07.02.13

Berlinale/Generation

Kplus - Festival-Highlights für Familien

Filme für kleine Cineasten bietet der Wettbewerb Kplus. Mit dabei sind Stars wie Isabella Rossellini.

Von Andrea Huber
Foto: Int. Filmfestspiele Berlin/Berlinale

Zickzackkind (NL/Belgien 2012, 95 Min., Niederländisch/Engl./Franz. mit deutscher Einsprache, empf. ab 7 J.) Nono (12) wächst bei seinem Vater, einem Polizeikommissar, auf. Über seine Mutter weiß er fast nichts. Das ändert sich, als er mit dem geheimnisvollen Felix Glick auf eine abenteuerliche und witzige Reise in die Vergangenheit geht (So. 10.2.,10 Uhr FaF; Fr. 15.2., 12.30 Uhr HKW1; )

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Zickzackkind

Mit seinem Zickzackkurs fährt Nono nicht mehr gut, das wird ihm kurz vor seiner Bar Mitzwa immer klarer. Warum behandelt ihn der Vater trotz seiner fast 13 Jahre noch immer wie ein Kind? Und warum brechen alle Gespräche ab, wenn er mehr über seine tote Mutter Zohara herausfinden will? Obwohl Nono als Sohn des besten Polizeidetektivs der Niederlande investigatives Talent entwickelt hat, kommt er den Rätseln seiner Vergangenheit nicht auf die Spur. Bis er in einem Zug einen Mann im weißen Anzug trifft, der sich als berühmter Juwelendieb entpuppt – Burghart Klaussner spielt diesen Felix Glick mit augenzwinkerndem Charme.

Glick entführt Nono und die abenteuerliche Reise nach Südfrankreich mutiert schnell zum Trip in die Vergangenheit. Denn an der Cote d'Azur treffen die beiden auf die gefeierte Chanteuse Lola Ciperola (dargestellt von einer strahlenden Isabella Rossellini) – und es dauert nicht lange, bis Nono klug kombiniert, dass Lola und Felix seine Großeltern sind. Und endlich mehr über Zohara – und sich selbst – erfährt.

Regisseur Vincent Bal hat die Vorlage von David Grossmann für die Leinwand kongenial adaptiert und die Handlung von Israel ins Europa der 1970er-Jahre verlegt. Mit Tempo, Charme und Witz erzählt "Zickzackkind" eine Initiationsgeschichte, die sich nicht mit simplen Antworten auf die immer neu zu stellende Frage nach der eigenen Identität zufrieden gibt. Nono, dazu erzogen, seiner Fantasie nicht zu vertrauen, gelingt es nur dank der Kraft seiner Imagination, die Wahrheit herauszufinden. Die spielfreudige Darstellerriege, schöne nostalgische Bilder und viele Zitate aus der Filmgeschichte von "Mary Poppins" bis zu "Über den Dächern von Nizza" machen den Film zu einem Festival-Highlight für die ganze Familie. (Empfohlen ab 7 Jahren)

(Haus der Kulturen der Welt 1, Freitag, 8. 2., 15.30 Uhr; - CinemaxX 3, Sonnabend, 9. 2., 14 Uhr; - HKW 1, Freitag, 15.2., 12.30 Uhr)

Die Rakete (The Rocket)

Welche Tragödie sich bei seiner Geburt abgespielt hat, davon hat der quirlige Ahlo keine Ahnung. Daher versteht er auch nicht, warum die abergläubische Großmutter ihn als Unheilsbringer sieht. Dass Ahlos Zwilling tot zur Welt kam, ist für die alte Frau ein böses Omen. Und als im Dorf infolge eines Stauseeprojekts ein furchtbares Unglück geschieht, steht nicht nur für sie der Schuldige schnell fest.

Mit einer Rückblende - der dramatischen, sparsam ausgeleuchteten Geburtsszene – beginnt dieser Spielfilm um eine Kinderfreundschaft in Laos. Auf der Suche nach einem neuen Zuhause trifft der Außenseiter Ahlo die kleine Kia, die ihm neues Selbstbewusstsein gibt. Denn das Mädchen ist wie der Zehnjährige eine Einzelgängerin – sie lebt mit ihrem schrägen Onkel Purple zusammen, der als laotische James-Brown-Rock'n'Roll-Ausgabe für komische Filmmomente sorgt.

Indem der australische Regisseur Kim Mordaunt seine packende Story nach Laos verlegt, kann er das klassische Coming-of-Age-Motiv deutlich erweitern. Sein Spielfilm ist nicht ohne Härten für die jungen Cineasten, doch der Erkenntnisgewinn hoch. Der Zuschauer erfährt eine Menge über das Leben in einem Land, in dem Aberglauben und Armut den Alltag der Bewohner beherrschen. Wegen starker Kontrollen durch die autoritäre laotische Regierung drehte Mordaunt Teile seines Films in Thailand ab.

"Die Rakete" ist ein Film, der jungen Zuschauern Mut macht. Wenn Ahlo und Kia sich mit ihren Zahnlücken verschwörerisch anlächeln, ist klar: Wer an sich selbst glaubt, kann auch Aberglauben überwinden. Und alles schaffen. (Ab 11 Jahren)

(Haus der Kulturen der Welt 1, So, 10.2., 10 Uhr; CinemaxX3, Mo, 11.2., 14 Uhr; HKW 1, Fr, 15.2., 15 Uhr).

Noch empfehlenswert:

- Eskil & Trinidad (Schweden) - Erzählt von dem elfjährigen Eskil, der mit seinem Vater ständig umziehen muss. Und Eishockey spielen soll, obwohl er die Seefahrt viel spannender findet.

- Satellite Boy (Australien) - Ein Aboriginal-Junge namens Pete verliert sich im Busch - und taucht ein in die magische Welt seiner Vorfahren. Auch in diesem Spielfilm voller großartiger Landschaftsaufnahmen spielt die Natur eine tragende Rolle. (Startzeiten siehe Bildergalerie)

- Ferien für Lob und Tadel (China/Korea) - die Geschichte einer Freundschaft zwischen zwei sehr ungleichen Jungen, die ihre Ferien zusammen verbringen.

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