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Wettbewerbsfilm "Tatarak"

Eine Liebe, die zweimal mit dem Tod endet

Das große Thema dieses Wettbewerbs sind ältere Frauen, die sich jüngere Männer nehmen: Nach Kate Winslet im „Vorleser", Michelle Pfeiffer in „Chéri", Parker Posey in „Happy Tears" und Demi Moore im wirklichen Leben tut dies nun auch noch Krystyna Janda in Andrzej Wajdas Wettbewerbsfilm „Tatarak" (Der Kalmus).

Julia Pietrucha, Pawel Szajda
Foto: AP
Marta (Krystyna Janda) hält ihren ertrunkenen Geliebten (Pawel Szajda)

Krystyna Janda spielt die Arztgattin Marta, deren Söhne 1944 beim Warschauer Aufstand umgekommen sind. Obwohl der Krieg vorbei ist, bleibt das Zimmer der beiden Jungen unberührt, seit sie es verließen, um im Untergrund gegen die Deutschen zu kämpfen. Zwar ist Martas Ehemann sympathisch und sehr bemüht, sie aus ihrer immerwährenden Trauer herauszuholen. Doch sie beginnt eine scheinbar harmlose Affäre mit einem 20-Jährigen – die Liebe dieser sympathischen Madam Bovary an der Weichsel endet tragisch, und am Schluss ist der Geliebte genauso tot wie ihre Söhne. Er ertrinkt, während er für sie den titelgebenden Kalmus (eine aromatische Heilpflanze) aus dem Wasser holen will.

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In der Rahmenhandlung erzählt Krystyna Janda davon, wie die Dreharbeiten zu dieser kleinen tragischen Liebesgeschichte im wirklichen Leben vom Krebstod ihres Gatten, des Kameramannes Edward Klosinski, überschattet wurden. Man sieht sie immer nur in einem leeren Zimmer auf dem Bett sitzen oder umhergehen, aber es ist großartig. Irgendwann stürzen die beiden Filme gewissermaßen ineinander, als der Geliebte Martas ertrinkt und man im Wasser die Taucher sieht, die diese Szene filmen. Dann flieht Marta-Darstellerin Krystyna Janda verwirrt vom Drehort, weil der dargestellte Tod sie zu sehr an den Tod ihres Mannes erinnert hat.

Der Pole Andrzej Wajda wird bald 83 Jahre alt. Im Gegensatz zum anderen europäischen Altmeister im Wettbewerb, Theo Angelopoulos, zeigt Wajda sich auf der Höhe seiner Kunst und seines Könnens. Der Film ist im besten Sinne minimalistisch: Kurz und ohne seine beiden Geschichten mit philosophischen Metaphern zu überfrachten. Umso mehr berührt diese Klage über Tod und Vergeblichkeit

Wiederholungen: 14. Februar, 9.30 und 20.30 Uhr im Friedrichstadtpalast und 20 Uhr in der Urania

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