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Filmfestspiele

Berlinale bringt der Stadt Jobs und Millionen

Die Berlinale, das wichtigste Filmfestival Deutschlands, wirkt für die chronisch klamme und wirtschaftlich schwachbrüstige Hauptstadt wie ein Konjunkturpaket. Nach Berechnungen der Investitionsbank Berlin (IBB) schafft das Festival bis zu 560 dauerhafte Arbeitsplätze.

People walk past the Berlinale International Film Festival logo at the Sony centre in Berlin
Foto: REUTERS
Jobmotor Berlinale: Das Filmfest sorgt für Hunderte Arbeitsplätze in der Stadt

Die Berlinale, die an diesem Donnerstag beginnt, schafft nach Berechnungen der Investitionsbank Berlin (IBB) bis zu 560 dauerhafte Arbeitsplätze in der Stadt. Hinzu kommen Hunderte kurzfristiger Jobs für Caterer, Hostessen, Messebauer und ähnliche Berufe. Zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) Berlins trägt das Festival bis zu 85 Millionen Euro bei. Und durch Steuern und Abgaben fließen bis zu elf Millionen Euro ins Stadtsäckel.

Errechnet hat die Zahlen Hartmut Mertens, Chefvolkswirt der landeseigenen Förderbank IBB. Er bedient sich dafür eines so genannten ökonometrischen Simulationsmodells namens Best. Den Computer füttert er mit Daten, etwa die Anzahl der Besucher und Schätzungen darüber, was sie in der Stadt ausgeben werden. Die Daten sind zu einem Großteil Vermutungen, daher gibt es ein konservatives und ein optimistisches Szenario. Konservativ betrachtet, schafft die Berlinale 260 dauerhafte Jobs und trägt zum Berliner Bruttoinlandsprodukt (BIP) mit 40 Millionen Euro bei. Optimistisch sind es 560 Stellen und 85 Millionen Euro.

Das Geld wird an vielen Betrieben der Stadt gemacht: in den Kinos, den Event-Agenturen, in Taxibetrieben, Hotels und Restaurants, bei Messebauern und Autoverleihern. Sie alle machen viel Umsatz und schaffen während der elf Tage Hunderte befristete Jobs. Aber durch das Berlinale-Geschäft entstehen auch dauerhaft Arbeitsplätze. Da ist zum einem das Unternehmen Berlinale selbst, die Kulturveranstaltungen des Bundes in Berlin GmbH (KBB). Da das Berlinale-Geld die Umsätze von Einzelhändlern, Hotels, Restaurants oder Filmdienstleistern aber verlässlich in die Höhe treibt, brauchen diese auch dauerhaft mehr Leute. Diesen Effekt hat die IBB berechnet.

Imagepflege für Berlin

Und es profitiert natürlich der Tourismus. Glamouröse Veranstaltungen wie die Berlinale haben das Image der Hauptstadt befördert und locken Reisende an. 19 Millionen Übernachtungen zählten die Statistiker im Jahr 2009 in der Stadt. Dieses Jahr sollen es 20 Millionen werden. Der Einzelhandel der Stadt würde ohne die Besucher eine ganze Reihe von Pleiten hinlegen. Denn die Touristen garantieren rund ein Viertel des jährlichen Umsatzes. Was andere Bundesländer von Berlin lernen können, ist die Art und Weise, wie man aus Großevents dauerhaft Ertrag erzielen kann. Berlin wurde so zu einer Marke im Tourismus.

Und die Marke erfährt durch die Berlinale wieder eine besondere Pflege. Vergangenes Jahr kamen allein 20000 Fachbesucher, also Journalisten, Filmrechtehändler, und Produzenten aus 136 Ländern. In diesem Jahr haben sich mehr als 4000 Berichterstatter aus aller Welt akkreditieren lassen. Aber noch entscheidender ist die Tatsache, dass die Berlinale, anders als die Festivals in Cannes und Venedig, ein Filmfest der Besucher ist. In den Kinos der Stadt laufen die Streifen aus dem Wettbewerb und den zahlreichen Nebenreihen. 275000 Tickets wurden während der Berlinale im vergangenen Jahr verkauft.

Die Filmfans bringen Geld mit: Sie übernachten in der Stadt, gehen essen, bevölkern die Clubs und kaufen ein. Und was wirtschaftlich fast noch wichtiger ist: Sie tragen bei ihrer Rückkehr das Image einer quirligen Metropole mit Kultur in die Welt hinaus. „Der Imagegewinn ist das Wichtigste überhaupt“, sagt Ökonom Mertens. Und schon bevor der erste Film überhaupt gezeigt wird, steht für Mertens fest: „Die Berlinale rechnet sich wirtschaftlich auf jeden Fall.“

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