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12.02.12

Empfang im Schloss Bellevue

Wulff-Affäre wirft ihre Schatten auf Berlinale

Bundespräsident Christian Wulff hat bei seinem Berlinale-Empfang auf Größen aus der Filmwirtschaft weitgehend verzichten müssen. Statt der angemeldeten rund 150 Gäste kamen am Sonntagabend nur etwa 100 Filmschaffende ins Schloss Bellevue.

© dpa/DPA
Berlinale 2012 - Empfang Bundespräsident Wulff
Bundespräsident Christian Wulff (l) unterhält sich beim Berlinale-Empfang im Schloss Bellevue in Berlin mit Anna Maria Mühe (r) und weiteren Schauspielern

Die Affäre um Bundespräsident Christian Wulff wirft ihre Schatten auch auf die 62.Internationalen Filmfestspiele in Berlin. Für seinen Empfang im Schloss Bellevue Sonntagabend anlässlich der Berlinale hat sich der Bundespräsident eine ganze Reihe von Absagen eingehandelt. Zahlreiche Prominente machten "andere Termine" geltend und gaben an, sie seien noch unentschlossen. Der Regisseur Andreas Dresen sagte der Morgenpost, er sei zwar eingeladen, werde aber nicht am Empfang teilnehmen, da dieser unmittelbar nach der Premiere seines neuen Films beginne. Da gehe er lieber mit der Crew essen. "Ich bin mir aber auch abgesehen davon nicht sicher, ob ich gegangen wäre", sagte Dresen. Auch die Filmproduzenten Manuela Stehr und Stefan Arndt von der Firma "X-Filme" bestätigten, vom Präsidialamt eingeladen worden zu sei, dem Empfang aber fernbleiben zu wollen. Er nannte "andere Termine", sie sagte ausdrücklich: "Ich halte es nicht für geboten."

Eingeladen waren auch die Regisseure Wim Wenders und Doris Dörrie. Er ist allerdings gerade im Ausland unterwegs, sie wollte wegen eines Meniskusschadens lieber zu Hause bleiben. Ganz und gar erstaunt reagierte die Produzentenlegende Artur Brauner. Er sei vom Bundespräsidenten nicht einmal eingeladen worden, sagte er der Berliner Morgenpost. Das Bundespräsidialamt meldete hingegen, dass sich Christian Wulff sich auf einen "illustren Gästekreis" freue und mit rund 150 Besuchern rechne. Am Ende fanden sich etwa 100 Gäste ein. Außer der Berlinale-Jury mit Festivalchef Dieter Kosslick erschienen nur wenige Prominente. Wulff sprach bei dem Empfang von einer "extrem positiven Entwicklung", die der Filmstandort Deutschland genommen habe. Es sei nicht nur ein großer Markt, sondern auch ein guter Produktionsstandort mit hervorragenden Autoren, Regisseuren und Schauspielern.

Quelle: Günther Lachmann und Hanns-Georg Rodek
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