Filmfestspiele
Das Berlinale-Programm 2011 ist da
400 Filme aus 58 Ländern zeigt die diesjährige Berlinale. Wer sich darauf gut vorbereiten will, kann ab sofort das Programm studieren. Festivaldirektor Dieter Kosslick verspricht eine Kunstausstellung für den Film.
Stars wie Colin Firth, Madonna, Vanessa Redgrave, Jeff Bridges und Jeremy Irons werden zur 61. Berlinale (10. bis 20. Februar) erwartet. Die Internationalen Filmfestspiele Berlin zeigen rund 400 Filme aus 58 Ländern. Allein unter den 16 Filmen im offiziellen Wettbewerb um den Goldenen Bären sind 13 Weltpremieren. Weit weg von Glanz und Glamour sind dagegen viele der rund 400 Filme, die in den verschiedenen Festivalreihen gezeigt werden. Politische und private Dramen über Blutrache, mörderische Beziehungsprobleme, skrupellose Manager, die RAF und atomare Katastrophen hat Dieter Kosslick in seinem zehnten Jahr als Festivaldirektor ins Programm geholt. "Diese Berlinale ist eine Kunstausstellung für den Film", sagte Kosslick zur Programmveröffentlichung. Die Berlinale widme sich dieses Mal fast ganz der Entdeckung der neuen Formen und Tendenzen im Weltkino – dazu gehöre auch 3D. Mit dieser neuen Technik gedrehte Werke zeigen unter anderem Wim Wenders und Werner Herzog.
Einen Schatten auf das Festival wirft die Abwesenheit des iranischen Jurymitglieds Jafar Panahi. Der Regisseur wurde in seiner Heimat zu sechs Jahren Haft und 20 Jahren Berufsverbot verurteilt. "Das Urteil ist in Revision", sagte Kosslick am Dienstag. Er habe deshalb noch ein kleines Quentchen Hoffnung, dass der Filmemacher doch noch ausreisen darf. Panahis Platz in der Jury unter Vorsitz von Isabella Rossellini wird in jedem Fall freigehalten. Panahis iranischer Regiekollege Asghar Farhadi ("Alles über Elly") wird dagegen persönlich in Berlin erwartet. Der Silberne-Bären-Gewinner von 2009 zeigt im offiziellen Wettbewerb "Jodaeiye Nader az Simin" (Nader und Simin, Eine Trennung).
Im Rennen um den Goldenen Bären sind 16 Filme, darunter Werke aus Ungarn, Frankreich, Argentinien, Südkorea, Russland, Israel, Großbritannien und den USA. Deutschland ist nur mit zwei Filmen in der Bären-Konkurrenz. Andres Veiel ("Black Box BRD") geht mit seinem Spielfilmdebüt "Wer wenn nicht wir" über die Anfänge der RAF an den Start. Ulrich Köhler ("Montag kommen die Fenster") zeigt das Drama "Schlafkrankheit" über deutsche Entwicklungshelfer in Afrika. Wim Wenders 3D-Tanzfilm "Pina" läuft ebenso außer Konkurrenz wie Yasemin Samderelis Einwanderer-Komödie "Almanya – Willkommen in Deutschland". Kosslick betonte aber, dass mit rund 100 deutschen oder mit deutscher Beteiligung gedrehten Filmen die einheimische Branche so stark wie nie zuvor vertreten sei.
Prominent besetzt ist JC Chandors US-Börsenthriller "Margin Call" mit Kevin Spacey, Jeremy Irons und Demi Moore. Und obwohl ihr zweiter Film noch gar nicht fertig ist, wird Madonna garantiert für riesigen Wirbel sorgen: Sie stellt auf dem European Filmmarket erste, allerdings nur drei Minuten lange Szenen von "W.E." über die Liebe zwischen dem englischen König Edward VIII. und der bürgerlichen Amerikanerin Wallis Simpson vor. Die Oscar-Kandidaten Colin Firth und Helena Bonham-Carter kommen mit "The King's Speech". US-Regisseur Joshua Marston ("Maria voll der Gnade") erzählt in "The Forgiveness Of Blood" von albanischer Blutrache.
In "Khodorkovsky" von Cyril Tuschi geht es um den inhaftierten russischen Kremlkritiker Michail Chodorkowski. Nach dem Dokumentarfilm "Stuttgart 21 – Denk mal!" (Lisa Sperling/Florian Kläger) über das umstrittene Bahnprojekt ist eine Diskussion zum Thema Bürgerprotest geplant. In "An einem Samstag" erzählt der Russe Alexander Mindadze, wie drei junge Menschen den Tag im April 1986 erlebten, an dem ein Reaktor im Kernkraftwerk Tschernobyl explodierte. Eröffnet wird das Festival mit dem für zehn Oscars nominierten US- Western "True Grit". Neben den Regie-Brüdern Ethan und Joel Coen kommen auch die Hauptdarsteller Jeff Bridges, Josh Brolin und Hailee Steinfeld zur Deutschland-Premiere.
Eröffnet wird das Festival mit dem für zehn Oscars nominierten US-Western "True Grit". Neben den Regie-Brüdern Ethan und Joel Coen kommen auch die Hauptdarsteller Jeff Bridges, Josh Brolin und Hailee Steinfeld zur Deutschland-Premiere. Und so begründete Kosslick die Wahl für "True Grit": "Weil's ein super Film ist!"
Das Berlinale-Programm ist ab sofort im Internet abrufbar: www.berlinale.de. In gedruckter Form liegt es der Mittwochsausgabe der Berliner Morgenpost bei.
Ungarn/Frankreich/Deutschland/Schweiz, von Béla Tarr
Deutschland, von Yasemin Samdereli / außer Konkurrenz
von Seyfi Teoman, Türkei/Deutschland/Niederlande
von Ralph Fiennes, Großbritannien
Mexiko/Frankreich/Polen/Deutschland, von Paula Markovitch
Iran, von Asghar Farhadi
Frankreich, von Michel Ocelot – Animationsfilm in 3D
Frankreich, von Philippe Le Guay / außer Konkurrenz
USA, von JC Chandor
Österreich/Luxemburg, von Wolfgang Murnberger / außer Konkurrenz
von Jonathan Sagall, Israel/Großbritannien
Deutschland/Frankreich, von Wim Wenders / außer Konkurrenz – Tanzfilm in 3D
Republik Korea, von Lee Yoon-ki
Deutschland/Frankreich/Niederlande, von Ulrich Köhler
von Miranda July, Deutschland/USA
von Joel und Ethan Coen, USA / außer Konkurrenz
Argentinien/Deutschland/Uruguay, von Rodrigo Moreno
Deutschland/Großbritannien/Frankreich, von Jaume Collet-Serra / außer Konkurrenz
Russland/Deutschland/Ukraine, von Alexander Mindadze
Deutschland, von Andres Veiel
USA, von Victoria Mahoney
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