Film am Brandenburger Tor
So kommen Sie auf der Berlinale zu "Metropolis"
Freitag, 12. Februar 2010 16:08Am Freitag wird die restaurierte Fassung des Stummfilms "Metropolis" von Fritz Lang uraufgeführt - am Brandenburger Tor, unter freiem Himmel. Wer nicht frieren will, für den gibt es eine Alternative.
Über Jahrzehnte hinweg galten entscheidende Teile von „Metropolis“ als verschollen. Unmittelbar nach seiner Premiere am 10. Januar 1927 in Berlin wurde der Film gekürzt, über Jahrzehnte hinweg waren nur Kopien von der gekürzten Fassung bekannt. Die ungekürzte Fassung kam 1928 in die argentinischen Kinos, eine Verleihkopie ging in den Privatbesitz des Filmkritikers Manuel Pena Rodriguez über. Im Juni 2008 wurde sie im Museo del Cine Pablo C. Ducros Hicken in Buenos Aires wiederentdeckt. Anschließend konnte die ursprüngliche Langversion des Films - bis auf ein paar Meter - rekonstruiert werden.
Im Friedrichstadtpalast wird die rekonstruierte Fassung nun erstmals aufgeführt; Eintritt haben dort allerdings nur geladene Gäste. Begleitet wird die Aufführung vom Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin unter der Leitung von Frank Strobel, das die rekonstruierte Originalmusik von Gottfried Huppertz spielen wird. Parallel wird der Film auch in der Alten Oper Frankfurt gezeigt.
Am Brandenburger Tor allerdings ist "Metropolis" - bei freiem Eintritt - für jedermann zu sehen; die Veranstaltung im Friedrichstadtpalast wird auf eine große Videowand übertragen. Beginn ist um 20.00 Uhr. Wer sich die Open-Air-Vorführung nicht antun möchte, kann auch fernsehen: Arte überträgt die Uraufführung ab 20.40 Uhr. Das Brandenburger hat zur Uraufführung einen 300 Quadratmeter großen, symbolischen Kinovorhang bekommen - das Werk der koreanischen-amerikanischen Designerin Christina Kim besteht aus recycelten Film- und Berlinale-Plakaten, DVDs und anderen Materialien aus der Filmwelt.
In der Deutschen Kinemathek (Potsdamer Straße 2) gibt es weitere Veranstaltungen zu "Metropolis": Am Samstag, 13. Februar, geht es bei einem Expertengespräch (in Englisch) darum, wie Film 2008 in Buenos Aires gefunden und dann restauriert wurde. Auf dem Podium: Paula Félix-Didier (Museo del Cine Pablo C. Ducrós Hicken, Buenos Aires), Anke Wilkening (Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung, Wiesbaden), Frank Strobel (Europäische Filmphilharmonie, Berlin), Thomas Bakels (Alpha-Omega Digital GmbH, München), Martin Koerber (Deutsche Kinemathek, Berlin). Am Montag, 15. Februar, ist der Eintritt in die Ausstellung "The Complete Metropolis" frei.dino
Erschienen am 11.02.2010
















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