Wettbewerb - "Alle anderen"
Nicht nur Franzosen können streiten
Montag, 9. Februar 2009 18:13 - Von Peter ZanderGitti und Chris wollen eigentlich idyllische Ferien auf Sardinien machen. Doch es kommt zum offenen Streit, als ein Freund nebst schwangerer Gattin auftaucht. Der einzige "rein" deutsche Wettbewerbsfilm der Berlinale zeigt in "Alle anderen" zwei großartige Schauspieler: Birgit Minichmayr und Lars Eidinger.

Warum nennt man eigentlich immer die Franzosen als erste, wenn es um Beziehungsdramen im Kino geht? Das können wir Deutschen mindestens genauso gut. Was uns fehlt, ist allerdings das Tüpfelchen Leidenschaft, um die Amour fou als solche verständlich zu machen. Umso mehr verstehen wir es aber, solche Beziehungen zu analysieren, zu sezieren, zu obduzieren.
Wie Gitti (Birgit Minichmayr) und Chris (Lars Eidinger) in Maren Ades Wettbewerbsbeitrag „Alle anderen“. Sie wollen eigentlich, in einem Ferienhaus auf Sardinien, gemeinsam Urlaub machen. Und wie das dann oft so ist, tritt das Gegenteil ein. Chris hat Versagensängste, beruflich und sexuell, und versucht sie halb im Spiel, halb im Ernst anzudeuten. Gitti hinterfragt weder sich noch andere und düpiert mit ihrer direkten Art. Fast die Hälfte des Films geraten sie immer wieder aneinander. Zum offenen Streit kommt es dann schließlich, als dann auch noch ein erfolgreicher Freund von Chris nebst schwangerer Gattin auftaucht.
| 0% | Alle Anderen (Regie: Maren Ade) | |
| 0% | Chéri (Merci, Chéri; Regie: Stephen Frears) | |
| 0% | Gruppentreffen mit Dame (Darbareye Elly; Regie: Ashgar Farhadi) | |
| 0% | Star der Peking-Oper (Forever enthralled; Regie Chen Kargie) | |
| 0% | Blick auf die Putzfrau (Gigante; Regie: Adrián Biniez) | |
| 0% | Happy Tears (Happy Tears; Regie Mitchell Lichtenstein) | |
| 0% | Ein alter Mord (In the electric mist; Regie: Bertrand Tavernier) | |
| 0% | Racheengel zu Pferde (Katalin Varga; Regie: Peter Strickland) | |
| 0% | Schmerzende Milch (La teta asustada; Regie: Claudia Llosa) | |
| 0% | Ein weiblicher Soldat (Lille Soldat; regie: Annette K. Olesen) | |
| 0% | Nach dem Terror (London River; Regie: Rachid Bouchareb) | |
| 0% | Mammut-Projekte (Mammoth, Regie: Lukas Moodysson) | |
| 0% | Alles über meine Mutter (My One and Only; Regie: Richard Loncraine) | |
| 0% | Mordfall im Modehaus (Rage; Regie: Sally Potter) | |
| 0% | Ein Wunderbaby (Ricky; Regie Francois Ozon) | |
| 0% | Ein Kriegsverbrecher (Storm; Regie: Hans-Christian Schmid) | |
| 0% | Eine späte Liebe (Tatarak; Regie: Andrzej Wanda) | |
| 0% | Schlechte Nachrichten (The Messenger; Ben Foster) |
Der Titel ist indes sinnig. „Alle anderen“: Das muss der einzige „reine“ deutsche Wettbewerbsbeitrag (neben der Koproduktion „Sturm“) einlösen. Warum alle anderen großen deutschen Produktionen, wie „Effi Briest“, wie „John Rabe“ oder „Hilde“ nur im Berlinale Special laufen. Große Stoffe, großes Kino. Stattdessen im Wettbewerb: eine kleine Studie der Berliner Schule. Ein Sündenfall, und eine Wiederholungstat. Schon 2006 wurde ein Werk wie „Das Leben der anderen“ für den Wettbewerb abgelehnt, stattdessen lief dort seinerzeit „Sehnsucht“, eine Beziehungskiste von Valeska Grisebach. Die hatte bei „Alle anderen“ eine beratende Tätigkeit. Wenn das kein Zufall ist.
Wiederholungen Dienstag, 9.30 und 18 Uhr, Friedrichstadtpalast und 22.30 Uhr, Urania

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