Lustgarten und berichteten von einer etwa zweistündigen Wartezeit.

70 Jahre nach der kriegsbedingten Schließung und zehn Jahre nach dem Beginn des Wiederaufbaus war das Neue Museum auf der Berliner Museumsinsel am Freitag wieder eröffnet worden. Am Wochenende dürfen nun auch die Berliner hinein - kostenlos. Von 10 bis 18.30 Uhr (letzter Einlass) können sie das Neue Museum bei freiem Eintritt besuchen. Schon als das noch leere Museum wenige Tage für Besucher geöffnet war, hatten die Menschen lange Schlange gestanden. Da nicht mehr als 1200 Besucher zeitgleich eingelassen werden, ist dies auch jetzt nicht zu vermeiden.

Das Neue Museum war vom britischen Architekten David Chipperfield von 2003 an saniert und teilrekonstruiert worden. Inklusive der Ersteinrichtung von zwölf Millionen Euro beliefen sich die Kosten auf rund 212 Millionen Euro, die vom Bund getragen wurden. Chipperfields Konzept der "ergänzenden Wiederherstellung" ließ Einschusslöcher und Putzschäden sichtbar.

Hauptattraktion der Ausstellung auf rund 8000 Quadratmetern ist die weltberühmte Büste der ägyptischen Königin Nofretete. Sie kehrt mit der Wiedereröffnung des Neuen Museums an ihren ursprünglichen Ausstellungsort zurück und thront im magisch ausgeleuchteten Nordkuppelsaal. Mit 3000 Jahren ist die Pharaonin aber nicht das älteste Ausstellungsstück. Den Altersrekord hält ein Faustkeil aus der Altsteinzeit. Er ist 700.000 Jahre alt. Das jüngste Ausstellungsstück ist ein Stück Stacheldraht von der Berliner Mauer.

Fakten zum Neuen Museum in Berlin
Das Neue Museum wurde zwischen 1843 und 1855 errichtet und gilt als das Hauptwerk des Schinkel-Schülers Friedrich August Stüler (1800-1865).
Nach der weitgehenden Zerstörung im Zweiten Weltkrieg und ersten Sicherungsmaßnahmen der spätklassizistischen Ruine ab 1985 war 2003 mit dem Wiederaufbau nach Plänen des britischen Architekten David Chipperfield begonnen worden.
In dem restaurierten Neuen Museum haben wie vor seiner Zerstörung die Sammlungen des Ägyptischen Museums und des Museums für Vor- und Frühgeschichte ihr Domizil.
Das Neue Museum ist ein Dokument des Museumsbaus des 19. Jahrhunderts.
An dem Bau wurden damals viele neue Materialien und Konstruktionen erprobt – so wurden die aufwendigen Fußbodenmosaike aus trocken gepresster, zu Mosaiksteinchen geformter Steingutmasse plattenweise vorgefertigt.
Die Innenräumen zierten Marmorimitationen wie Marblezement und Marmorino.
Das ganze Bauwerk war von eisernen Traggliedern durchzogen, was die Vorfertigung der Bauteile und damit eine kurze Bauzeit ermöglichte.
Die Denkmalbaustelle Neues Museum galt wiederum als Testfeld für neuartige technologische Verfahren.
Die Berliner Museumsinsel umfasst auf fast 60.000 Quadratmetern Fläche das Alte Museum, das Neue Museum, die Alte Nationalgalerie, das Bodemuseum und das Pergamonmuseum.
1999 hatte der Stiftungsrat der Stiftung Preußischer Kulturbesitz einen „Masterplan" beschlossen, der die Richtlinien für die Sanierung und Vollendung des Ensembles umfasst.
Im selben Jahr wurde die Museumsinsel auch in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen.
Am 16. Oktober 2009 wurde das Museum nach 70 Jahren der Schließung wiedereröffnet (Quelle: ddp)
Quelle: dpa/ddp/BMO
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