Vorverkauf für Filmfestival
So kommen Sie an Berlinale-Karten
Ganz Berlin ist im Festival-Fieber. Um an Berlinale-Tickets zu kommen, braucht man nicht nur Geld, sondern auch Glück – und Ausdauer. Morgenpost Online erklärt, wie man an Karten kommt.
Von Heike Dietrich
Berlinale-Zuschauer müssen leidensfähig sein. Wer glaubt, er könne mal zwischendurch irgendwann an den Vorverkaufsstellen vorbeischlendern und lässig Karten für die Premiere des Favoriten-Films samt Promis auf dem Roten Teppich kaufen – der hat mit großer Wahrscheinlichkeit das Nachsehen. Am Montagmorgen hat der Kartenvorverkauf für die 59. Internationalen Filmfestspiele begonnen (5. bis 15. Februar). Besonders eiserne Filmfreunde hatten sich bereits um kurz nach 2.00 Uhr vor den Kassenhäuschen am Potsdamer Platz angestellt – ausgerüstet mit Schlafsäcken und Kaffee.
Die Berlinale als normaler Zuschauer zu erleben, heißt, bei den wirklich großen Wettbewerbs- und oft auch bei Filmen im Rahmen der Panorama-Reihe lange Stunden vor den Ticketschaltern zu warten. Berlinale-Profis treffen sich in der Regel gegen sieben Uhr morgens vor den Vorverkaufsschaltern in den Potsdamer Platz Arkaden oder vor dem Kino International an der Karl-Marx-Allee. Sie kommen mit Klappstühlen, Thermoskannen, Zeitungen, dicken Socken, Decken und Bargeld. Sie haben immer einen Alternativplan: Wenn es Film A nicht gibt, dann eben Film B, an den sich dann super Film C anschließt. Drei Filme pro Tag können die Gehirne der meisten Zuschauer gut verarbeiten, vier sind schon anstrengend, fünf Filme und mehr schaffen eigentlich nur die ganz Hartgesottenen.
Und dann warten sie. Drei, dreieinhalb Stunden lang. Manche von ihnen wiederholen dieses Prozedere während der Berlinale beinah jeden Tag. Am Ende des Festivals kennt man sich – und trifft sich im folgenden Jahr wieder.
Schütteln Sie nicht den Kopf über diese Menschen – sehen Sie sie sich genau an: Das sind die Leute, die sich fünf Minuten nach Kassenöffnung jubelnd umdrehen, weil sie wie 2008 Karten für die Madonna-Premiere ergattert hatten.
Andere fahren rechtzeitig den Computer hoch, legen Kreditkarte, Stift und Kugelschreiber parat, um Schlag 10 Uhr unter www.berlinale.de den ersten Angriff auf den Server des Festivals zu versuchen und online Karten zu buchen. Gleichzeitig mit Tausenden anderen Filmliebhabern. Mitunter aus ganz Deutschland, wie zum Beispiel im vergangenen Jahr anlässlich der Premiere des Bollywood-Krachers "Om Shannti Om" mit Indiens Frauenschwarm Shah Rukh Khan, als ganze Gruppen von schwäbischen Frauen in bunten Saris nach Berlin reisten.
Eine Garantie aber gibt es nicht. Berlinale-Zuschauer zu sein heißt auch, demütig zu sein. Und die große Freude zu genießen, wenn die Karten wie gewünscht vorhanden sind.
Zum Verfahren an sich: Das Festival unterteilt sich in die Sektionen Wettbewerb, Panorama, Forum, Perspektive deutsches Kino, Berlinale Special, Berlinale Shorts, Generation, Retrospektive, Berlinale Talent Campus, Kulinarisches Kino und Winter Adé.
Täglich gibt es ab 10 Uhr Karten. Wer online bucht, zahlt pro Karte 1,50 Euro mehr als an den Vorverkaufsschaltern. Ansonsten kosten Karten im Berlinale Palast am Potsdamer Platz 11 Euro, Wiederholungen der Wettbewerbsfilme 8 Euro, Panorama-Filme und die meisten anderen Filme gibt es für 7 Euro.
Der Kartenvorverkauf beginnt immer drei Tage im Voraus. Nur Wiederholungen der Wettbewerbsfilme gibt es schon vier Tage zuvor. Achtung: Am letzten Festivaltag am Sonntag, 15. Februar, ist Berlinale-Kinotag. Für diesen begann der Vorverkauf ebenfalls schon heute, die Karten kosten 6 Euro. Auch für die sämtliche Vorstellungen im Friedrichstadtpalast sind schon Karten erhältlich. Wichtig auch: Karten können an den Vorverkaufsstellen und Kinos nur bar bezahlt werden!
50 Prozent Ermäßigung gibt es für Hartz-IV-Empfänger, Schüler, Studenten, Behinderte, Arbeitslose sowie Wehr- und Wehrersatzdienstleistende an den Tageskassen der Kinos. Auch Gruppen ab 5 Personen erhalten für die Generation-Reihe eine Ermäßigung.
Wem es jedoch egal ist, welchen Film er sieht, Hauptsache er sieht irgendeinen Berlinale-Film – der kann sich entspannen und an die Kassen gehen, wann immer er will. Irgendetwas gibt es immer. Splatter-Movies nachts um 3 Uhr. Oder Experimentalfilme in mutiger Qualität. Nur Kate Winslet kommt vermutlich nicht zu deren Premiere.
Die zentralen Vorverkaufsstellen der Berlinale:
- Arkaden am Potsdamer Platz (bis 20 Uhr)
- Kino International, Karl-Marx-Allee 33/ Ecke Schillingstraße
- Haus der Berliner Festspiele, Schaperstraße 24 (bis 18 Uhr!)
- Theaterkassen
- Tagesverkauf von Restkarten an den Kinokassen selbst.
Die Moderation der Kommentare liegt allein bei MORGENPOST ONLINE.
Allgemein gilt: Kritische Kommentare und Diskussionen sind willkommen, Beschimpfungen / Beleidigungen hingegen werden entfernt. Wie wir moderieren, erklären wir in der Netiquette.
blog comments powered by Disqus
- Filmfestival: Berlinale verbucht absoluten Besucherrekord
- Berlinale: Wie Festival-Leiter Dieter Kosslick der Krise trotzt
- Filmfestspiele: Die beste Berlinale-Party ist abgesagt
- Sponsoren-Verträge: Berlinale steht auf dem Prüfstand
- Autobau in Wolfsburg: Volkswagen setzt offenbar den Rotstift an
- 59. Internationale Filmfestspiele: Diese Filme laufen im Berlinale-Wettbewerb 2009
-
00:08Präsidentschaftswahl: Unterlegener Kandidat in Ägypten will gegen Wahler...
-
00:00Verkehrssünder: Flensburger Punktedatei soll weiter verschärft...
-
26.05.2012Festnahme: Toter in Friedrichshainer Bar: Verdächtiger gefass...
- 1. Relegationsspiel Hertha BSC und der Abstieg ohne Gnade
- 2. Formel 1 in Monaco Strafversetzung verdirbt Schumacher nicht die Laune
- 3. Nach Berufung Hertha BSC schickt seine Spieler in den Urlaub
- 4. Relegationsspiel Hertha BSC gibt sich offenbar geschlagen
- 5. Stromerzeugung Solaranlagen liefern so viel Strom wie fast 20 Atommeiler














