Filmfestspiele
Die Berlinale enteist Plätze und Wege
Die Berlinale kämpft um Glamour. So soll niemand bei den Premieren und Partys auf High-Heels verzichten, nur weil die Wege und Plätze nach dem starken Frost vereist sind. Am Potsdamer Platz und vor dem Friedrichstadtpalast waren am Dienstag Männer dabei, die dicke Eisschicht aufzubrechen und wegzuräumen. Ein zusätzlicher Kostenfaktor für das Festival.
Erzählt wird die Liebesgeschichte um den 15 Jahre alten Michael (David Kross) und die 20 Jahre ältere Hanna. Das Ergebnis hat bereits überzeugt. Die Golden-Globe-Nominierung folgte prompt.
Zwei Tage vor Beginn der Berlinale versucht ein Winterdienst an den zentralen Festival-Schauplätzen das Eis zu brechen. Bis zu sechs Zentimeter dick ist etwa die Eisschicht vor dem Friedrichstadtpalast, wo sich am Dienstagmorgen zwölf Männer mit elektrischen Stemmhämmern und Schaufeln an die Arbeit machten.
"Normalerweise machen wir so etwas mit einem normalen Eispickel - aber dann würden wir noch in zwei Wochen hier stehen", sagte der Aufseher Bernd Strutzke von der Reinigungsfirma Alba. In diesem Winter sei das Eis besonders hartnäckig, weil es mehrmals getaut und dann wieder gefroren sei.
Insgesamt seien 40 Männer im Einsatz, um Stars und Besuchern ein rutschfreies Festival zu bieten, berichtete Strutzke. Wie eine Berlinale-Sprecherin sagte, sollen bis zum Beginn der 60. Internationalen Filmfestspiele die zentralen Schauplätze von Schnee und Eis befreit sein – so vor dem Berlinale-Palast, vor dem ehemaligen Café Moskau, am Pariser Platz vor dem Brandenburger Tor sowie auf Teilen des Potsdamer Platzes. Sorgen bereitet der Sprecherin das Berliner Wetter nicht: "Die Stars werden ganz sicher unbeschadet in High-Heels über den Roten Teppich kommen."
Niemand solle sich wegen des Eises davon abhalten lassen, hohe Schuhe zu tragen. Durch die privaten Winterdienste entstünden den Veranstaltern im Vergleich zum Vorjahr zusätzliche Kosten. Über die Höhe machte die Sprecherin keine Angaben. Die Berlinale-Vorbereitungen laufen derweil auf Hochtouren. Ein eisfreier Pariser Platz ist vor allem an diesem Freitag wichtig: Dann soll die restaurierte Fassung des Fritz-Lang-Stummfilmklassikers "Metropolis" am Brandenburger Tor auf einen etwa 300 Quadratmeter großen Vorhang projiziert werden. Designerin Christina Kim arbeitet bis zur letzten Minute an der Installation. Das Kunstwerk aus recycelten Film- und Berlinale-Werbetafeln, DVDs und anderen Film- Materialien soll einen Kinovorhang symbolisieren.
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