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Wettbewerbsfilm "Happy Tears"

Demi Moore altert und dreht einen langweiligen Film

Schräge Charaktere, eine kaputte Familie, ein kranker Vater mit all seinen Schwächen - das zeigt "Happy Tears". Mitchell Lichtenstein hat einen Film gemacht, der keine Emotionen hervorruft und wohl nur aus einem Grund in den Wettbewerb kam: Demi Moore sollte über den roten Teppich laufen.

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Berlinale 2009 - Premiere "Happy Tears"
Foto: DPA
US-Schauspielerin Demi Moore und ihr Mann Ashton Kutcher auf dem roten Teppich für das Familiendrama "Happy Tears".

Der Regisseur Mitchell Lichtenstein ist der Sohn des Pop-Art-Künstlers Roy Lichtenstein. In seinem Film „Happy Tears“ gibt es die Figur eines Mannes, dessen Vater ein berühmter Maler ist. In seinem Schatten wird der Sohn immer neurotischer, umso mehr, weil der Alte längst tot ist und sie nicht mal mehr reden können. Man darf wohl davon ausgehen, dass Mitchell Lichtenstein darin augenzwinkernd andeuten wollte, welches Schicksal ihm gedroht hätte, falls er nicht seine Berufung als Filmemacher gefunden hätte. Wenn er sich bei dieser Berufung mal bloß nicht verhört hat! Denn „Happy Tears“ ist einer dieser typischen amerikanischen Independent-Filme, die normalerweise die Panorama-Sektion verstopfen. Immer glauben deren Schöpfer, es sei schon Kunst, mal schräge Charaktere und dysfunktionale Familien zu zeigen und nicht zu verheimlichen, dass demente alte Männer sich in die Hose kacken. Früher spielte in solchen Filmen immer Steve Buscemi mit, aber der ist schon in mindestens drei anderen Berlinale-Beiträgen vertreten, deswegen mussten sie ihn wahrscheinlich beim „Final Cut“ wieder raus schneiden.

Oft ist bei so einem Werk auch ein alternder Star auf der Suche nach interessanten Rollen mit von der Partie – diesmal Demi Moore. Und wahrscheinlich ist das auch der einzige Grund dafür, dass „Happy Tears“ es in den Wettbewerb geschafft hat. Irgendwer muss ja abends über den roten Teppich laufen, und weder der transsilvanische Wettbewerbsbeitrag noch der Rapper-Film glänzen mit großem Starpotenzial.

Übrigens sieht die einst so künstliche Demi Moore immer besser und natürlicher aus, je älter sie wird (obwohl wir nicht so naiv sind zu glauben, dass dabei kein Operationsmesserchen im Spiel war). Das ist dann aber auch das letzte Positive was über „Happy Tears“ vermeldet werden kann. Freudentränen löst diese Geschichte zweier unterschiedlicher Schwestern (Demi Moore als lebenskluge Provinzpflanze, Parker Posey als flatterhafte millionenschwere Gattin des Künstlersohns), die im Haus ihres demenzkrank gewordenen Vaters (Rip Torn als gescheiterter Bluessänger und erfolgreicher Nuttenjäger) wieder zusammenfinden, gewiss keine aus. Tränen des Schmerzes oder der Trauer aber auch nicht. Das einzige, was hier fließt ist der öde Fleißschweiß der Langeweile (heute 12 Uhr und 20.30 Uhr sowie am 15. 2. 18 Uhr im Friedrichstadtpalast, heute 17.30 Uhr Urania).



Erschienen am 11.02.2009

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