Fälschung vermutet
Martin-Gropius-Bau steht zu Frida-Kahlo-Bild
Museumsdirektor Gereon Sievernich wird das umstrittene Bild "Herz, Kaktus und Fötus" nicht aus der in Berlin gezeigten Frida-Kahlo-Retrospektive entfernen. Mit dem Zweifel an der Urheberschaft der mexikanischen Künstlerin sei zu jeder Zeit offen umgegangen worden, hieß es. Das winzige Bildchen bleibt hängen.
Das Kunsthändlerehepaar Noyola bringt derzeit Bilder auf den Markt, die von der Künstlerin Frida Kahlo (1907-1954) stammen sollen.
Der Martin-Gropius-Bau in Kreuzberg steht zu einem umstrittenen Bild der mexikanischen Maler-Ikone Frida Kahlo. Es sei bekannt, dass die Urheberschaft des derzeit in einer Retrospektive gezeigten Gemäldes "Herz, Kaktus und Fötus" nicht gesichert sei, sagte Museumsdirektor Gereon Sievernich am Dienstag. "Wir sind von Anfang an offen mit dem Thema umgegangen. Wir verbergen nichts, wir verheimlichen nichts."
Überlegungen, die mögliche Fälschung aus der Ausstellung zu entfernen, gebe es nicht. "Davon kann keine Rede sein", sagte Sievernich. "Wir hängen nichts ab." Die Zweifel an der Herkunft des Bildes seien mit dem danebenstehenden Hinweis deutlich gemacht: "Frida Kahlo zugeschrieben."
Das nur postkartengroße Gemälde stammt wie viele andere Leihgaben der spektakulären Retrospektive aus einer mexikanischen Sammlung, die der einflussreiche Museumsdirektor Carlos Phillips Olmedo zur Verfügung stellte. Über seine Herkunft ist wenig bekannt. Der Martin-Gropius-Bau habe bereits im Vorfeld gewusst, dass das umstrittene Bild in Berlin gezeigt werden sollte, sagte Sievernich. "Es ist Teil der Sammlung. Das stand im Vertrag." Das in Berlin gezeigte Kaktus-Bild gehörte aber nicht zur ursprünglichen Olmedo-Sammlung und taucht in früheren Bestandsverzeichnissen nicht auf.
Die Ausstellung im Gropius-Bau ist die bisher wohl größte Werkschau Kahlos (1907-1954) in Deutschland. Zum ersten Mal sind die beiden größten Kahlo-Sammlungen komplett vereint zu sehen. Hinzu kommen Leihgaben aus 30 mexikanischen und 15 nordamerikanischen Privatsammlungen und Museen.
Mehr als 150 Gemälde und Zeichnungen spüren in der Retrospektive der Entwicklung der großen Künstlerin nach – von der Avantgarde in der Zeit nach der mexikanischen Revolution bis zu der von Kahlo im Surrealismus verankerten Bildersprache aus den letzten Lebensjahren.
Die Ausstellung ist noch bis zum 9. August im Martin-Gropius-Bau zu sehen.
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