Berlinale
Kate Winslet war der Superstar auf dem roten Teppich
Die mit Spannung erwartete Roman-Verfilmung "Der Vorleser" von Stephen Daldry hat der Berlinale einen künstlerischen Höhepunkt beschert. Die Hollywoodstars Kate Winslet und Ralph Fiennes sowie der deutsche Jung-Schauspieler David Kross überzeugen in dem Liebesdrama über Schuld und Sühne.
Hollywoodschauspielerin Kate Winslet hat der Berlinale am Freitag eine kleine Sternstunde beschert. Bei der abendlichen Premiere der Bestsellerverfilmung "Der Vorleser" wirkte das Publikum im Festivalpalast begeistert. Einige Zuschauer zückten während des Films die Taschentücher, anschließend gab es "Bravo"-Rufe und Ovationen. Winslet stand sichtlich gerührt auf der Bühne. Gefeiert und zum Teil bejubelt wurden auch Hauptdarsteller David Kross, Ralph Fiennes, Regisseur Stephen Daldry, Romanautor Bernhard Schlink sowie Darsteller wie Hannah Herzsprung, Susanne Lothar und Bruno Ganz.
Im Wettbewerb der 59. Internationalen Filmfestspiele Berlin läuft der Film, der in den USA bereits im Kino zu sehen ist und für fünf Oscars nominiert ist, außer Konkurrenz – das heißt, er ist nicht im Rennen um die Bären dabei. Winslet spielt die Hauptrolle, die ehemalige KZ-Aufseherin Hanna Schmitz, die eine Liebesbeziehung zu dem erst 15-jährigen Michael (Kross) beginnt und ihm ihre dunkle Vergangenheit verschweigt.
Ralph Fiennes kommt mit kahl rasiertem Haupt
Vor der Deutschlandpremiere gab es vor dem Berlinale Palast einen langen roten Teppich mit den Stars des Films. "Good bless you" (Gott schütze dich) schrieb der Regisseur Stephen Daldry am Abend den Fans vorm Berlinale-Palast in ihre Bücher. Einem Mädchen, das lautstark um ein Autogramm bettelte, rief er zu: "Du bist aufgeregt? Ich bin es auch." Für den Briten stand die Premiere seines Films "Der Vorleser" an.
Ralph Fiennes spielt darin eine tragende Nebenrolle. Dass der Hollywood-Schauspieler inzwischen sein Haupt kahl rasiert hat, tat seiner Beliebtheit am roten Teppich keinen Abbruch. "Du siehst cool aus", sagte das Mädchen, das bereits eine Unterschrift von Daldry ergattert hatte. "Danke, ich habe Glück, dass es heute nicht so kalt ist", retournierte Fiennes lässig.
Deutlich weniger prominente Gäste waren ins Premierenkino gekommen, obwohl der Kinostart von "Der Vorleser" (am 26. Februar) bundesweit mit Spannung erwartet wird. "Vielleicht liegt es daran, dass Leonardo DiCaprio" nicht hier ist", flachste Moderatorin Eve Maren Büchner – wohl wissend, dass "Leo" mit diesem Film nichts zu tun hat, aber seit "Titanic" und neuerdings mit "Zeiten des Aufruhrs" als Winslets Traumpartner gesehen wird. Die ehemalige First Lady Christina Rau freute sich auf den Film, "weil ich gerne sehen möchte, wie man ein so wunderbares Buch auf die Leinwand bringt". Sie zeigte sich auch zuversichtlich, dass Kate Winslet ihren Part "ganz fantastisch spielt".
Zwei entblößte Brüste waren auch zu sehen
Auch Klaus Wowereit kam zur zweiten großen Berlinale-Premiere mit Hollywood-Stars. "The International" hatte er verpasst, weil er mit seinem ehemaligen Parteivorsitzenden Kurt Beck dessen 60. Geburtstag feierte. Die Gunst der Stunde nutzte Schauspielerin Jeanette Hain. Im Blitzlichtgewitter verrutschte "zufällig" ihr ohnehin sehr luftiges Kleid und entblößte beide Brüste. Diesen Anblick bot sie uns nicht zum ersten Mal…
Einer, der keine Zeit für die Premiere hatte, aber Kate Winslet dennoch hautnah erlebte, war Tim Raue, Sternekoch aus dem "MA". Sein Restaurant im Adlon-Palais hatte Kates Filmfirma komplett gebucht.
15 Stunden lang hatte Raue das exquisite Sechs-Gänge-Menü vorbereitet, darunter Thunfischtartar mit Gurkensaft, Kabeljau in einer süß-sauren Jadesoße (eine Kreation Raues auf Basis von Hühnerfüßen und Cashew-Kernen), Sojahuhn mit Erbsen und Ingwer sowie feine Gianduia-Schokolade mit Passionsfrüchten.
"Wir haben Kartoffeln, Nudeln und Reis weggelassen, denn viele der Gäste achten auf ihre schlanke Linie", sagte Raue.
Erster deutscher Film geht an den Start der Berlinale 2009
Heute geht der erste deutsche Film ins Rennen um die Berlinale-Trophäen. Das Politdrama "Sturm" von Hans-Christian Schmid ("Requiem") handelt von der juristischen Aufarbeitung der Kriegsverbrechen im ehemaligen Jugoslawien. Außerdem laufen im Wettbewerb das iranische Drama "About Elly" von Asghar Farhadi und Bertrand Taverniers Beitrag "In the Electric Mist", in dem Tommy Lee Jones und John Goodman mitwirken. Im Friedrichstadtpalast wird als Berlinale-Special "John Rabe" von Florian Gallenberger gezeigt.
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