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Berlinale 2010 in Berlin

Berlinale geht zum Jubiläum in die Kieze

Das Festivalprogramm der 60. Berlinale ist vollständig. 20 Filme buhlen um den Goldenen Bären, der am 20. Februar von einer internationalen Jury unter dem Vorsitz des deutschen Regisseurs Werner Herzog vergeben. Für alle Filmfreunde beginnt der Vorverkauf am kommenden Montag. Das Programm der Jubiläums-Festspiele ist bereits jetzt online.

60. Berlinale
Foto: ddp/DDP
Festival-Leiter Dieter Kosslick bläst die Kerzen am Kuchen der 60. Berlinale aus

Den roten Teppich gab es am Anfang noch gar nicht. Als die Berlinale vor 60 Jahren gegründet wurde, fuhren Stars wie Cary Cooper und Sophia Loren im offenen Wagen über den Berliner Kurfürstendamm „und liefen einfach in der Stadt herum“, wie Festivaldirektor Dieter Kosslick am Montag erzählte. Kreischende Fans gab es schon damals, und auch bei der Jubiläums-Berlinale wird der „Glamour-Faktor“ groß sein. Zehn Tage vor Start des Kinomarathons mit rund 400 Filmen aus aller Welt ist das Programm komplett.

Die 60. Internationalen Filmfestspiele (11. bis 21. Februar) rollen zum Geburtstag den langen, roten Teppich aus: Erwartet werden unter anderen Leonardo DiCaprio, Jeanne Moreau, Martin Scorsese, Ben Stiller, Gérard Depardieu, Ewan McGregor, Ben Kingsley, Pierce Brosnan, Shah Rukh Khan, Michelle Williams und Jackie Chan.

Einer wird da sein, aber wohl wieder von keinem Menschen gesehen: Der britische Graffiti-Künstler Banksy, der seine Identität geheim hält, stellt seinen ersten Film vor. Das Dokufeature „Exit Through the Gift Shop“ (Ausgang durch den Souvenirladen) sei „ein Film über einen Mann, der einen Film über mich zu drehen versucht“, zitiert die Berlinale den Künstler. „Banksy wird anwesend sein, aber man wird ihn natürlich nicht sehen“, kündigte Kosslick an.

Im Rennen um den Goldenen und die Silbernen Bären sind 20 Filme, darunter Roman Polanskis „Der Ghostwriter“ mit Ewan McGregor und Pierce Brosnan, Michael Winterbottoms „The Killer Inside Me“ und Zhang Yimous „A Woman, A Gun And A Noodle Shop“. Außer Konkurrenz zeigt US-Regisseur Martin Scorsese sein neues Werk „Shutter Island“ mit Leonardo DiCaprio.

Gleich drei deutsche Filmemacher sind im Wettbewerb um die Berlinale-Trophäen dabei: Oskar Roehler zeigt das Drama „Jud Süß“ - Film ohne Gewissen“ mit Tobias Moretti in der Hauptrolle. Burhan Qurbani erzählt in „Shahada“ von jungen Muslimen in Berlin. Benjamin Heisenberg erzählt in dem auf wahren Begebenheiten beruhenden Film „Der Räuber“ von einem Marathonläufer, der Banken ausraubt. Die Deutschen sind mit insgesamt knapp 90 Filmen in den verschiedenen Festivalreihen wieder sehr stark vertreten.

Über die Gewinner entscheidet die internationale Jury unter Vorsitz von Regisseur Werner Herzog. In der Jury des Jubiläumsfestivals – dessen Motto „Happy Bärsday Berlinale!“ lautet - sitzt auch Hollywoodstar Renée Zellweger. Eröffnet wird das Festival am 11. Februar mit dem chinesischen Liebesdrama „Tuan Yuan“ (Getrennt zusammen) von Wang Quan'an, der vor drei Jahren mit „Tuyas Hochzeit“ den Goldenen Bären gewann.

Das internationale Filmfestival wird am Donnerstag nächster Woche im Kaffee Moskau eröffnet. Bei der Kunstinstallation „Vorhang auf - The Curtain“ wird am selben Abend in einer zweiten Weltpremiere der Stummfilm „Metropolis“ von Fritz Lang auf einer 300 Quadratmeter großen Leinwand am Brandenburger Tor gezeigt. Nachdem in Argentinien eine Langfassung des Films gefunden worden war, ist dies nun die zweite Weltpremiere. „In Zeiten, in denen Filme auf der Armbanduhr geschaut werden, wollen wir zeigen, dass das Magische der großen Leinwand den Zauber der Größe ausmacht“, sagte Kosslick.

Eine Goldene Kamera sollen in diesem Jahr der japanische Meisterregisseur Yoji Yamada und die Berliner Gießerei Noack erhalten. Yamada war als Spezialist für realistische Komödien bereits sechs Mal zu Gast auf der Berlinale. Die Gießerei stellt seit den ersten Internationalen Filmfestspielen von 1951 die Berlin-Trophäen her. Einen Goldenen Ehrenbären werden die Schauspielerin Hanna Schygulla und der Regisseur Wolfgang Kohlhaase erhalten.

Im Jahr 1951 gab es im Westteil der Stadt die ersten Berliner Filmfestspiele. 15.000 Filme zeigte die Berlinale in den vergangenen 60 Jahren. „Die Geburtstagstorte aus nahezu 400 Filmen ist gebacken. Zünden wir die 60 Kerzen an“, so Kosslick.

Im Fernsehen wird breit über die Berliner Filmfestspiele berichtet. Zudem stellt das Festival selbst Live-Streams von den Pressekonferenzen, die Eröffnungs- und Abschlussgala, sowie das Treiben rund um den Roten Teppich auf die Seite.

www.berlinale.de/de/programm/berlinale_programm/programmsuche.php

www.berlinale.de/de/visuals/berlinale_im_fernsehen/index.html

www.berlinale.de/de/visuals/videostreaming/index.html

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Die Wettbewerbsfilme der Berlinale 2010
dpa/hed

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