Wettbewerb - "London River"
Wie einfach doch das Zusammenleben sein kein
Dienstag, 10. Februar 2009 16:28 - Von Eberhard von ElterleinAuf den ersten Blick haben die weiße Christin Elisabeth und der schwarze Muslim Ousmane nicht viel gemeinsam. Doch dann führen die Terroranschläge von London die Lebenswege der beiden zusammen. Mit dem Berlinale-Beitrag London River zeigt Regisseur Rachid Bouchareb auf schlichte Weise wie gemeinsame Trauer zu gegenseitiger Toleranz führen kann.

Die eine betet in der Kirche, der andere draußen auf der Wiese. Sie beackert ihren Bauernhof auf der Kanal-Insel Guernsey, er pflegt Bäume irgendwo in Frankreich. Die weiße Christin Elisabeth Sommers (Brenda Blethyn) und der schwarze Muslim Ousmane (Sotigui Kouyate) haben eigentlich nichts gemeinsam – bis das Schicksal in Form der Londoner Anschläge vom 7. Juli 2005 die beiden Fremden zusammenführt.
Denn dies ist der Tag, seitdem sich Elisabeths Tochter Jane und Ousmanes Sohn Ali, beide in London lebend, nicht mehr bei ihren Eltern gemeldet haben. Also fahren Mrs. Sommers und Mr. Ousmane getrennt nach London, nach ihren verschwundenen Kindern zu forschen – und kehren knapp 90 Filmminuten später als so etwas wie Freunde in ihr jeweiliges Leben zurück, bereichert um die Erkenntnis, dass der Afrikaner mit den langen Zöpfen und die dunkelblonde Britin mit den streng zurückgekämmten Haaren mehr gemeinsam haben als sie dachten.
| 0% | Alle Anderen (Regie: Maren Ade) | |
| 0% | Chéri (Merci, Chéri; Regie: Stephen Frears) | |
| 0% | Gruppentreffen mit Dame (Darbareye Elly; Regie: Ashgar Farhadi) | |
| 0% | Star der Peking-Oper (Forever enthralled; Regie Chen Kargie) | |
| 0% | Blick auf die Putzfrau (Gigante; Regie: Adrián Biniez) | |
| 0% | Happy Tears (Happy Tears; Regie Mitchell Lichtenstein) | |
| 0% | Ein alter Mord (In the electric mist; Regie: Bertrand Tavernier) | |
| 0% | Racheengel zu Pferde (Katalin Varga; Regie: Peter Strickland) | |
| 0% | Schmerzende Milch (La teta asustada; Regie: Claudia Llosa) | |
| 0% | Ein weiblicher Soldat (Lille Soldat; regie: Annette K. Olesen) | |
| 0% | Nach dem Terror (London River; Regie: Rachid Bouchareb) | |
| 0% | Mammut-Projekte (Mammoth, Regie: Lukas Moodysson) | |
| 0% | Alles über meine Mutter (My One and Only; Regie: Richard Loncraine) | |
| 0% | Mordfall im Modehaus (Rage; Regie: Sally Potter) | |
| 0% | Ein Wunderbaby (Ricky; Regie Francois Ozon) | |
| 0% | Ein Kriegsverbrecher (Storm; Regie: Hans-Christian Schmid) | |
| 0% | Eine späte Liebe (Tatarak; Regie: Andrzej Wanda) | |
| 0% | Schlechte Nachrichten (The Messenger; Ben Foster) |
Bouchareb filmt, wie sich seine beiden Figuren in dieser Leerstelle zurechtfinden. Wie eine Stadt ein fremder Ort und ein fremder Mensch ein guter Freund werden kann. Brenda Blethyn ist darin einfach großartig, wie sich ihr anfängliches Misstrauen in Zuwendung auflöst, wie sie von der beißenden Mutter-Löwin, die mit aller Macht ihr Kind finden will, zur toleranten Mitbürgerin wächst.
Barack Obama hätte seine wahre Freude daran, und das ist das Problem des Films. Nicht nur, dass Sotigui Kouyaté ohne jede Veränderung den stillen, verständnisvollen Afrikaner geben darf, der für jede verzwickte Lebenslage ein Sprichwort hat. Sondern, wie der Film mit einer gewissen Naivität und Holzschnittartigkeit für Toleranz im Zeichen der Trauer plädiert. Wie einfach sich hier Differenzen auflösen lassen! Und wie schön man doch zusammenleben kann, wenn man sich nur im Anderen erkennt! Es fällt daher schwer, „London River“ nicht zu mögen. Aber es geht, wenn man keine Filme mag, die so schlicht wie gut gemeint sind.


















Versicherungen
Gesundheitstests
Hotelsuche
Abo
Stadtplan
epaper
Archivsuche
Zeitung Heute
RSS
Newsticker
Video
TV-Programm
Events
Kino
Wetter
Gehaltsrechner
Börse
Branchenbuch
Kredit und Zinsen
Europa
Krankenkassen
Hilfe
Handelsregister
Leserbrief
Kontakt
Mobilportal
iPhone-/iPad-Apps
Heizölvergleich